Hochheide I: Rundgang ohne Entscheider - „Die Veranstaltung war eigentlich überflüssig“

Bekanntes Bild: Die leer gezogenen Hochhäuser sehen nach wie vor heruntergekommen aus. Fotos: Kirchner
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  • Bekanntes Bild: Die leer gezogenen Hochhäuser sehen nach wie vor heruntergekommen aus. Fotos: Kirchner
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Auf die heruntergekommenen und leer stehenden Weißen Riesen in der Hochhaussiedlung in Hochheide richten sich aktuell wieder viele Blicke. Auch am vergangenen Donnerstag wurden sie bei einer nicht öffentlichen, interfraktionellen Ortsbegehung in Augenschein genommen. Es war ein Treffen ohne Entscheider.

Vertreter aus der Stadtverwaltung und Lokalpolitiker der Bezirksvertretung Homberg/ Ruhrort/ Baerl verschafften sich aber nicht nur darüber einen Eindruck, sondern auch über den Leerstand von Ladenlokalen und die seit zwei Jahren nicht mehr genutzte Marktschule.
Der Anlass für diese Begehung war ursprünglich, dass sich einige Politiker den Besuch von Oberbürgermeister Sören Link erhofften. Doch weder OB Link noch Baudezernent Carsten Tum waren gekommen.

Wie Frank Kopatschek, Pressesprecher des OB, mitteilte, sei diese Erwartungshaltung auf einen Beschluss der Bezirksvertretung im November zurückzuführen, der mehrheitlich von der CDU und „Deine Stimme“-Bezirksvertreterin Margret Fink herbeigeführt wurde. Darin habe es geheißen: Der OB werde gebeten, am Ortstermin teilzunehmen, wenn es die Terminlage erlaube. Die Terminlage hätte es aber nicht hergegeben, so Kopatschek, und daher hätten Bezirks­amtsleiter Jürgen Scherhag und ein Vertreter aus dem Amt für Stadtentwicklung den Termin wahrgenommen.

Frank Smejkal, Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Homberg/ Ruhrort/ Baerl, findet das schade. Seine Fraktion hatte im November die Einladung an den OB beschlossen. Bezugspunkt: die Planungsvorlage „Sanierungskonzept Hochheide“ vom Beigeordneten Tum. „Man kann immer viel reden, aber am besten ist immer zeigen“, sagt Smej­kal. „Dadurch, dass die Entscheider nicht vor Ort waren, war die gesamte Veranstaltung eigentlich überflüssig“, räumt er ein.

320 neue Wohneinheiten werden auch diskutiert

Das Sanierungskonzept Hochheide (öffentlich) betreffe die Dreiecksfläche zwischen Moerser Straße, Kirchstraße und Ottostraße. In diesem Bereich befinden sich zwei leergezogene Hochhäuser, die verfallende Marktschule im Norden und leerstehende Geschäftslokale an der Moerser Straße.

„Im Kernbereich ist alles im grünen Bereich“, beurteilt Smejkal die Ladenstadt selbst.
Tatsächlich. Das große zentrale Ladenlokal wurde in der letzten Woche von Handwerkern fleißig von außen bearbeitet. Demnächst werden hier ein Mode- und ein Schuhfilialist einziehen. Eine Einzelhändlerin bezeugte auf Nachfrage „ganz gute Stimmung“. Sie verwies dabei auf die bevorstehenden Neueröffnungen. Laut Smejkal soll eine Apotheke auch noch dorthin umziehen.
Rein formal sei das Konzept zum Sanierungsgebiet ein Traktor, um kurzfristig Fördermittel – beispielsweise aus dem Programm „Stadtumbau West“ – zu bekommen. Nach Ankauf der Schrottimmobilien durch die Stadt soll dann der Abriss folgen.

320 Wohneinheiten von einem der Riesen herzurichten, wie es derzeit diskutiert wird, sehe er gar nicht als sinnstiftend an. „Vollkommen überflüssig“, so der CDU-Bezirksvorsitzende.
Er weiß: Bis 2027 werden für Hochheide circa 20 Prozent Bevölkerungsrückgang prognostiziert. Und der vor Jahren renovierte Rote Riese habe bisher nie Vollauslastung gehabt.

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