OWIIIa
Das Märchen von der Hellweg-Entlastung

Die großen Parteien von CDU und SPD behaupten seit Jahrzehnten, dass die Fortführung der OWIIIa (L663n oder auch Brackeler Straße genannt) über Asseln und Wickede hinaus bis zur Autobahnanbindung an der A1 bei IKEA in Kamen die Ortskerne von Asseln und Wickede entlasten. 

Da werden gern die Anwohner des Küsterkamp in Asseln zitiert, die es leid sind, so viel Verkehr in ihrer Straße ertragen zu müssen. Auch die Anwohner des Hellweges sollen von einer prognostizierten Verkehrsentlastung profitieren.

Doch was ist wirklich geplant?

Am kommenden Donnerstag (18.06.20) wird der Rat der Stadt per Beschluss beim Land NRW Gelder für die Schaffung von Stellen in der Planungsverwaltung beantragen, um die Fortführung der OWIIIa zu planen.

Der Ratsvorlage ist eine Anlage beigefügt, aus der die bisherigen Streckenführungs-Varianten zu entnehmen sind. Da kaum anzunehmen ist, dass der nördliche Pleckenbrinksee tangiert werden soll, wird vermutlich die südliche Variante dicht an der Wohnbebauung von Wickede Nord (Baedekerstr.) und dem NSG Wickeder Ostholz favorisiert werden.

Auffällig ist, dass vom bisherigen Ende der OWIIIa an der Asselner Straße die fortgeführte Straße auf Dortmunder Gebiet nur an der Wickeder Straße und weiter an der Dortmunder Straße in Massen angebunden wird. Bienenstr., Eschenwaldstr.,  Eichwaldstr. und Pleckenbrink bleiben abgebunden.

Dies bedeutet, dass alle Autofahrer*innen mit Ziel Asseln weiterhin am Knotenpunkt Asselner Str. abbiegen und über Asselnerstraße oder Asselburgstraße (mit Abkürzung Küsterkamp) in den Ortsteil einfahren müssen.

Autofahrer*innen mit Ziel Wickede werden entweder schon in Asseln oder dann an der Wickeder Straße abbiegen.

Festgehalten werden kann für

- Asseln:
Keine Entlastung des Küsterkamp, eher im Gegenteil, denn die Autofahrer*innen, die bislang über die Eschenwaldstr. in Richtung Norden gefahren sind, müssen nun ebenfalls über den Küsterkamp fahren.

- Wickede:
Die Bewohner der Eichwaldstr. und des Pleckenbrinks werden nach Fertigstellung der dort geplanten Neubaugebiete zusätzlichen Verkehr ertragen müssen, der an den Einmündungen zum Hellweg für neue Staus ursächlich sein wird.
Die Bewohner der Wickeder Straße in Wickede und Husen werden wegen des großen Knotenpunktes an der OWIIIa erheblich mehr Straßenverkehr ertragen müssen.

- Husen/Kurl:
Einzig die Bewohner von Kurler Straße, Flemerskamp und der Abkürzung Lohheide können auf Entlastung hoffen, weil ein Großteil des bisherigen Verkehrs über die Wickeder Straße in Richtung Husen/Kamen verlaufen wird - zur Belastung der dortigen Anwohner inkl. des Ortskerns von Husen, wenn dort die Bahntrasse unterführt werden sollte. 

Schon die Daten der letzten Verkehrszählung sowie Prognosen zur weiteren Verkehrsentwicklung machen deutlich, dass die Verkehrsbelastung auf dem Hellweg in Asseln/Wickede von derzeit ca. 15.000 Fahrzeuge am Tag auf lediglich 12.000 Fahrzeuge reduziert wird. Dies ist keine spürbare und nachhaltige Entlastung der Verkehrssituation! Zumal wir dafür eine Schnellstraße durch die letzten, großen und zusammenhängenden Freiräume mit prognostizierten 26.000 Fahrzeugen am Tag ertragen müssen.

Wer noch immer glaubt, dass die OWIIIa zur Entlastug der Ortskerne von Asseln und Wickede gedacht ist, der gucke sich einmal den Gesamtplan an, auf dem gut zu erkennen ist, dass die OWIIIa von A45 und Dortmunder Hafen über die bald realisierte Nordspange über die Westfalenhütte durch unsere Freiräume bis zur A1 letztlich ein weiterer Baustein in der überregionalen Planung eines Straßenverkehrsnetztes für den Schwerlastverkehr ist.

Ich werde mich weiterhin mit all meiner Kraft zusammen mit unserer Bürgerinitiative BISuF, Parteien und Umweltverbänden dafür einsetzen, dass dies verhindert wird! Wir fordern Politik und Verwaltung auf, Planungskonzepte aus dem letzten Jahrhundert zu überdenken und den heutigen Umwelt- und klimaschützenden Anforderungen anzupassen.

Autor:

Norbert Roggenbach aus Dortmund-Ost

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