"Ich bin so was wie die CAS-App auf zwei Beinen"

"Ich bin so was wie die CAS-App auf zwei Beinen", lacht Manfred Herold. Seit 2005 ist er als Stadtteilmanager in Deininghausen aktiv. 2016 wurde er pensioniert, und seither setzt er seine Arbeit auf Minijob-Basis fort. Der Stadtanzeiger sprach mit ihm über seine Tätigkeit, Herausforderungen und Veränderungen.

Ob zugewucherte Wege, hochstehende Pflastersteine oder nicht geleerte Mülltonnen: "Oftmals bin ich auch Ansprechpartner für alltägliche Dinge, die nichts mit Sozialarbeit zu tun haben. Also für all das, was man über die CAS-App melden kann", erklärt Manfred Herold.
Auch in solchen Fällen fungiert er als Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung.
Dass sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert wurde, freut ihn. "Es ist eine gute Sache." Doch es sei klar, dass die anfallende Arbeit mit den wenigen Stunden, die zur Verfügung stünden, nicht abgedeckt werden könne. "Ein Minijob ist da zu wenig! Einmal pro Woche hier zu sein, ist eine starke Einschränkung. Die Regelmäßigkeit geht verloren, die Kontakte zu den Menschen werden weniger."

Herausforderungen gebe es viele in Deininghausen. "Die Integration von Flüchtlingen, Bildung für Kinder ortsnah zu organisieren und das Jugendzentrum zu erhalten", nennt Herold drei prägnante Beispiele. Und es liegt ihm am Herzen, dass auch in Zukunft die Beratung von Frauen mit Migrationshintergrund gewährleistet wird. Eine Gruppe türkischer Frauen kommt jeden Freitag unter der Leitung von Emine Kinac zusammen. Sie steht jedoch auch an anderen Tagen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. "Emine Kinac hat einen Honorarvertrag mit der Stadt. Bisher wurde er aus Mitteln des Bereichs Stadtentwicklung bezahlt. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, weiß man noch nicht", sagt Manfred Herold.

"Weniger Zeit und praktisch kein Geld", beschreibt er die gravierendsten Veränderungen der vergangenen Jahre. Vorbei die Zeiten, in denen dank der "Sozialen Stadt Deininghausen" (2006 bis 2011) Fördermittel flossen. "Ganz ohne Geld geht es bei aller Kreativität nicht."
Ein Projekt der "Sozialen Stadt" war der Stadtteilgarten. Zunächst sei das Engagement groß gewesen. "Mittlerweile ist es dem Einsatz von zwei Leuten zu verdanken, dass der Garten nicht zuwuchert." Helfende Hände seien immens wichtig. "Ohne Ehrenamtliche geht es nicht!" Zudem brauche man einen Ansprechpartner vor Ort und ein Büro als feste Anlaufstelle. "Wir haben Glück, dass wir den 'Treff Punkt' haben", sagt Manfred Herold.
Früher habe es mehr Projekte gegeben. Einige, wie zum Beispiel das Kulturcafé oder das interkulturelle Kochen, konnte man "hin-überretten". Mit dem Familienzentrum habe man einen neuen Träger finden können.

"Es ist dynamisch hier", weiß Manfred Herold. Dinge entwickelten sich aus den Vereinen heraus. So sei beispielsweise durch das Single-Frühstück ein Spielenachmittag entstanden. "Genau so soll es sein. Die Ideen kommen von den Leuten. Das Stadtteilmanagement unterstützt und macht die Verwaltungsarbeit."
"Stadtteilarbeit", so betont er, "ist nicht nur für Deininghausen wichtig."

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