Wie steht es um die Kita-Plätze?

Obwohl die Zahl der Betreuungsplätze in den Dortmunder Kindergärten, hier der Jacobus-Kindergarten, gesteigert werden konnte, fehlt es besonders an U-Drei-Plätzen. | Foto: Archiv
  • Obwohl die Zahl der Betreuungsplätze in den Dortmunder Kindergärten, hier der Jacobus-Kindergarten, gesteigert werden konnte, fehlt es besonders an U-Drei-Plätzen.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Lokalkompass Dortmund-City

Im Laufe des kommenden Kindergartenjahres 2013/2014 ist nach derzeitigem Stand die Inbetriebnahme von 21 neuen Tageseinrichtungen für Kinder und die Erweiterung von drei Fabido-Anmietungen geplant. Davon sollen zwölf Kitas den Betrieb im laufenden Jahr und neun im nächsten Jahr bis spätestens Juli 2014 aufnehmen. Die Plätze in der Kindertagespflege für U3-Kinder wurden weiter um 345 Plätze ausgebaut.

Insgesamt werden dann voraussichtlich 4831 Plätze für Kinder unter drei Jahren in Tageseinrichtungen für Kinder und der Kindertagespflege zur Verfügung stehen. Dies entspricht bei aktuell 14746 Kindern unter drei Jahren einer Versorgungsquote von 32,8 Prozent. Im Vergleich dazu lag die Versorgungsquote zum 31. Dezember 2012 noch bei 22,6 Prozent.
Die Ganztagsplätze für Kinder ab drei Jahren werden auf 44,4 Prozent ausgebaut. Der notwendige Ausbau der Plätze stellt eine enorme Herausforderung für die Stadt und die Träger der Betreuungsangebote dar. In Dortmund wird mit einem Planungsziel von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren geplant.

60 % der zweijährigen werden versorgt

Bei Realisierung aller Planungen für das Kindergartenjahr 2013/2014 können in Dortmund zirka fünf Prozent der unter einjährigen Kinder, zirka 33 Prozent der Einjährigen und rund 60 Prozent der Zweijährigen versorgt werden.
Die Stadt schließt sich ausdrücklich den Forderungen der kommunalen Spitzenverbände nach der Mitverantwortung des Bundes und der Länder bei der Realisierung unbürokratischer Übergangsregelungen zur Schaffung zusätzlicher Plätze, für eine weitergehende finanzielle Beteiligung an den Investitions- und Betriebskosten für den steigenden Bedarf und an möglichen Schadensersatzansprüchen von Eltern an.

Platzsuche wird im Jugendamt koordiniert

Um den Dortmunder Familien, die im Rahmen der Platzvergabe der Träger keinen Betreuungsplatz erhalten haben, ein Unterstützungsangebot bei der Platzsuche machen zu können, soll im Jugendamt eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden.
Hier wird den Familien eine zentrale Anlaufstelle geboten, die ihre Anliegen aufnimmt, sie umfassend berät und bei der Platzsuche nach Möglichkeit unterstützt oder zeitnahe Betreuungsperspektiven in neuen Angeboten eröffnen kann.

Dortmunder Weg zu mehr Plätzen

Der "Dortmunder Weg" soll zu mehr Kita-Plätzen führen:
Investoren bauen, freie Träger betreiben dann die neuen Kitas. Sie sollen in der Regel im sogenannten Investorenmodell errichtet und durch freie Träger angemietet und betrieben werden.
Dies bedeutet, dass Investoren entweder auf eigenen Grundstücken und durch Umbauten von eigenen Bestandsimmobilien neue Tageseinrichtungen für Kinder errichten oder auf zu erwerbenden städtischen Grundstücken neue Tageseinrichtungen für Kinder bauen und langfristig an freie Träger vermieten.
Hierdurch werden eigene größere städtische Investitionen vermieden, die im Rahmen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt bei einer Eigenerstellung entstünden.

Bislang konnten insgesamt 15.454 710 Euro Investitionskostenzuschüsse des Bundes und des Landes für Maßnahmen der Dortmunder Träger zur Schaffung von Plätzen für Kinder unter drei Jahren bewilligt werden. Insgesamt 7.151.676 Euro investive Fördermittel des Bundes und des Landes stehen für Dortmund derzeit noch zur Verfügung.

Die beantragten Bundesmittel betragen 1.946 027 Euro, noch zur Verfügung stehen Landesmittel in Höhe von 5.205 649 Euro.
Nachdem die vorherige Landesregierung die Konnexitätsrelevanz des U3-Ausbaus nach dem Kinderförderungsgesetz (KiföG) nicht anerkennen wollte, haben verschiedene Kommunen, unter anderem auch die Stadt Dortmund, erfolgreich vor dem Landesverfassungsgericht mit Urteil in 2010 geklagt.

Im November 2012 hat der Landtag das Belastungsausgleichsgesetz beschlossen. Hiernach wurden an die Stadt Dortmund für die beiden letzten Kindergartenjahre folgende Einmalzahlungen geleistet: 1.753 905 Euro für die Jahre 2011/2012, 4.170 396 Euro für 2012/2013.
Für das kommende Kindergartenjahr 2013/2014 ist nach den aktuellen Planungen mit einem Kostenausgleich in Höhe von voraussichtlich über sechs Millionen Euro zu rechnen.

Durch den Ausbau der Betreuungsangebote kommt es in den kommenden Jahren zu einem erheblichen Mehrbedarf an Fachkräften. Vollzeitverrechnet ist allein in Dortmund mit einem Mehrbedarf von über 500 Fachkräften zu rechnen. Zur zusätzlichen Gewinnung von Fachkräften sind in Dortmund zurzeit sechs verschiedene Maßnahmen für die Qualifizierung von rund 150 Teilnehmern geplant.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.