Ein Piks für Alija: 159 Menschen kamen zur Typisierungsaktion der Flüchtlingshilfe

Sonja Catterfeld lässt sich bei der Typisierungsaktion Blut von Heiko Hahn vom DRK abnehmen.
  • Sonja Catterfeld lässt sich bei der Typisierungsaktion Blut von Heiko Hahn vom DRK abnehmen.
  • hochgeladen von Vera Demuth

„Alija will leben!“ 159 Menschen folgten dem Aufruf und kamen am Samstag (11. März) zur Typisierungsaktion der Flüchtlingshilfe Castrop-Rauxel und der DKMS nach Deininghausen. Alle ließen sich Blut abzapfen, um möglicherweise dem dreijährigen Mädchen, das an einer tödlichen Immunkrankheit leidet, oder anderen Erkrankten zu helfen.

Überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Castrop-Rauxeler zeigte sich Alijas Vater, der vor Ort war. Der 25-Jährige ließ sich ebenfalls Blut abnehmen. Zwar kommt er als Spender für seine Tochter nicht in Frage, möchte aber anderen Menschen helfen.
„Wir hatten mit mehr gerechnet“, räumte dagegen Catrin Arends von der Flüchtlingshilfe ein, „aber 159 Menschen mehr in der Datenbank der DKMS sind toll“. Die Organisatoren freuten sich, dass viele Menschen aus dem arabischen Raum an der Aktion teilnahmen, da die Chance größer sei, unter ihnen einen passenden Spender für Alija zu finden.
Seamed Abdulaziz stammt sogar aus derselben Stadt in Syrien wie Alija. Er kam nach Deininghausen, „weil ich Menschen, die eine Krankheit haben, helfen möchte“. Das betonte auch Abdaljalil Alhasan. „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich. Wir sind alle Menschen“, erklärte der Syrer. „Wenn ich ein bisschen Blut abgebe, wird vielleicht ein Mensch gesund.“

Fünf Milliliter Blut

Auch Sonja Catterfeld ließ sich zuerst mit ihren Personendaten registrieren, bevor sie sich die fünf Milliliter Blut abnehmen ließ. „Das war mir schon immer ein Anliegen, und jetzt bot sich die Gelegenheit“, berichtete sie. „Ich bin Arzthelferin in der Onkologie und weiß, wie wichtig es ist, Spender zu haben.“
Markus Baumeister aus Dortmund hatte von seinem Arbeitgeber DSW21 von der Typisierungsaktion erfahren und brachte auch seine Frau mit. „Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr kann man erreichen“, schilderte sie ihre Beweggründe, dem Aufruf zu folgen.
Im Anschluss gab es für alle Spender belegte Brötchen, Muffins, Suppe und Pizza, für die neben ehrenamtlichen Spendern auch der Internationale Bildungs- und Kulturverein für Frauen, die Bäckerei Auffenberg und die Pizzeria Piccolo II gesorgt hatten. Insgesamt unterstützten 70 Helfer über den Tag verteilt die Aktion, darunter Mitarbeiter des DRK und des Evangelischen Krankenhauses.

760 Euro gespendet

Um die Arbeit der DKMS zu unterstützen, stand eine Spendenbox bereit. 760 Euro kamen während der sechsstündigen Typisierungsaktion zusammen. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Die Spendenbereitschaft der Menschen war sehr hoch“, freute sich Catrin Arends. Darüber hinaus spendete die Gelsenwasser AG eine Summe von 500 Euro.
Bis feststeht, ob jemand, der sich am vergangenen Wochenende hat registrieren lassen, für Alija oder einen anderen Patienten als Stammzellen- oder Knochenmarkspender in Frage kommt, dauert es sechs bis acht Wochen. „Dann stehen uns alle Daten in unserer Datenbank zur Verfügung“, erläuterte Nicolai Rosier von der DKMS.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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