Dortmund plant Behelfskrankenhaus mit 1000 Betten
Stadt benennt drei Corona-Schwerpunkt-Kliniken

Über die Beethovenstraße erreichbar, werden im Diagnosezentrum am Klinikum Nord, einem von drei Dortmunder Schwerpunkt-Krankenhäusern zur Behandlung von Coronavirus-Patienten, Tests durchgeführt und Erkrankte weiter in die benötigte Behandlung geleitet.
  • Über die Beethovenstraße erreichbar, werden im Diagnosezentrum am Klinikum Nord, einem von drei Dortmunder Schwerpunkt-Krankenhäusern zur Behandlung von Coronavirus-Patienten, Tests durchgeführt und Erkrankte weiter in die benötigte Behandlung geleitet.
  • Foto: Schmitz
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Auch wenn es in Dortmund aktuell nur 170 bestätigte Corona-Fälle gibt, plant die Stadt Behelfskrankenhäuser mit bis zu 1.000 Betten und benannte nur neben dem Klinikum und dem Knappschaftkrankenhaus aus drittes Schwerpunktklinik das Johannes Hospital. 

Wenn eine größerer Anzahl von Menschen mit dem Virus auftreten sollte nehmen zwei Kliniken diese Patienten auf. Nach Anlaufschwierigkeiten läuft die neue Diagnose-Stelle am Klinikum Nord für  gehfähige Menschen und für Menschen mit Behandlungsbedarf gut an, Kassenärzte helfen dort,", berichtet Gesundheitsamtleiter Dr. Frank Renken von der aktuellen Lage in Dortmund.

Ausbau auf 200 Beatmungsbetten

Die neue Diagnose-Stelle soll in eine Sichtungsstelle übergehen, wenn es mehr schwer Erkrankte werden, so dass Zuweisung strukturiert verlaufen. Im Klinikum, dem Klinikum Westfalen und als drittes mit dem  Johannes Hospital sollen als Schwerpunkt für Coronavirus-Kranke 760 Betten zur Verfügung stehen. "100 Betten davon beatmet, weitere Geräte sind bei der Bundesregierung beantragt. Das ist schon passiert. Mit der Belieferung wären die Krankenhäuser in der Lage dies bis auf 200 Betten auszubauen", erläutert Renken die weitere Planung. Zur Vorbereitung auf einen schweren Verlaufsfall, wovon der Mediziner derzeit nicht ausgeht, sei die Feuerwehr beauftragt, Behelfskrankenhäuser zu planen mit weiteren 1000 Betten. Die Planung sei angelaufen, werde  aber das wird nicht von heute auf morgen passieren.

Behelfs-Klinik mit 1000 Betten geplant

In Traglufthallen könnten die Behelfskrankenhäuser nicht aufgebaut werden, wegen technischer Probleme, die Feuerwehr prüfe, in den Westfalenhallen oder in großen Sporthallen eine Lösung aufzubauen wie damals, als es sehr viele Flüchtlinge nach Dortmund kamen. Es gehe nicht nur darum, dort oder in derzeit nicht genutzten Schulen Räume aufzubauen., auch die  Essensversogung und alles, was im Krankenhaus üblich sei müsse mit bedacht werden, von Betten, über die  personelle Infrastruktur, Utensilien, Nachschub bis zur Belieferung. "Das ist ein Riesenwust, der beplant werden muss", sieht der Leiter des Gesundheitsamtes dies als Marathonaufgabe.

Andere Kliniken entlasten

Andere Kliniken sollen zukünftig die Schwerpunkt-Kliniken mit der Übernahme von anderen Patienten entlasten. Das führe dazu, dass nicht alle Krankenhäuser ihre Betten füllen und dafür habe Bundesregierung Hilfen angekündigt. "Wir haben gute Planungsgrundlage und sind gut aufgestellt", "Wir dringen darauf, dass auch in der Region ähnliche Vorkehrungen getroffen werden, wir haben schon viele Tote im Land, es eskaliert sehr schnell und das haben wir schon vor Wochen gesagt. Wir würden uns wünschen, dass unsere Betrachtung von anderen auch geteilt wird, sonst kommt es zu schwierigen Entscheidungen irgendwann: Wer kommt in die Betten?", mahnt Ullrich Sierau und fügt hinzu: "Dass muss allen anderen klar sein, dass sie auch in der Verantwortung sind und nicht der Gedanken, wir brauchen für Infrastruktur nicht zu sorgen.
  

Patienten auf der Intensivstation

Derzeit wird ein Coronapatient mehr einer Dortmunder Intensivstation behandelt als gestern, ein weiterer aus Castrop und einer aus Unna . Noch liege man in Dortmund weit darunter, dass bis zu 20 Prozent der Erkrankten im Krankenhaus  behandelt werden müssten. "Nun ist es so, dass wir langsam aus der Inkubationszeit herauswachsen. Am 28. wären wir aus dem Bereich heraus", rechnet Dr. Renken vor. Wenn weiter risikobezogen getestet werde und die Gruppe immer kleiner werde, seien es auch seltener positive Testergebnmisse,  "und wir haben abnehmende Fallzahlen", so der Mediziner angesichts der Rückkehrer aus Risikogebieten.

Neue Teststrategie

Doch das System sei nicht lückenlos, es habe vielfältige Kontakte gegeben. "Wir wollen wissen ob es neben der Gruppe derer, die wir suchen, auch eine Gruppe gibt, die sich unerkannt angesteckt hat", kündigt der Gesundheitsamtsleiter in den nächsten zwei Wochen eine neue Teststrategie an, die auch alle gelte, die symptomatisch sind. Aber eines sei wichtig: "Wir bleiben dabei, dass der, der sich gesund fühlt, weiterhin nicht untersucht wird", so Frank Renken.  
Und zum Thema Tests und Nachbarstädte sagt Ullrich Sierau: "Bei Abstrichen haben wir gesehen, die Menschen kamen auch aus Nachbarstädten , weil es in ihren Städten nicht gemacht wird, das ist eine Vorstufe. Ich hoffe wir kommen nicht in die Situation zu entscheiden, wer ins Beatmungsbett kommt, der Dortmunder, der Lüner oder der Castroper."

Anstieg ausgebremst

Sicher ist der Oberbürgermeister, dass die eingeleiteten Maßnahmen wirken, der steile Anstieg sei etwas ausgebremst. Sierau: "Das ist schön und wichtig, damit genügend Infrastruktur da ist für die, die behandelt werden müssen."
Für Schutzmaterial habe die Stadt schnell Lagerkapazitäten zur Verfügung gestellt,  Masken, Desinfektionsmittel und mehr. "Jetzt warten wir auf die Anlieferung. Von vielen Stellen haben uns Hinweise erreichen, dass es langsam knapp wird", berichtet die Leiterin des Dortmunder Krisenstabes, Dezernentin Birgit Zoerner.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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