Frauchen und Herrchen in Sorge
Katzen in Ickern und Umgebung verschwunden

Die 56-Jährige aus Ickern hat Angst um ihre beiden Katzen. Und nicht nur sie. In der Facebook-Gruppe "Vermisste Tiere in Castrop-Rauxel" häufen sich in letzter Zeit die Meldungen über verschwundene Katzen. Viele Frauchen und Herrchen sind besorgt.

Der Tenor: Hier stimmt etwas nicht! Und es steht die Frage im Raum, ob möglicherweise Tierfänger in der Gegend ihr Unwesen treiben. Ob dies tatsächlich der Fall ist, ist offen und nicht bewiesen. Fakt ist, dass in letzter Zeit immer wieder Katzen in Ickern und Umgebung verschwinden. Zum Beispiel am 1. Dezember. "Es handelt sich um einen 13 und einen vier Jahre alten Kater aus einem Haushalt an der Nordstraße. Sie gehen abends raus und kommen immer frühmorgens zurück. Nun werden beide vermisst", berichtet unsere Leserin. Einen Tag später sei eine weitere Katze an der Nordstraße verschwunden. Auch am Kernbrink, an der Ohmstraße oder an der Fürstin-Christine-Straße in Henrichenburg würden Katzen vermisst, nennt die 56-Jährige weitere Beispiele. Das könne kein Zufall mehr sein.

"Auf Situation aufmerksam machen!"
"Ich habe Panik", beschreibt die Ickernerin ihre Gefühlslage. "Meine Katzen lassen sich zwar draußen nicht anfassen, aber sollten wirklich Tierfänger unterwegs sein, finden sie Mittel und Wege, um die Katzen einzufangen."
Sie wolle auf die Situation aufmerksam machen. Und sie hofft, so die Wachsamkeit der Anwohner zu erhöhen.

Das sagt die Polizei
"Unsere Ermittlungen beginnen dann, wenn der Verdacht einer Straftat besteht", erklärt Polizeisprecher Michael Franz auf Stadtanzeiger-Anfrage. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn jemand eine "konkrete Beobachtung macht, dass Leute Katzen 'einsammeln'".

"Ein Märchen"
Eine andere Leserin hält das Ganze wiederum "für ein Märchen, womit man versucht, das Unbegreifliche zu erklären."
In einem ausführlichen Schreiben führt die Leserin unter anderem folgende Punkte an:
- Es ist schwierig, Katzen einzufangen. Tierschützer füttern Katzen über einen längeren Zeitraum an einem festen Ort an und stellen dann Fangkäfige auf – und selbst dann ist es unsicher, ob die Katzen diesen überhaupt betreten. Jeder, der Katzen hat, weiß, wie schwer es sein kann, die eigene Katze in eine Transportbox zu stecken. Eine fremde Person draußen kann dies noch weniger. Es gibt auch keine Duftstoffe oder ähnliches, die es einem leichter machen würden.

- Es würde auch keinen Sinn machen, fremde Hauskatzen zu fangen. Eine erwachsene Hauskatze bekommt man in den Kleinanzeigen teilweise geschenkt und im Tierschutz und auch von privat für wenig Geld. (...)

- Auch Versuchslabore nehmen solche Tiere nicht, da sie eigene Zuchtanlagen besitzen. Solche wild gefangenen Katzen würden sich auch für keine wissenschaftlichen Versuche eignen, da sie eine unbekannte Vorgeschichte und einen unbekannten Gesundheitsstatus haben. Tiere aus dem Labor kennen genau deswegen auch nur dieses – sie wachsen dort nämlich unter kontrollierten Bedingungen auf, um aussagekräftige Daten zu haben.

- Und auch das Fell einer Katze würde sich hier nicht verkaufen lassen. Schon Echtpelz aus gesicherter Herkunft bekommt man nur schwer verkauft. Irgendwelche Felle noch weniger! Ganz zu schweigen davon, dass diese ja auch irgendwo bearbeitet werden müssten. Dafür würden Räumlichkeiten und chemische Substanzen benötigt, was sicherlich auffallen würde.

- Es verschwinden viele Katzen jeden Tag deutschlandweit, weil das Freigängerleben gewisse Gefahren mit sich bringt. Eine Gefahr ist der Straßenverkehr. Da es nun früher dunkel wird, die Sichtverhältnisse aufgrund der Witterung schlechter sind, gibt es mehr Wildunfälle. Ich vermute stark, dass auch ein gewisser Teil der Katzen genauso verunfallt, denn die Ursache für die Unfälle ist ja dieselbe. Katzen sind in der Dämmerung zudem oft besonders aktiv.

- Aus meiner aktiven Tierschutzzeit weiß ich, dass die meisten Katzen, die verschwinden, jüngere unkastrierte Tiere sind. Wenn sie in die Pubertät kommen und geschlechtsreif werden, vergrößern die Kater ihr Revier. Katzen suchen in ihrer Rolligkeit einen passenden Kater. Diese Katzen wandern dadurch schnell ab oder kommen aufgrund der Straßen und der Kämpfe auch schneller ums Leben. Ein aktueller Fall in der Facebook-Gruppe zeigt dieses Dilemma. Eine junge Frau sucht ihre drei Katzen. Alle drei Katzen sind unkastriert und acht Monate alt (werden also jetzt geschlechtsreif oder sind es geworden). Sie wurden von keinem Tierfänger weg gefangen.

"Kastrationspflicht wird benötigt"
Da hat sich jemand schlicht und ergreifend nicht darum gekümmert, dass die Tiere zeitig kastriert werden, und die Katzen suchen sich jetzt einen Kater, um Nachwuchs zu bekommen. Nachwuchs der wieder in unseren Tierheimen landet. Nachwuchs, der wieder mehr Katzenelend bedeutet. Wir benötigen eine Kastrationspflicht! Nur dadurch können wir das Katzen-elend langfristig bekämpfen."

Autor:

Nina Möhlmeier aus Castrop-Rauxel

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