Tierheim Bochum bekommt ein Kleintierhaus
Ein Ende der Provisorien

Feierlicher Spatenstich mit Abstand: Bürgermeisterin Gaby Schäfer, Michael Schneider, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins, Tierheimleiterin Carmen Dechert, Architektin Heike Maag, Ratsmitglied Jörg Czwikla und Vorstandsmitglied Nina Schmidt.
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  • Feierlicher Spatenstich mit Abstand: Bürgermeisterin Gaby Schäfer, Michael Schneider, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins, Tierheimleiterin Carmen Dechert, Architektin Heike Maag, Ratsmitglied Jörg Czwikla und Vorstandsmitglied Nina Schmidt.
  • Foto: Molatta
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Mit dem neuen Kleintierhaus am Bochumer Tierheim sollen Chinchillas, Kaninchen und Co. artgerechte Bedingungen bekommen Rund zwei Jahre haben die Planungen gedauert - und als es endlich losgehen sollte, kam die Corona-Krise und machte dem Baubeginn einen Strich durch die Rechnung: Am Montag, 15. Juni, konnte endlich der erste Spatenstich gefeiert werden.

Der Rahmen war Corona-bedingt immer noch klein, dabei ist das Projekt groß: Rund 1,25 Millionen Euro nimmt der Tierschutzverein Bochum, Hattingen und Umgebung in die Hand, um seine kleinsten Bewohner endlich adäquat versorgen zu können.

Der eine Raum ist längst zu klein

Denn dies war zuletzt nicht mehr der Fall: "Als das Tierheim vor 32 Jahren neu gebaut wurde, war das 'Kleintierhaus' ein Raum von drei mal vier Metern - und das war vollkommen ausreichend, häufig war der Raum nur halb voll", erläutert Michael Schneider, erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Bochum, Hattingen und Umgebung. Inzwischen aber machten Kleintiere rund die Hälfte des Jahresbesatzes des Tierheims aus. "Sicherlich eine Folge des gesellschaftlichen Wandels und veränderter Lebensumstände", glaubt Schneider. "Immer weniger Menschen haben die Möglichkeit, Hund oder Katze zu halten, weichen dann auf Kleintiere aus."Und weil auch die dann unter Umständen im Tierheim landen, wurde dort der Flächenbedarf immer größer: "Wir haben schon drei Räume im Hundehaus für Kleintiere zweckentfremdet - ein Provisorium, und der Platz reichte dennoch nicht", erläutert Nina Schmidt, als Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins federführend mit der Planung des Neubaus befasst. "Das neue Kleintierhaus kommt damit also indirekt auch unseren anderen Tieren zugute."

540 Quadratmeter auf zwei Etagen

Auf 540 Quadratmetern auf zwei Etagen finden dann Kaninchen, Meerschweinchen, Degus, Vögel und Co. adäquate Lebensbedingungen. "Derzeit leben die Tiere bei uns mit einer Ausnahmegenehmigung in Käfigen, was weder tier- noch artgerecht ist", so Schmidt. Künftig haben nachtaktive und tagesaktive Tiere getrennte Bereiche, die Kaninchen können paarweise auf sechs Quadratmetern hoppeln und bei Bedarf können sogar Zwischenwände entfernt werden. Einen Außenbereich gibt es für sie genauso wie für die Vögel, die die Möglichkeit bekommen, in eine Voliere zu fliegen. Auch ein kleiner Raum für Exoten wurde mitgeplant: "Aber nur für ungiftige Tiere", lacht Nina Schmidt. In der oberen Etage werden eine Quarantäne- sowie eine Krankenstation untergebracht - jeweils mit Desinfektionsschleusen getrennt. "So können wir kranke Tiere gezielter und schneller behandeln, ohne gesunde Tiere oder die Mitarbeiter in Gefahr zu bringen. So haben wir dauerhaft niedrigere Krankheitskosten und können letztlich Tiere auch schneller wieder vermitteln", macht Schmidt deutlich. Weil das Tierheim im Landschaftschutzgebiet liegt, bekommt das neue Gebäude ein begrüntes Dach. "Um unsere Energiekosten zu senken, wäre eigentlich eine Photovoltaikanlage sinnvoll - aber das wird dann unser nächstes Projekt", schmunzelt Michael Schneider.

Erbschaften und Schenkungen

Zu den Baukosten steuert die Stadt Bochum 350.000 Euro bei, außerdem fördern das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sowie die Wegener-Stiftung das Projekt. "Rund die Hälfte der Summe tragen wir allerdings selbst, aus Schenkungen und Erbschaften, die in den letzten Jahren an den Tierschutzverein gegangen sind", berichtet Michael Schmidt. "Wir denken, dass es auch im Sinne der Spender ist, wenn wir das Geld für eine so dauerhafte Sache einsetzen."Das neue Kleintierhaus entsteht hinter dem bestehenden Hauptgebäude. "Das war die letzte zu bebauende Fläche, die noch zur Verfügung stand - und die schöpfen wir voll aus", macht Architektin Heike Maag deutlich, dass die Planung eine Millimeterarbeit war. Rund ein Dreivierteljahr, so rechnet sie, werden die Bauarbeiten dauern. Im Winter folgt der Innenausbau und im nächsten Frühling die Außenbereiche. "Im nächsten Frühjahr können wir Eröffnung feiern", ist Tierheimleiterin Carmen Decherdt sicher.Nachverfolgen kann man das Bauprojekt auf der eigens eingerichteten Internetseite: www.kleintierhaus.net. Dort gibt es auch Infos zu weiteren Spendenmöglichkeiten - denn für die Innenausstattung wird noch Geld benötigt.

Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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