Mengedes Bürgermeister Tölch exklusiv: "Bürger mehr beteiligen!"

Wilhelm Tölch. Foto: Nolte

Soziale Gebiete, Integration, Bürgerbeteiligung - das sind einige der Arbeitsfelder, die sich der neue Mengeder Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch auf die Fahnen geschrieben hat. Der SPD-Politiker hatte sich in einer Kampfabstimmung in der Bezirksvertretung Mengede gegen Gerhard Kuck von der CDU durchgesetzt.

Über die Situation im Stadtbezirk, die politische Arbeit und den Umgang mit der Rechtspartei spricht Wilhelm Tölch im Exklusiv-Interview.

Herr Tölch, hatten Sie mit diesem Wahlergebnis gerechnet - oder war der Ausgang auch für Sie offen?
Tölch: Das Ergebnis war für mich keine Überraschung. Es war zwar im Vorfeld ein ziemliches Hin und Her, aber die SPD-Fraktion hatte sehr konstruktive Gespräche mit Linkspartei und Piraten. Wir haben uns die Themen gegenseitig aufgezeigt und in weiten Teilbereichen eine Übereinstimmung festgestellt.

Die Gespräche zielten auf eine Unterstützung für die Bürgermeister-Wahl. Oder gibt es Absprachen für eine generelle Zusammenarbeit in der Bezirksvertretung?
Tölch: Wir haben uns versprochen, generell kooperativ miteinander zusammenzuarbeiten. Das bedeutet, dass wir vor allem miteinander sprechen. Bei der Konstellation der Sitze ist es möglich, dass es in der Bezirksvertretung je nach Thematik auch zu wechselnden Mehrheiten kommt.

Was sind die großen Themen, die Sie für die nächsten Jahre in Mengede auf der politischen Agenda sehen und bei denen es Schnittmengen mit Linken und Piraten gibt?
Tölch: Die Arbeit in den sozialen Gebieten und für die sozialen Brennpunkte wird sehr wichtig sein. Die Thematik Knepper wird mit viel Arbeit verbunden sein. Nickel & Eggeling wird uns über Jahre begleiten. Wir müssen die Integration fördern. Und wir wollen bei allen Themen die Gesellschaft mitnehmen und einbeziehen.

Wie könnte Letzteres konkret aussehen?
Tölch: Die Menschen sollen sich wiederfinden in der Politik. Ich möchte die Bürger stärker beteiligen, zum Beispiel über mehr Bürgerforen. Das wird auch nötig sein, um mehr junge Menschen für die Politik zu aktivieren. Wir brauchen dringend Nachwuchs.

Der Bezirksvertretung Mengede gehört jetzt auch ein Mitglied der Partei „Die Rechte“ an. Wie sehen Sie den Umgang miteinander?
Tölch: Ich persönlich stehe ohne Wenn und Aber hinter dem Netzwerk gegen Rechts. Und ich kann mir nicht vorstellen, mit jemandem zu kommunizieren, der gewalttätig ist. Ich habe die Vorgänge vor dem Rathaus am Wahlabend selbst miterlebt. Dafür fehlt mir jedes Verständnis. Daher kann ich mir eine Zusammenarbeit mit diesem Vertreter in keiner Weise vorstellen. Ich hoffe aber auf eine gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften, mit denen wir in der Sache gerne streiten können.

Eine letzte Frage: Sie haben künftig nur noch einen statt zweier Stellvertreter. Warum?
Tölch: Wir haben subjektiv wahrgenommen, dass der zweite Stellvertreter eigentlich fast nie in Anspruch genommen wurde. Ich denke, Gerhard Kuck und ich werden unseren Aufgaben auch so gut nachkommen.

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