Stadtwerke Bochum drehen an der Preisschraube
Gas- und Strompreise steigen Anfang Januar

Die Stadtwerke Bochum werden ab Januar Strompreise massiv erhöhen. Auch Gas wird erneut teurer. | Foto: STWBO
  • Die Stadtwerke Bochum werden ab Januar Strompreise massiv erhöhen. Auch Gas wird erneut teurer.
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Stromkunden der Stadtwerke Bochum müssen sich im neuen Jahr auf massiv steigende Preise einstellen. Preiserhöhungen kündigt der Versorger auch für seine Gaskunden an. Dabei fällt die Erhöhung im Vergleich aber geradezu moderat aus: Zum 1. Januar passen die Stadtwerke Bochum ihre Strom- und Gastarife an. Das teilt das Unternehmen am Mittwochmorgen, 16. November, mit. Strom wird dabei etwa 57 Prozent teurer, Gas um 6 Prozent.

Strompreis erhöht sich um 57 Prozent

Beim Strom, so heißt es zur Begründung, hätten sich die Beschaffungskosten für das kommende Jahr an den europäischen Handelsmärkten etwa um den Faktor 8 im Vergleich zu 2021 erhöht, hinzu kommen deutlich gestiegene Netzentgelte. Der Aufsichtsrat des kommunalen Versorgers hat daher beschlossen, den Preis für den Grundversorgungstarif StadtwerkeBasis Strom zum 1. Januar 2023 um 15,74 ct pro Kilowattstunde (ct/kWh) netto bzw. 18,73 ct/kWh brutto anzuheben.
„Wir als Stadtwerke beschaffen unsere Strommengen ausschließlich über die europäischen Märkte. Die Handelspreise sind dort weiter auf einem hohen Niveau“, erläutert Frank Thiel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum. „Wir werden auch weiterhin Chancen am Termin- und Spotmarkt nutzen, um unsere Beschaffungspreise zu optimieren. Bis dahin gibt es für unsere Kundinnen und Kunden nur ein Instrument gegen steigende Preise: Energie im eigenen Haushalt oder Unternehmen einzusparen. Auch weiterhin zählt jede Kilowattstunde!“
Bochumer Stromkunden mit einem StadtwerkeBasis-Vertrag und einem durchschnittlichen Verbrauch von 2.000 Kilowattstunden pro Jahr müssen ab Januar 2023 mit einer monatlichen Mehrbelastung von 31,22 Euro brutto rechnen. Das entspricht einer prozentualen Erhöhung von rund 57 Prozent.

Stromabschläge ab Januar 40 Prozent höher

Die Stadtwerke Bochum werden die Abschläge ihrer Kundinnen und Kunden für Strom automatisch zum 1. Januar 2023 im Durchschnitt um rund 40 Prozent anheben. „Wir tun das, um frühzeitig Transparenz über die Preisentwicklung zu schaffen und hohe Nachzahlungen zu vermeiden“, erklärt Frank Thiel.
Zudem kündigen die Stadtwerke Bochum an, aufgrund der aktuellen Marktpreise weitere Sonderverträge bei Strom und Gas zu kündigen. Alle Kunden sollen ein neues Tarifangebot erhalten.

Gas wird etwa 6 Prozent teurer

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum hat zudem beschlossen, den Preis für den Grundversorgungstarif StadtwerkeBasis Gas zum 1. Januar 2023 um 0,73 ct/kWh netto bzw. 0,78 ct/kWh brutto anzuheben. „Gründe sind vor allem die Erhöhung der Bilanzierungsumlage und hohe Beschaffungskosten für Neukunden, die wir als Grundversorger beliefern“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Thiel weiter.
Bochumer Gaskunden mit einem StadtwerkeBasis-Vertrag und einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 7.500 Kilowattstunden pro Jahr müssen ab Januar 2023 mit einer monatlichen Mehrbelastung von 4,88 Euro brutto (einschließlich 7 Prozent Mehrwertsteuer) rechnen. Das entspricht einer Erhöhung von rund 6 Prozent. Kunden mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden pro Jahr müssen im neuen Jahr mit einer monatlichen Mehrbelastung von 9,75 Euro brutto (einschließlich 7 Prozent Mehrwertsteuer) rechnen. Das entspricht ebenfalls einer Erhöhung um rund 6 Prozent.

Entlastungspaket wird umgesetzt

Die Stadtwerke Bochum betonen,  dass sie alle von der Bundesregierung geplanten Entlastungen für Dezember 2022 automatisch an ihre Gas- und Fernwärmekunden weitergeben werden:

  • Bei Gaskunden wird der Abschlag für den Monat Dezember nicht eingezogen. Die Berechnung des Monatsbetrags erfolgt - den Vorgaben des Bundes entsprechend - auf Grundlage des im Monat September prognostizierten Verbrauchs und der Preise für Dezember und wird in der nächsten Rechnung berücksichtigt.
  • Bei Fernwärmekunden wird der Abschlag für Dezember 2022 zunächst eingezogen. Sie erhalten allerdings im Anschluss eine Erstattung, die – den Vorgaben des Bundes entsprechend - den Abschlagsbetrag für September sowie zusätzlich einen Erstattungsbetrag umfasst. Der zusätzliche Erstattungsbetrag wird mit 20 Prozent des September-Abschlags angesetzt. Die Fernwärmekunden werden darüber per Anschreiben gesondert informiert.

In allen Fällen gilt: Die Kunden sollten keine eigenen Änderungen an den Abschlägen vornehmen. Die Stadtwerke Bochum werden alle Entlastungen berücksichtigen und dies auf den nächsten Rechnungen transparent darstellen. Kunden mit Jahresvorauszahlung erhalten mit der nächsten Abrechnung eine Gutschrift für den Monat Dezember.
„Auch die geplanten Entlastungen durch die Preisbremsen werden wir selbstverständlich an unsere Kunden weitergeben. An den entsprechenden Systemumstellungen arbeiten wir intensiv und werden zum gegebenen Zeitpunkt informieren“, berichtet der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Beratung erfordert Terminbuchung

Die Stadtwerke-Kundenberater informieren nach vorheriger Terminbuchung im persönlichen Gespräch im Kundencenter am Ostring:

  • Für die telefonische Beratung haben die Stadtwerke die zusätzliche Rufnummer 0234/960-3939 eingerichtet. Dort ist eine Beratung montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und samstags von 8 bis 17 Uhr möglich. Wartezeiten sollten aber einkalkuliert werden.
  • Unter www.stadtwerke-bochum.de sind außerdem das Online-Kundencenter, ein Kunden-Chat sowie viele weitere Services verfügbar. Per WhatsApp sind die Stadtwerke unter +49 1573 5986602 erreichbar.
Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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