Ratsherr Imamura

Wahltag ist Zahltag. Ihro Majestät Der Wechselwähler macht sich so seine Gedanken: Wem soll ich meine Stimme geben? Alan Imamura gehört dem Rat seit 2014 an. Und zwar für die AfD - Alternative für Deutschland.

In Fraktionsstärke waren sie damals in die kommunale Volksvertretung eingezogen, mit 3 Partei- und Fraktionsmitgliedern. Persönliche und menschliche Querelen führten dazu, daß Holger Lücht zumindest aus der Fraktion ausgeschlossen und die AfD zur "Gruppe" wurde. 2017 wechselte dann Marion Stöbbe dann aus Sympathie zu Frauke Petry zur Blauen Partei; heute gehört sie zu den Bürgerlich Liberalen. Seitdem ist Imamura Einzelkämpfer.

Was seine Gestaltungsmöglichkeiten natürlich einschränkte. Anfragen an die Verwaltung darf er stellen, Anträge nicht. "Erfolge" kann Imamura trotzdem vorwerisen. "Ich konnte mitbestimmen, wer in den Aufsichtsrat städtischer Unternehmen entsandt wurde. Da hing es schon von meiner Stimme ab."

Beim Haushalt für das Jahr 2019 wollte die SPD nach Imamuras Worten keine zusätzlichen Azubis einstellen. "Alle anderen Ratsmitglieder haben aber dafür gestimmt. Eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die SPD eine Niederlag erlitten hat."

Die AfD mach keine Fundamentalopposition ohne Hirn, so Imamura. Lokalpolitik ist für ihn eine spannende Sache. "Da kann was lernen und was bewegen," berichter er. "Wir wollen bei wichtigen Entscheidungen in die Stadtteile gehen und mit den Menschen reden."

Imamura war früher bei den Grünen, wechselte dann aber zur AfD. "Bei mir ist irgendwann der Freiheitsdrang durchgebrochen," erinnert er sich. Der Duisburger Kresverband wurde 2013 gegründet; ihm gehören heute 155 Mitglieder an. Wäre es nach dem damaligen Vorstand gegangen, wäre die Partei 2014 nicht zur Kommunalwahl angetreten. Imamura zettelte eine Palastrevolution an, um den Vorstand abzusetzen. "Wir sind zwar in den Rat eingezogen, mußten aber mit Leuten zusammenarbeiten, die wir nicht kannten. Wir sind heute ein gutes Team, das bei der Wahl antritt."

Neue Gewerbeflächen für kleine Unternehmen, die Senkung der Gewerbesteuer, mehr Park&Ride und Radverkehr, ein verbesserter ÖPNV in die Nachbarstädte, ein einfacheres Ticket- und Preissystem beim VRR, die Digitalisierung von Behördengängen, der Breitbandausbau der Glasfasernetze und die "konsequente" Besetzung der 590 (!) nicht besetzten Planstellen der Stadtverwaltung - schaut man in das Wahlprogramm der AfD, liest man Forderungen wie diese. Was sich doch stark nach CDU anhört, nicht wahr?

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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