Gertrudisschule wird Familiengrundschulzentrum
Die gesamte Familie erreichen

Christian Töpfer freut sich auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern.  | Foto: Andreas Molatta
  • Christian Töpfer freut sich auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern.
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"Mir geht es vor allem darum, die Möglichkeiten des Standorts zu nutzen", unterstreicht Christian Töpfer, der seit Herbst 2021 das Familiengrundschulzentrum an der Wattenscheider Gertrudisschule leitet, die eins von zunächst vier Zentren dieser Art in Bochum ist.

Potentiale nutzen, das meint Christian Töpfer auch ganz praktisch. "Bei der Wattenscheider Gesundheitswoche geht es ja auch um ausgewogene Ernährung - und da können die Familien, die zu 80 Prozent eine Migrationsgeschichte haben, Gerichte beitragen, die ich bislang gar nicht kenne", freut sich Leiter des Zentrums auf die gelebte Integration.

Überhaupt geht es in den Familiengrundschulzentren, die es nun auch in Bochum-Mitte, -Ost und -Süd gibt, um sehr viel mehr als "nur" Erziehungsberatung, denn vielfältige Bildungsangebote für Eltern und Kinder sind geplant und werden zum Teil auch schon umgesetzt. In den Kindertagesstätten sind die Familienzentren schon länger ein Erfolgsmodell, das im Zuge der Bochum-Strategie jetzt auf die Grundschulen übertragen wird.

In allen Stadtbezirken

Jeder Stadtbezirk soll in Zukunft über mindestens ein Familiengrundschulzentrum verfügen - die Bezirke Nord und Südwest werden also nachziehen. Die Finanzierung stemmen das Land NRW und die Stadt Bochum gemeinsam.

An der Gertrudisschule geht es auch darum, Eltern und Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen. Im Eltern-Sprachcafé sorgen Dolmetscher für die Verständigung. "Arabisch und Kurdisch werden von relativ vielen Menschen gesprochen", gibt Christian Töpfer Einblick in seinen Arbeitsalltag, "aber Sprachmittler für Bulgarisch oder Rumänisch sind schwieriger zu finden."

Ressourcen stärken

Nach zwei Jahren Pandemie geht es auch darum, die Ressourcen der Familien wieder zu stärken. "Bewegung und Interaktion sind durch Corona einfach zu kurz gekommen", so Christian Töpfer, "deshalb kooperieren wir zum Beispiel mit einer Tanzschule."

Da in den neuen Zentren Unterricht, Betreuung und Familie zusammen gedacht werden, bietet die "Extrazeit zum Lernen" Schülern bei Bedarf zusätzliche Förderung. Christian Töpfer holt deshalb auch ganz bewusst Schulsozialarbeiter und Sonderpädagogen mit ins Boot.

Die an vielen Grundschulen ohnehin akute Raumnot stellt auch die neuen Familienzentren vor Herausforderungen. "Wir konnten aber einen Pavillon freiziehen, der zuvor von der Offenen Ganztagsschule genutzt worden war", erzählt Christian Töpfer.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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