Interview mit Dirigent Andreas Spering - Konzert am 23.+24.01.2018

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Wo: Konzerthaus, Brückstraße 20, 44135 Dortmund auf Karte anzeigen

Im 4. Philharmonischen Konzert am 23.+24.01.2018 kehrt ein Bekannter nach Dortmund zurück: Andreas Spering, der 2015 kurzfristig als Dirigent der Dortmunder Philharmoniker eingesprungen war. Dieses Mal läuft es entspannter. Wir haben mit ihm schon einmal über das anstehende Konzert gesprochen…


Malte Wasem: Lieber Herr Spering, Sie dirigieren im Januar das 4. Philharmonische Konzert der Dortmunder Philharmoniker. Das letzte Mal sind sie hier vor zwei Jahren relativ kurzfristig als Dirigent eingesprungen. Was haben Sie daran für Erinnerungen?

Andreas Spering: Wie jeder Einspringer war auch dieses Konzert besonders aufregend. Ich fand das Orchester damals unglaublich kooperativ und von ausgesprochen hoher Qualität. Deshalb freue ich mich wahnsinnig, zurückzukehren! Das Konzerthaus ist einer der besten Säle, den ich in Deutschland kenne. Und da ich selbst in Essen studiert habe, ist mir Dortmund von je her außerordentlich nah und sympathisch gewesen.

MW: „schicksals_mächte“ sind der rote Faden in dem Programm. Abschluss ist die vielleicht bekannteste Sinfonie überhaupt: Beethovens Fünfte. Ganz ehrlich: sind Sie als Dirigent nicht gelangweilt, wenn Sie dieses Stück zum hundertsten Mal dirigieren?

AS: Nein, eher ganz im Gegenteil! Ein solches bekanntes Werk ist immer eine besondere Freude und Herausforderung. Zumal ich es selbst erst einige Male dirigiert habe. Es ist wie so häufig bei den bekanntesten Werken: Sie erscheinen viel seltener auf den Spielplänen, als man es vermuten würde. Oder wann haben Sie zum letzten Mal die kleine Nachtmusik live gehört?

MW: Da müsste ich jetzt tatsächlich lange überlegen. Aber das Orchester hat Beethovens Fünfte natürlich schon viele Male gespielt. Wie schafft man es da, dass eine Aufführung wieder wie eine ganz neue klingt?

AS: Gerade das ist natürlich die besondere Herausforderung. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass diese unglaublichen Meisterwerke uns jedes Mal etwas komplett Neues zu sagen haben, dass wir vorher noch überhaupt nicht entdeckt hatten. Das müssen wir gemeinsam in den Proben finden.

MW: Zu Beginn des Konzerts erklingt eine Uraufführung: „Le suicide beau“ von Frank Zabel. Diese Musik hingegen hat noch niemand gehört. Was können Sie uns in wenigen Sätzen über diese Musik verraten?

AS: Sie ist ungemein farbig und abwechslungsreich. Ich kann es kaum erwarten, bis ich den Eindruck, den ich jetzt beim Partiturstudium gewonnen habe, auch an der Wirklichkeit messen kann. Ich finde gerade den Schlussteil mit seinem allmählichen Verdämmern ungeheuer eindrucksvoll.

MW: Wie arbeiten Sie, wenn Sie sich mit einem neuen Werk vertraut machen?

AS: Vor allem durch immerwährendes Lesen des Werkes. Gerade bei neuer Musik bleibt am Anfang vieles unklar oder schwierig. Aber das klärt sich, je mehr man sich bei einem guten Stück in die Partitur vertieft. Und zudem habe ich mich mit dem Gedicht von Stéphane Mallarmé auseinander gesetzt, dass die Grundlage für das Werk ist. Das wäre ja nahezu fahrlässig und würde von einer unglaublichen Ignoranz zeugen, wenn ich das nicht tun würde.

MW: Das dritte Werk in diesem Konzert ist Mozarts Klavierkonzert c-Moll KV 491. Ein Klavierkonzert von Mozart in Moll – das ist zumindest ungewöhnlich, oder?

Ja, mit Ausnahme des Schwesterwerks in d Moll KV 466 ist es Mozarts einziges Konzert in Moll. Die Musik ist zugleich nervös und unruhig, aber auch vertraut, innig und intim. Wie in so vielen Werke von Mozart ist die gesamte Palette an Farben und Gefühlen abgebildet. Hier liegt der Fokus dann stark auf den nervösen und dramatischen Affekten. Das ist wirklich eine sehr spannende, einzigartige Musik!

Vielen Dank für das Gespräch, wir freuen uns sehr auf die gemeinsamen Konzerte!

PROGRAMM:

Frank Zabel (*1968)
„Le suicide beau”,
Poem pour orchestre d’après Stéphane Mallarmé
(Uraufführung)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756—1791)
Klavierkonzert c-Moll KV 491

Ludwig van Beethoven (1770—1827)
5. Sinfonie c-Moll op. 67

Andreas Spering, Dirigent
Alexej Gorlatch, Klavier
Dortmunder Philharmoniker

…………..

Termine:

23.+24.01.2018, 20 Uhr, Konzerthaus Dortmund, 19.15 Uhr Einführung

Karten kosten zwischen 19 und 42 Euro, erhältlich an der Theaterkasse im Opernhaus, unter Tel: 0231-50 27222 oder www.tdo.li/philko4

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