Einsatz am Beckenrand

Die Fachangestellten für Bäderwesen sorgen im Parkbad Nord nicht nur für die Sicherheit der Badegäste, sondern auch für Sauberkeit und Ordnung. Foto: Thiele
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„Bademeister haben einen lauen Job – die Brüder liegen den ganzen Tag auf der faulen Haut neben dem Beckenrand und bewegen sich nur dann, wenn eine ansehnliche Badenixe ihren Weg kreuzt.“ Wirklich? Der Stadtanzeiger wollte es genau wissen und hat nachgefragt.

„Bademeister? So was haben wir hier nicht.“ Ich bin schockiert. Wer passt denn hier im Parkbad Nord auf die vielen Schwimmer auf, darauf, dass nichts passiert? Ein klarer Fall vom Gebrauch falscher Begriffe. Heinz-Robert Schäfer ist nicht Bademeister – darunter versteht man streng genommen einen medizinischen Beruf, bei dem unter anderem Badeheilkunde angewandt wird –, sondern Schwimmmeister. „Es ist ein Beruf, der alles beinhaltet“, erklärt Schäfer.

Denn mit der Beckenaufsicht allein ist es nicht getan. Der Schwimmmeister und sein Team – insgesamt arbeiten sechs Fachangestellte für Bäderwesen unter Schäfers Leitung im Parbad Nord – sind für die Technik ebenso zuständig wie für die Reinigung. Hin und wieder muss an der Kasse ausgeholfen werden. Chlorflaschen müssen gewechselt werden. Und, und, und.

Den ganzen Tag am Becken stehen – „Das ist das, was die Leute denken“, sagt Florian Müller, Fachangestellter für Bäderwesen im Parkbad Nord. „Das sieht keiner, dass wir schon vor dem Betrieb da sind, von morgens bis abends.“ „Den Filter spülen, das Becken reinigen, auch nachts, das sieht keiner“, pflichtet ihm sein Chef bei. Die beiden arbeiten schon lange in dem Beruf. Aus dem Wasser musste Florian Müller zum Glück noch niemanden ziehen: „Toi, toi, toi, in elf Jahren nicht einmal.“ Bei Heinz-Robert Schäfer waren es sechs dieser Einsätze in 30 Jahren. Dass es dabei bleibt, hat mit Routine und Wachsamkeit zu tun. „Es ist Training“, so Schäfer, „man hat es im Blick.“

Dabei nutzen viele Besucher das Bad; in Spitzenzeiten bis zu 3.300 am Tag. Derzeit sind es weniger; vor allem die Kinder schwimmen nicht mehr so oft wie zu früheren Zeiten. Internet, Handy, PC – „Das Freizeitverhalten der Kinder hat sich verschoben“, bedauert Florian Müller.

Für diejenigen, die weiterhin schwimmen gehen, stehen Florian Müller und Heinz-Robert Schäfer stets am Beckenrand und sorgen für die richtigen Rahmenbedingungen. Drei Mal im Monat kontrolliert das Gesundheitsamt das Wasser, das Trinkwasserqualität aufweisen muss. Auch darum betont Florian Müller: „SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Die drei Punkte sind uns sehr wichtig.“

Autor:

Sascha Ruczinski aus Schwelm

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