Werner Feld: Bürgerinitiative plant eigene Verkehrszählung

Sprecherin Nadja Zein-Draeger.
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Auf einer Bürgerversammlung hat die Bürgerinitiative „ProFeld“ die Pläne für das Werner Feld erläutert. Rund 450 Besucher waren dazu ins Erich-Brühmann-Haus gekommen. Nach der Veranstaltung sprachen wir mit Nadja Zein-Draeger, der Sprecherin der Initiative.

Hallo Nadja Zein-Draeger, sind Sie überrascht von der Resonanz, auf die die Bürgerinitiative getroffen ist?
Ich bin persönlich bei meinen Spaziergängen im Werner Feld häufig angesprochen worden. Aber dass so viele Menschen zur Bürgerversammlung kommen, damit haben wir nicht gerechnet. Und allein nach dieser Versammlung haben wir 20 neue Helfer hinzu gewonnen. Es sind inzwischen sehr viele Bürger, die sich engagieren und kreativ sind. Außerdem haben wir auch sehr großzügige Spenden für unsere Arbeit erhalten, was uns sehr freut.

Wie sieht es mit Unterstützung aus der Politik aus?
Die Bezirksvertretung Bochum-Ost, die auch schon gegen die Nord-Variante votiert hat, hat uns von Anfang an unterstützt. Da können wir wirklich nicht meckern. Von den Parteien insgesamt gibt es bislang leider keine große Resonanz. Nur die Linke hat sich klar gegen die Bebauung des Werner Feldes positioniert.

Wie bewerten Sie die Rolle der Stadt Bochum?
Der Stadt liegen Dokumente vor – und sie plant gegen ihre eigenen Unterlagen. Es gibt zum Beispiel ein Umweltgutachten aus dem Jahr 2008 für den nördlichen Teil des Werner Feldes, das dessen Relevanz für die Umwelt eindeutig nachweist. Interessanter Weise gibt es auch zwei Verkehrsgutachten – und nur das zweite Gutachten favorisiert die Nord-Variante. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Fragen und Widersprüche.

Was meinen Sie konkret?
Opel wird wohl erst 2022 entscheiden, ob das Warenverteilzentrum auf der Fläche Opel II konzentriert wird. Erst dann ist klar, welche Teilflächen für neues Gewerbe zur Verfügung stehen und was sich dort ansiedelt. Davon hängt aber entscheidend ab, wie viel Verkehr tatsächlich entstehen wird und ob eine Sanierung der B235 nicht ausreichen kann, auf die man schon lange vergeblich wartet. Für den Opel-Betrieb hat die bestehende Verkehrsinfrastruktur auch ausgereicht. Außerdem vermissen wir ein Gesamtkonzept der Stadt Bochum für ihre Ansiedlungspolitik. Und die Stadt hat aktuell einige Leerstände auf bestehenden Gewerbegebieten. Warum werden die nicht vermarktet, statt neue Flächen zu versiegeln?

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben verschiedene Aktionen und Pläne im Kopf, über die wir in nächster Zeit entscheiden wollen. Voraussichtlich im Oktober oder November wollen wir eine eigene Verkehrszählung durchführen. Laut Verkehrsgutachten werden an der Kreuzung Provinzialstraße/Lütgendortmunder Hellweg 7,7 Fahrzeuge pro Minute gezählt. Das bezweifeln wir erheblich. Zudem wollen wir die Bürger mit Infoständen weiter umfassend informieren und mit Plakataktionen auf die Problematik aufmerksam machen. Wir werden direkt am Werner Feld Transparente anbringen, die unsere Botschaft klar und deutlich machen: „Landschaftserhalt statt Asphalt“!

Was können interessierte Bürger tun?

Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützen möchte oder sich für die Arbeit der Bürgerinitiative interessiert. Über unsere Homepage www.profeld.de ist ein Newsletter zu beziehen, den es bei Bedarf auch in Papierform gibt. Zudem sammeln wir weiter fleißig Unterschriften für den Erhalt des Werner Feldes. Über 1500 Unterschriften sind so in kurzer Zeit schon zusammen gekommen.

Sprecherin Nadja Zein-Draeger.
Der Kampf um das Werner Feld mobilisiert schon jetzt etliche Bürger. Foto: privat
Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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