"Blaumann-Jobs täten uns gut"

Länger als sonst waren die Schlangen in der Agentur für Arbeit an der Steinstraße.
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  • Foto: Archiv / Schmitz
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Das Jahresende ist zufriedenstellend, zieht die Chefin der Dortmunder Agentur für Arbeit Bilanz und blickt voraus auf die Chancen für Arbeitssuchende 2013.
„Mit einer leichten Senkung auf 12,7 Prozent zeigt die Arbeitslosenquote einen positiven Trend gegenüber dem in NRW“, freut sich Astrid Neese über einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Jahresende. 36  370 Dortmunder waren Ende Dezember in der Agentur arbeitslos gemeldet. 15 Betriebe haben saisonbedingt Kurzarbeit angezeigt.

Firmen stellen zögerlich ein >/b>

Zögerlich seinen die Unternehmen 2012 mit Einstellungen gewesen. „Doch wenn man die Rahmenbedingungen berücksichtigt“, ist das noch ein zufriedenstellendes Ergebnis“, meint die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit. Was Dortmund fehle, seien Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe. „Blaumann-Arbeitsplätze würden uns gut tun“, sagt sie. Gut aufgestellt ist Dortmund für Arbeitssuchende, die Jobs im Handel, bei Dienstleistern, im Gesundheitsbereich oder in der Pflegebranche suchten.
Gerade durch die neue Thier-Galerie sei die Zahl der versicherungspflichtigen Beschäftigten in Dortmund gestiegen. Außerdem ist 2012 der Anteil der Zeitarbeit von rund 4 auf 2,8 Prozent gefallen.
Im Schnitt konnte die Agentur Arbeitssuchenden rund 4000 offene Stellen im Monat anbieten. Als gefragt habe sich der neue Job-Point im BIZ erwiesen. Da Dienstleistungs- und Verlaufskräfte sowie auch Pfleger und Hotel- und Gaststättenpersonal besonders gefragt waren, will die Agentur weiter stark auf Qualifizierung setzen. Nur 15 642 offenen Stellen - ein Fünftel weniger als im Jahr zuvor - wurden der Agentur 2012 gemeldet.
Gute Chancen auf dem Arbeitmarkt haben Mechaniker, Elektroniker, Krankenpfleger und Erzieher schnell eine Stelle zu finden.

Qualifizierungen zum Erzieher laufen schon

„Da noch für letzteres die gesetzlichen Voraussetzungen für Umschulungen fehlen, bieten wir über Träger Qualifizierungen an“, kündigt Astrid Neese dazu eine Info-Veranstaltung in der Agentur am 6. Februar an. „Das Interesse ist stark, da der Beruf des Erziehers für viele eine krisensichere Perspektive bietet. Einige der 12-monatigen Ausbildungen, denen eine externe Prüfung folgt, laufen bereits, eine Altersgrenze gibt es nicht.
Doch was die Chefin der Agentur für Arbeit besonders umtreibt, ist die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit angesichts des bevorstehenden doppelten Abi-Jahrgangs: „Sie stieg um 12,9 Prozent auf 3571. Und wir rechnen mit einem Plus von 1400 Schulabgängern.“ Zwar sei der Trend zum Studium gestiegen, doch müsse für alle, die nicht sofort das Passende finden, eine Übergangslösung her.
„Wir brauchen die Jugend dringend“, appelliert sie an Ausbilder, jungen Leuten eine Chance zu geben. So sei aus der jungen Alleinerziehenden nach dem Langzeitpraktikum in der Arztpraxis eine zuverlässige angehende Zahnarzthelferin geworden.
Um gerade auch Menschen, die Schwierigkeiten haben einen Job zu finden, zu helfen, wird die Agentur trotz Sparplänen ein neues Inga-Team schaffen. „Je besser die Betreuung, desto besser die Vermittlung“, weiß Neese. Das neue Team aus erfahrenen Kräften wird Betroffenen noch stärker helfen und noch mehr Betreuung und Unterstützung bieten.
Im Jobcenter Dortmund waren 2012 im Schnitt über 30 700 Langzeitarbeitslose gemeldet. Das sind rund 1100 Dortmunder mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der jungen Langzeitarbeitslosen nahm zu: von 15 522 auf 16 061.
Da immer mehr Fachkräfte gefragt sind, rät Astrid Neese Unternehmen mehrgleisig zu fahren. „Neben der Ausbildung eigener Nachwuchskräfte, bieten wir maßgeschneidert Unterstützung an- und ungelernte bewerber gezielt zu Qualifizieren und Ältere sowie Menschen mir Handycaps einzuarbeiten.

Bilanz und Ausblick

Von der dümpelnden Konjunktur waren alle Gruppen des Arbeitmarktes betroffen.
Die Bewältigung der europäischen Schuldenkrise bleibt bestimmend für den Arbeitsmarkt.
Nach der Kürzung der Mittel für arbeitsmarktpolitische Leistungen verzeichnet das Jobcenter 2012 eine Zunahme auf durchschnittlich 30 766 Langzeitarbeitslose.
Bei Gebäudereinigern, Fachinformatikern, Pflegekräften, Heizung und Klimatechnik sind Fachkräfte gefragt.

Länger als sonst waren die Schlangen in der Agentur für Arbeit an der Steinstraße.
"Der Arbeitsmarkt ist im schwierigen Umfeld noch weitestgehend stabil", sagt Astrid Neese, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit.

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