Café der Hoffnung

V.l: Birgit Jörder, Daniela Schneckenburger, Ludwig Jörder, Fatma Karacakurtoglu, Viktor Kidess und Aysun Tekin bei der Eröffnung des Cafés.
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  • V.l: Birgit Jörder, Daniela Schneckenburger, Ludwig Jörder, Fatma Karacakurtoglu, Viktor Kidess und Aysun Tekin bei der Eröffnung des Cafés.
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Manchmal wird der geplante Alltag von außergewöhnlichen Ereignissen einfach überholt. Als das Dietrich-Keuning-Haus im September 2015 unversehens zur Drehscheibe für Flüchtlinge wurde, entstanden hier die ersten Strukturen für eine geordnete Unterstützung von Geflüchteten.

Die Realität hatte schon vorweg genommen, was jetzt auch offiziell realisiert wurde: Mit dem Café of Hope gibt es nun eine Einrichtung im Keuning-Haus, die nicht nur Flüchtlinge und freiwillige Helfer zusammenbringt. Das Café, das in Zusammenarbeit mit dem in Gründung befindlichen Verein „Train of Hope“ im Keuning-Haus betrieben wird, bietet neben der ganz allgemeinen Möglichkeit zur Begegnung auch spezielle Angebote (s. Info-Kasten) für Flüchtlinge.

„Die Tage im September waren bereits die ersten Schritte ins Leben für dieses Café, das wir heute eröffnen können“, erklärte Viktor Kidess, der Leiter des Keuning-Hauses. „Damals konnten wir bereits erste Erfahrungen sammeln. Aus unserer jahrelangen Arbeit wissen wir natürlich, dass die Nordstadt das Thema Integration beherrscht.“

In Kooperation mit der Volkshochschule will die Vorsitzende des Vereins Train of Hope, Fatma Karacakurtoglu, zum Beispiel Sprachkurse anbieten.
Der Verein Train of Hope ist quasi im September im Keuning-Haus entstanden: „Wir haben hier unsere Wurzel, haben hier zusammen gearbeitet, als die vielen Flüchtlinge ankamen“, erinnert sich Fatma Karacakurtoglu an die Tage im vergangenen September.
Das Café ist ein wichtiger Ort der Begegnung, für Austausch und Informationen“, sagte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger, und das in einer Zeit, in der es gar nicht genug Begenungen geben kann.

Für den „jungen“ Stadtbezirk Innenstadt-Nord mit vielen Kindern und Jugendlichen bedeute das aber auch, dass die Betreuungsplätze für Kinder noch erheblich aufgebaut werden müssten, so Schneckenburger.

Auch der Bezirksbürgermeister der Innenstadt-Nord. Ludwig Jörder, wies darauf hin, dass das Café schon seit einigen Wochen ohne Probleme läuft. „Wir sind ein Stadtteil des Ankommens, das sind wir gerne, und das klappt bei uns auch sehr gut.“

Für einen besonders emotionalen Moment bei der Eröffnung des Café sorgte der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Andreas Gruhn. Gemeinsam mit einer Gruppe von jugendlichen Flüchtlingen erarbeitet der Regisseur derzeit ein Theaterstück, das am 3. Juni Premiere hat und möglichst auch im Keuning-Haus aufgeführt werden soll. Rund 15 junge Männer sangen im Café auf Deutsch das berühmte Anti-Kriegslied „Sag mir, wo die Blumen sind“ und rührte mit diesem Beitrag verschiedene Gäste zu Tränen.

Aysun Tekin ist die Vorsitzende des Intergrationsrates der Stadt Dortmund. Wie schätzt sie die derzeitige Lage der Flüchtlinge in Dortmund ein?

1.Kann Dortmund mit seiner Willkommenskultur zufrieden sein?

Es ist großartig und erstaunlich, wie schnell das gegangen ist, wie viele Menschen sich in so kurzer Zeit eingebracht haben und sich beispielsweise über die sozialen Medien zur Hilfe organisieren.

2. Wo hakt es noch bei der Umsetzung?

Dortmund als Kommune hat in kurzer Zeit sehr viel geschafft. Leider kommen die Vorgänge und besonders die finanziellen Hilfen vom Land nicht in Gang. Das könnte wesentlich schneller gehen. Außerdem brauchen wir mehr Sprach- und Intergrationskurse.

3. Nicht jeder kann ehrenamtlich helfen und sich engagieren. Was gibt es noch für Hilfsmöglichkeiten?

Mann muss nicht ehrenamtlich tätig sein, um zu helfen. Jeder aber kann das Gespräch mit Flüchtlingen suchen, einfach mal in das Café gehen und ins Gespräch kommen, das hilft beiden Seiten.

Hilfsangebote des Cafés:

 Dienstags von 15 bis 17 Uhr gibt es Beratung und Begleitungsangebote zu den Themen Sozialamt, JobCenter und Ausländerbehörde
 Mittwochs von 10.30 bis 12.30 Uhr wird eine Sozialberatung angeboten
 Donnerstags von 17 bis 20 Uhr wird eine Spieleabend angeboten
 Alle 14 Tage samstags wird vom Verein Train of Hope gemeinsames Kochen mit Jugendlichen angeboten
 Jeden letzten Donnerstag von 12 bis 15 Uhr gibt es eine Anerkennungsberatung
 Das Café of Hope im Dietrich-Keuning-Haus. Leopoldstr. 50-58 ist dienstags bis samstags von 10-20 Uhr geöffnet. Während der Öffnungszeiten sind zweisprachige Helfer vor Ort. Außerdem gibt es einen mehrsprachigen Flyer mit Infos.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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