Dortmunder Philharmoniker - 3. Philharmonisches Konzert
Pianist Gerhard Oppitz im Interview

Am 13.+14.11.2018 tritt der Pianist Gerhard Oppitz zusammeen mit den Dortmunder Philharmonikern im Konzerthaus auf. Vor seinem großen Auftritt hat er uns einige Fragen beantwortet...

Lieber Herr Oppitz, im 3. Philharmonischen Konzert ersetzen Sie den erkrankten Radu Lupu – der Ihnen nicht nur ein Kollege, sondern auch ein Freund ist.

Nachdem ich meinen großartigen Kollegen Radu Lupu sehr verehre und mit ihm seit langer Zeit freundschaftlich verbunden bin, habe ich mich gerne dafür entschieden, seine Aufgabe zu übernehmen. Darüber hinaus freue ich mich auch sehr darauf, mit dem 3. Klavierkonzert von Bartók an die lange Reihe von Konzerten anzuknüpfen, die ich im Verlauf der vergangenen 20 Jahre zusammen mit Gabriel Feltz gestalten durfte.

Lehnen Sie solche Anfragen für einen sogenannten Einspringer auch schon einmal ab, weil Sie denken: „Das ist jetzt einfach zu knapp“?

Ganz kurzfristige Anfragen konnte ich meistens nicht zusagen, weil ich mir zwischen all den ohnehin geplanten Konzerten immer noch ausreichend viel Zeit zum Vorbereiten der jeweiligen Programme frei halten wollte. Außerdem konnte ich nicht immer die vorgesehen Werke auf die Schnelle aufführungsreif reanimieren. Aber in Dortmund habe ich meine Mitwirkung ja schon zwei Monate vor den geplanten Terminen zugesagt. Somit habe ich mehr als genügend Zeit, um neben meinen sonstigen Projekten die Aufführungen vorzubereiten.

Sie haben das Klavierkonzert von Bartók ja schon lange im Repertoire. Was macht dieses Werk für Sie besonders?

Das dritte Konzert von Bartók habe ich seit meinen ersten Aufführungen 1978 in Berlin und Marseille immer wieder gerne gespielt. Im Vergleich zu den beiden früheren Klavierkonzerten fand Bartók im Dritten den Weg zurück zur Poesie und zu Konzentration auf das Wesentliche. Das geht hin zu der tief berührenden Aussagekraft, die seinen spätsommerlich-herbstlich anmutenden Altersstil kennzeichnet. Auf die hochkomplizierten und hochkomplexen Verläufe der früheren Werke verzichtete er, zugunsten einer zu Herzen gehenden, eher unaufgeregten lyrischen Einfachheit und Klarheit der Klangsprache.

Haben Sie in diesem Konzert eigentlich eine besondere Lieblingsstelle? Etwas, worauf Sie das Publikum schon vorher hinweisen wollen?

Für mich ist seit jeher der zweite Satz der Höhepunkt, mit den ruhigen, kontemplativen Dialogen zwischen Orchester und Soloinstrument. Dazu das Nachtmusik-Intermezzo als Mittelteil, in dem nächtliche Atmosphäre und magische Klänge der Natur evoziert werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere Zuhörer in Dortmund dieser großartige Satz eindringlich berühren wird, bevor dann im Finale Freude am Spielerischen und Tänzerischen dominiert.

Zuletzt waren Sie ja vor sechs Jahren Residenzkünstler bei den Philharmonikern: Welche Erinnerung haben Sie an das Orchester, die Stadt und den Saal?

Gerne denke ich zurück an die Aufführungen von vier Klavierkonzerten Beethovens, seinerzeit mit dem von mir hochgeschätzten Dirigenten Jac van Stehen. Meine Vorfreude auf die Wiederbegegnung mit den Philharmoniker-Virtuosinnen und –Virtuosen ist groß! Sie waren für mich vor sechs Jahren hervorragende Partner, die ihre Fähigkeiten in bewundernswerter Weise in das gemeinsame Wirken einbrachten. Dortmund hat hinsichtlich des Stadtbilds und des gesellschaftlichen Lebens im Vergleich zu meinen Eindrücken aus den sechziger und siebziger Jahren viele Pluspunkte hinzugewonnen, und das Konzerthaus sehe ich als Glanzpunkt, als einen der weltweit am besten gelungenen Konzertsäle der neueren Zeit.

Das Gespräch führte Konzertdramaturg Malte Wasem.

Infos und Tickets zu den beiden Konzerten: www.tdo.li/philko3

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