Ausstellung im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
"Farbe Absolut" - Katharina Grosse X Gotthard Graubner im MKM Duisburg

"Farbe Absolut" - Katharina Grosse und Gotthard Graubner im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen
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Mit "Farbe Absolut" zeigt das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst zwei herausragende Malerpersönlichkeiten: Katharina Grosse und Gotthard Graubner. Ihre Arbeiten werden zum ersten Mal gemeinsam in einer Ausstellung präsentiert.

Der Akzent und somit der Reiz der Ausstellung liegt in der Gegenüberstellung ihrer Werke. Hier treffen unterschiedliche Auffassung und Ausführung zur Farbmalerei aufeinander. Ihnen gemeinsam ist die gegenstandslose Farbmalerei und die darin basierende Überzeugung, dass Farbe eine existenzielle Kraft besitzt, die sich unmittelbar auf den Betrachter überträgt.

Die Ausstellung

Spannend ist es, wie unterschiedlich jedoch Katharina Grosse und Gotthard Graubner ihre Bildformen zur Farbmalerei entwickelten und zu ganz verschiedenen malerischen Resultaten kommen bzw. kamen.

"Das Aufeinandertreffen unserer Arbeiten ist nicht einfach", so Katharina Grosse über die Ausstellung, "es birgt gewissermaßen sogar Konflikte in sich. Dennoch gehen unsere Arbeiten auf ähnliche Grundannahmen zurück, z.B. eine offene Struktur, die Energie der Farbe und deren Verbindung zum Körperlichen. Wobei das Überraschende ist, dass wir zu so verschiedenen Bildformen gekommen sind."

So ist denn die Ausstellung nicht darauf ausgerichtet, zwei Retrospektiven von zwei Künstlern zu zeigen, sondern die Werke werden in Gegenüberstellungen gezeigt. So schwankt das Auge der Besucher/innen zwischen den unterschiedlichen malerischen Konzepten. Es gibt aber auch Räume, die allein Grosse bzw. Graubner gewidmet sind. So kann man sich, ohne Vergleiche anzustellen ganz auf den jeweiligen Künstler bzw. Künstlerin konzentrieren.
Sehr informativ sind zwei Filme im Kabinettraum, die Grosse und Graubner jeweils bei ihrem Arbeiten beobachten. So sind diese Aufnahmen zugleich auch filmische Zeitzeugen der Malerei bzw. Kunstwelt.
Insgesamt sind ca. 55 Werke zu sehen, beginnend mit den anfänglichen Arbeiten beider im ersten Teil. Kernstücke der Ausstellung sind eine 17 m lange Tucharbeit Katharina Grosses und der mehrteilige "Assisi-Zyklus" Gotthard Graubners.

Die Künstler

Gotthard Graubner (1930-2013) zählt zu den herausragenden Malern der Nachkriegsmoderne. Mit seinem Namen verbindet man sofort die objekthaften, wie Kissen gepolsterten Bilder, die "Farbraumkörper". Durch synthetische Watte aufgepolstert, erhalten die Bilder eine räumliche Dimension. Er ließ Farbe durch kreisende Bewegungen mittels Besen Schicht um Schicht in die Kissen einziehen. Es entstanden tiefe, von innen heraus leuchtende Farbengemische, die den Betrachter geradezu in das Bild hineinziehen und eine meditative Wirkung erzeugen. Man fühlt sich weich in Farbe versenkt.

Ganz anders die Arbeiten der 1961 geborenen Katharina Grosse. Ihre Farbbilder sind unruhig, explosiv , geradezu energetisch. Sie arbeitet mit Schablonen, die unterschiedliche Farbebenen oder Leerstellen erzeugen. Ebenso kommt die kompressorbetriebene Sprühpistole zu Einsatz. Damit kann sie großflächig und zügig arbeiten. Ihre Malerei ist großflächig und beschränkt sich nicht nur auf Bildformate. Sie realisiert raumbezogene Projekte, übersprüht Textilien oder Sand wie auch Architekturelemente im Innen- wie im Außenraum.

Berührungspunkte beider Künstler gab es auf ihren Lebenswegen. Katharina Grosse war nach ihrem Wechsel von der Kunstakademie Münster zur Kunstakademie Düsseldorf Studentin bei Graubner, der dort als Professor lehrte. Später, von 2010 bis 2018, übte Grosse dann selbst das Amt der Malerprofessorin an der Kunstakademie Düsseldorf aus, in den ehemaligen Räumen Graubners.

Es ist eine sehr schöne Ausstellung, die zwei Malerpersönlichkeiten vorstellt und ihre Malerpositionen in Dialog miteinander bringt. Walter Smerling, Direktor des MKM, vergleicht Gotthard Graubner und Katharina Grosse mit einen "stillen See" und "einem tosenden Meer".
Ich wünsche allen Besucher/innen viel Freude auf ihrer Entdeckungstour durch "Farbe Absolut".

Die Ausstellung läuft bis zum26. Januar 2020
Jeden Donnerstag, freier Eintritt für Duisburger Bürgerinnen und Bürger (gegen Vorlage des Personalausweises)

Zur Ausstellung ist ein sehr gut gemachter Katalog mit vielen aktuellen Installationsansichten erschienen.

Die Fotos sind bei der Vorstellung der Ausstellung entstanden. Sie sind fester Bestandteil des Berichtes und dienen ausschließlich dieser Berichterstattung über diese Ausstellung.

Ich würde mich freuen, wenn ich Euch neugierig gemacht habe...

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Philosophenweg 55
47051 Duisburg
www.museum-kueppersmuehle.de

Autor:

Andrea Gruß-Wolters aus Duisburg

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