Riesiges Hakenkreuz im Maisfeld - Stadt geht gegen Rechte vor

Gegen Rechtsextremismus stellt die Stadt jetzt einen Aktionsplan auf.
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  • hochgeladen von Antje Geiß

Um Hinweise bittet die Polizei, nachdem Unbekannte ein 30 x 30 m großes Hakenkreuz in ein Maisfeld an der Friedrich-Hölscher-Straße getreten und geschnitten haben. Ein Hubschrauber-Pilot entdeckte es im Anflug auf den
Dortmunder Flughafen am Montag (17.) gegen 16 Uhr. Die Polizei vermutet, dass die Täter in der Nacht von Sonntag auf Montag zur Tat geschritten sind. Beamte der Polizeifliegerstaffel Dortmund überprüften den Hinweis, fertigten zur Beweissicherung Luftbilder und leiteten die Informationen an den Staatsschutz weiter. Das Hakenkreuz, war sowohl als Symbol, als auch in der Größe von der Straße von einer normalen Sichthöhe aus nicht erkennbar.
Lediglich die Ansicht aus der Luft ließ Rückschlüsse auf die Form und
die Größe zu. Beamte der Dortmunder Einsatzhundertschaft ebneten in Absprache mit dem Landwirt die betroffene Fläche am Dienstag ein.
Der Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole und Sachbeschädigung aufgenommen.
Hinweise nimmt der Kiminaldauerdienst unter der Rufnummer 0231 - 132-7491 entgegen.
Der „Dortmunder Aktionsplan gegen Rechtsextremismus“ ist erstellt. Nachdem sich der Verwaltungsvorstand damit befasste, wird er dem Rat der Stadt im November zur Beschlussfassung vorgelegt. Basierend auf der Analyse der Rechten Szene in Dortmund, durchgeführt vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, ist ein umfassendes städtisches Handlungskonzept für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Dortmund erarbeitet worden.

In fünf Handlungsfeldern werden die Problemlagen benannt, Ziele festgelegt und ein entsprechender Maßnahmenkatalog entwickelt. Die Handlungsfelder sind der Bereich des „organisierten Rechtsextremismus in Dortmund“, die „Information und Aktivierung der Stadtgesellschaft“, „Institutionen und Akteursnetzwerke“ sowie „Stadtteilarbeit“ und „Schutz und Hilfe für von rechtsextremer Gewalt bedrohte und betroffene Menschen“.
Der Maßnahmekatalog bündelt zum einen die bestehenden Maßnahmen gegen Rechtsextremismus in der Stadt. Darüber hinaus beinhaltet er neu entwickelte gezielte Angeboten und Präventionsmaßnahmen.

Das Spektrum reicht von Beratungsangeboten für Jugendliche, Eltern und Pädagogen über die verstärkte Vernetzung und Unterstützung von Initiativen und Gruppen vor Ort bis hin zu verstärkten Aktionen im öffentlichen Raum.
So wird derzeit eine Beratungsstelle für Menschen, die von rechter Gewalt bedroht oder betroffen sind, aufgebaut. Sie wird gemeinsam mit dem Verein „Exit“ Aussteigerangebote entwickeln.

Der Aktionsplan ist Grundlage für die Aufnahme der Stadt Dortmund in das Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenzen stärken“. Hierdurch können, über die städtischen Finanzmittel hinaus, auch weitere Gelder für Projekte und Maßnahmen von Gruppen, Vereinen und Initiativen der Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt werden.

Bei der Entstehung des Plans sind die Akteure, die gegen Rechtsextremismus tätig sind, in einem intensiven Partizipationsprozess einbezogen worden. Der Prozess wurde mit Hilfe von gemeinsamen Workshops organisiert, in denen konstruktiv und zielgerichtet die Handlungs- und Problemfelder im Kampf gegen Rechtsextremismus festgelegt wurden.
Der Aktionsplan soll in den kommenden Jahren unter starker Beteiligung der Zivilgesellschaft analog der gesellschaftlichen Weiterentwicklungen fortgeschrieben werden.

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