Vorgelagerte Notaufnahme
Eingansbereich am Bochumer Knappschaftskrankenhaus neu organisiert

Das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum hat seinen Eingangsbereich für die Notaufnahme neu organisiert. | Foto: Fotoabteilung UKKKBochum
  • Das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum hat seinen Eingangsbereich für die Notaufnahme neu organisiert.
  • Foto: Fotoabteilung UKKKBochum
  • hochgeladen von Jenny Musall

Das Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer richtet „vorgelagerte Notaufnahme“ ein. Die Neuorganisation soll während der Corona-Krise den Patientenfluss regulieren und eine frühzeitige Risikodifferenzierung ermöglichen.

Die gegenwärtige Situation um die Corona-Pandemie ist eine nie da gewesene Herausforderung für alle. Die Kliniken bereiten sich unter Hochdruck auf eine Vielzahl von schwer erkrankten Corona-Patienten vor. Um den Patientenfluss bereits vor Betreten der Klinik in Covid-19-Verdachtsfälle und Nicht-Verdachtsfälle einteilen und so eine frühzeitige Risikodifferenzierung vornehmen zu können, hat das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum eine „vorgelagerte Notaufnahme“ eingerichtet.

Während Rettungswagen und Krankentransporte sowie bereits vorgefilterte onkologische und transplantierte Patienten wie gewohnt direkt zur Zentralen Notaufnahme bzw. in die Spezial-Ambulanzen durchfahren können, werden alle weiteren Patienten (auch mit Einweisungen) – egal ob sie mit dem Auto, per Taxi oder zu Fuß kommen – zur „vorgelagerten Notaufnahme“ umgeleitet, wo mittels eines Ampelsystems der Covid-19-Status ermittelt und in Grün, Gelb, Rot klassifiziert wird. Erst danach erfolgt eine Weiterleitung in die Zentrale Notaufnahme.

„Vorgelagerte Notaufnahme“ an P3

Die „vorgelagerte Notaufnahme“ wurde auf dem vor einem Jahr eröffneten Besucherparkplatz P3 eingerichtet, erreichbar über die kleine Stichstraße direkt hinter/vor der Gleisbrücke. Sie ist bis auf Weiteres elf Stunden täglich, in der Zeit von 7.30 bis 18.30 Uhr, geöffnet und wird im Schichtsystem von zwei interdisziplinär zusammengestellten Teams mit jeweils acht Fachkräften (Ärzte, Pflege, MTLA etc.) betreut.

Der Verlauf nach Eintreffen eines Patienten gestaltet sich wie folgt: Am ersten Meldepunkt findet eine „Pre-Triage“ statt, das heißt, wer lebensbedrohlich erkrankt ist, wird direkt zur Zentralen Notaufnahme weitergeschickt, alle anderen erhalten einen Fragebogen zur Anamnese. Dann geht es weiter zum nächsten Meldepunkt. Hier werden die Fragebögen eingesammelt und geprüft sowie Fieber gemessen und klinische Parameter bestimmt.

Statusabfrage für Notaufnahme

Findet sich hierbei ein auffälliger Befund bzw. gibt es laut der im Fragebogen gemachten Angaben Anhaltspunkte für eine Infektion mit Covid-19, erfolgt direkt vor Ort ein Nasen-Rachen-Abstrich und die entsprechende Klassifizierung, wenn die Vorstellung an die Zentrale Notaufnahme medizinisch sinnvoll ist. Ohne diese „Pre-Triage“, bei der die Patienten mit einem Status Grün, Gelb, Rot versehen werden, geht es nicht in die Zentrale Notaufnahme.

Das gesamte Prozedere dient dem Zweck, die Patienten vor Betreten der Klinik in Covid-19-Verdachtsfälle bzw. Nicht-Verdachtsfälle zu kategorisieren, um sie in der Klinik entsprechend isolieren, eventuelle Ansteckungsketten zu unterbrechen und zielgerichtet behandeln zu können.
Es handelt sich damit also nicht um eine öffentliche Corona-Teststelle, wie sie von der Stadt Bochum betrieben wird.

Ziel: Eingrenzung des Coronavirus

Durch die vorübergehende Neuorganisation der Notaufnahme versucht das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, der Verbreitung von Covid-19 noch weiter entgegen zu wirken und das Risiko des Eintragens des Virus in die Klinik so gering wie möglich zu halten.

Diesem Ziel dienen auch die bereits seit 16. März umgesetzten Maßnahmen: Seither sind die Kaffee-Bar sowie die Cafeteria für Besucher geschlossen. Ebenso geschlossen ist das Gästehaus mit seiner Apartmentvermietung an Patientenangehörige. Zudem gilt ein striktes Besuchsverbot. Ausnahmen sind nur in absolut dringenden Einzelfällen nach vorheriger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt möglich.

Versorgung von Patienten ist gewährleistet

Alle elektiven Eingriffe werden seither nach medizinischer Maßgabe und Abwägung der Dringlichkeiten in Verbindung mit den gegebenen Ressourcen verschoben. Es werden nur noch dringend notwendige Operationen wie z.B. Tumoroperationen durchgeführt. Die Notfallversorgung (Schlaganfall, Herzinfarkt, Polytrauma etc.) wird weiterhin aufrecht gehalten. Darüber hinaus hat das Knappschaftskrankenhaus seine Kapazitäten für intensivpflichtige Patienten massiv erhöht. Die Zahl der Intensivbetten steigt damit von 32 auf 63 und die der Beatmungsgeräte von 29 auf 63. Das Knappschaftskrankenhaus richtet „vorgelagerte Notaufnahme“ ein. pm

Autor:

Jenny Musall aus Bochum

Webseite von Jenny Musall
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

12 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.