Großübung bei Reno De Medici in Arnsberg stellt Feuerwehren auf die Probe

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Arnsberg. Am Samstag, den 27. Oktober war das Werksgelände des Arnsberger Kartonagen-Herstellers Reno De Medici Schauplatz einer Großübung des Basislöschzugs 2 der Feuerwehr der Stadt Arnsberg. Die Wehren aus Arnsberg, Breitenbruch und Wennigloh, die in diesem Basislöschzug zusammengeschlossen sind, probten bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlen Temperaturen die Bewältigung einer größeren Schadenslage.

Hierbei hatten sie das folgende Szenario zu bewältigen:

Um 14:50 Uhr meldet ein Firmenmitarbeiter dem Pförtner, dass Altpapierballen hinter einer Lagerhalle auf dem Altpapierplatz an der Hellefelder Straße brennen. Zeitgleich rufen Anwohner der Hellefelder Straße beim Pförtner an und melden Meter hohe Flammen, die sich immer weiter ausbreiten. Der Pförtner alarmiert um 14:53 Uhr die werkseigene Feuerwehr über den internen Alarm und per Telefon die Feuerwehr-Leitstelle in Meschede. Diese löst daraufhin Sirenenalarm im Stadtgebiet aus. Zudem werden die Wehren aus Breitenbruch und Wennigloh alarmiert.

Auf dem Altpapier-Platz versuchen mittlerweile Mitarbeiter mit ihren Gabelstaplern die Altpapierballen auseinander zu fahren, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern, was jedoch nicht gelingt. Die Staplerfahrer werden mit ihren Fahrzeugen vom Feuer eingeschlossen. Unter Mitarbeitern, die einen Löschversuch mittels Strahlrohr unternommen haben, bricht Panik aus. Zwei Mitarbeiter, die zuvor erste Löschversuche unternommen haben, irren verstört und durch den Brandrauch desorientiert über den Platz, wobei ein Mitarbeiter nach einiger Zeit nicht mehr auffindbar ist. Das Feuer hat sich zudem weiter ausgebreitet und droht nun, auf eine nebenstehende Halle überzugreifen. Wenige Minuten später steht ein Teil der Dachfläche bereits in Flammen. Allein die Schilderung dieses komplexen Übungs-Szenarios zeigt die Schwere der Aufgabe, die die Einsatzkräfte zu bewältigen hatten.

Die werkseigene Feuerwehr von Reno De Medici trifft um 15:02 Uhr an der Brandstelle ein und leitet unter Atemschutz einen Rettungsversuch ein, um die eingeschlossenen Staplerfahrer aus dem Feuer zu befreien. Weitere eintreffende Feuerwehrfahrzeuge fahren über die Hauptzufahrt in einen Bereitstellungsraum, um von dort geordnet in den Einsatz geschickt zu werden.

Übungsleiter Stefan Beule teilt die Einsatzstelle im Übungsverlauf in mehrere Abschnitte ein, die jeweils von einem Abschnittsleiter geführt wurden, um die Hilfsmaßnahmen möglichst effektiv ablaufen zu lassen. Umgehend bauen nun Mannschaften aus Arnsberg und Wennigloh zur Entlastung des Hydranten-Netzes des Werksgeländes eine Wasserversorgung von der Ruhr über die Hellefelder Straße auf, wobei das Löschmittel durch eine Rohrhochbrücke in Richtung Werksgelände über die Straße gepumpt wird. Am Brandort speisen die Wennigloher Blauröcke dann das Wasser in die Leitung der Arnsberger Drehleiter ein, die den Brand der Altpapierrollen von oben bekämpft. Zeitgleich nehmen die Wehren aus Arnsberg und Breitenbruch Maßnahmen der Brandbekämpfung und Menschenrettung vor. Die vermisste Person ist schnell gefunden und der Brand zügig unter Kontrolle.

Parallel zu den Hilfsmaßnahmen der Feuerwehr kommt der Krisenstab der Werksleitung zusammen und koordiniert die werksseitig erforderlichen Maßnahmen zur Schadensbekämpfung. Die Kommunikation zwischen Feuerwehr und Krisenstab ist folgerichtig auch eines der Schwerpunkt-Ziele dieser Großübung. Zudem sollen die Einsatzkräfte ihre Ortskenntnis auf dem Werksgelände verbessern und dadurch die zur Verfügung stehenden Wasserentnahmestellen sowie die Rettungs- und Fluchtwege kennenlernen.

Der Nachbesprechung der Übung zwischen Krisenstab und Feuerwehr-Einsatzleitung folgt die Manöverkritik in der Werks-Kantine, bei der zum einen das Fehlen des großen Einsatzleitwagens der Feuerwehr, der bei einem derartigen Schadensszenario stets vor Ort ist, aber am Übungstag anderweitig gebunden war, besonders hervorgehoben wird. Dies wiederum verdeutlicht den Nutzen dieses Einsatzmittels. Seitens der Werksleitung wird zudem bei der werksinternen Kommunikation per Betriebsfunk noch Optimierungspotenzial ausgemacht. Die in zwei Jahren turnusmäßig erneut anstehende Brandschutz-Übung auf dem Werksgelände von Reno De Medici wird Aufschluss darüber bringen, ob die Erkenntnisse aus dieser Übung nutzbringend umgesetzt werden konnten.

Stellvertretend für die Arnsberger Feuerwehr dankt Löschzugführer Wilfried Karla abschließend der Werksleitung für die Möglichkeit, eine Übung dieser Dimension auf dem Arnsberger Werksgelände durchführen und dadurch die Schlagkraft der Wehr erproben zu können.

Autor:

Peter Krämer aus Arnsberg

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