600 Unterschriften liegen bereits vor - Grünfläche hat klimatechnisch große Bedeutung
Bürgerprotest gegen Bebauungspläne an der Kesselstraße

Ratsherr Friedhelm Klix informierte die 70 Teilnehmer der Bürgerversammlung bei einem Gang durch das kleine Tal.
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  • Ratsherr Friedhelm Klix informierte die 70 Teilnehmer der Bürgerversammlung bei einem Gang durch das kleine Tal.
  • Foto: Doris Brändlein
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 Für die Erhaltung der städtischen Grünfläche zwischen Kessel- und Bocholder Straße kämpfen seit kurzem Bocholder Bürgerinnen und Bürger. Sie haben sich zur 'Bürgerinitiative Bochold' zusammengeschlossen und eine Unterschriftenaktion gegen die geplante Bebauung gestartet. „Wir haben inzwischen rund 600 Unterschriften“, freut sich Margot Lüchau, eine der Initiatorinnen.

In dieser Woche hatte die Bürgerinitiative zu einer Begehung des Geländes eingeladen. Rund 70 Interessierte kamen, um sich ein genaues Bild des geplanten Vorhabens zu machen. Ratsherr Friedhelm Klix führte die Gruppe durch das kleine Tal und versuchte die unzähligen Fragen zu beantworten.
Dass Pläne für eine Bebauung des Geländes nicht neu sind, wussten viele der Anwesenden. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet die Stadt Essen daran, einen Bauträger für diesen Bereich zu finden. Doch alle Versuche scheiterten bislang an zwei Problemen: an der Zufahrt und der Entwässerung (wir berichteten). Rund 2 Millionen Euro kostet alleine die Führung der Rohrleitungen zum Schölerpad. Nur dort kann die Entwässerung erfolgen, da auf der Bocholderstraße keine entsprechenden Anschlüsse vorhanden sind.

Für Investor rechnen sich nur viele Wohnungen

Jetzt hat sich ein Investor gefunden, der die Kosten übernimmt. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Wohnbebauung nicht nur auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Brinkmann stattfindet, sondern teilweise auch auf städtischem Gelände. „Der Investor war nur bereit, die anfallenden Kosten zu übernehmen, wenn er die auf ausreichend viele Wohnungen umlegen kann, sonst rechnet sich das nicht“, informiert Klix. Also geht die Planung jetzt von rund 100 neu entstehenden Wohnungen aus. Aufgeteilt sind diese auf 18 Doppelhäuser, zwei Dreifach-Reihenhäuser und sechs Mehrfamilienhäuser.
Dabei hat die städtische Grünfläche eine wichtige Bedeutung. Sie dient unter anderem der natürlichen Regenwasserversickerung und trägt damit zu einer positiven Umweltbilanz bei. Auch stadtklimatisch und lufthygienisch ist die Fläche von Bedeutung. Vor allem in einem Stadtteil, der zu den zehn dichtesbesiedelten in Essen gehört.

Bis zu 6.000 Quadratmeter Grün sind betroffen

„Die Stadt Essen betont immer, dass die Grünfläche von der Bebauung nur tangiert würde“, weiß Lüchau. „Das stimmt aber nicht. Wir haben ausgerechnet, dass durch die geplante Bebauung circa 5.000 bis 6.000 Quadratmeter vom städtischen Gelände abgeknapst werden.“ Und das ist laut Flächennutzungsplan als öffentliche Grünfläche nicht für eine Wohnbebauung vorgesehen.
Doch die Zeichen stehen günstig für die Planer. Nach der Bezirksvertretung hat sich nun auch der Rat der Stadt Essen für die Bebauung ausgesprochen. „Von 90 Ratsmitgliedern haben 89 dafür gestimmt, nur einer dagegen, und das war ich“, erklärt Klix. „Das Hauptargument der Kollegen ist, dass wir in Essen dringend Wohnraum brauchen. Ich finde, es ist darüber nachzudenken, warum hier Grünflächen vernichtet werden sollen, wo doch in der Nähe freie Wohnungen zur Verfügung stehen.“

"Sie zögern das Ganze nur hinaus"

Dietmar Buckstedde, Mitgründer der Bürgerinitiative, ist immer noch entsetzt über das Vorgehen des Investors. „Der stand vor kurzem abends vor meiner Haustür und sagte 'Sie machen Stress! Damit werden Sie keinen Erfolg haben, gebaut wird auf jeden Fall, sie zögern das nur hinaus.'“ Von diesem Auftritt lässt sich der Anwohner aber nicht entmutigen. „Wir hoffen, dass es doch noch eine Möglichkeit gibt, die Bebauung der Grünfläche zu verhindern“ wünscht sich Buckstedde. „Die Grünfläche soll weiterhin als Naherholungsfläche, Freifläche für die Pflanzen- und Tierwelt, Frisch- und Kaltluftschneise sowie zur Versickerung von Starkregen dienen.“ Ratsherr Friedhelm Klix informierte die 70 Teilnehmer der Bürgerversammlung bei einem Gang durch das kleine Tal.
Foto: Brändlein  Der Entwurf des Bebauungsplanes wird vom 01. bis 15. April öffentlich im Bürgeramt Borbeck ausgelegt.
 Am 04. April von 14 bis 17 Uhr und am 09. April von 9 bis 12 Uhr wird der Planentwurf von Vertretern der Stadt erläutert.
 Am 10. April findet um 19 Uhr eine öffentliche Diskussion des Planentwurfs mit Vertretern der Stadt im Residenzsaal von Schloß Borbeck statt. Bebauungsplan

Ratsherr Friedhelm Klix informierte die 70 Teilnehmer der Bürgerversammlung bei einem Gang durch das kleine Tal.
Die Bebauungspläne für das Gebiet sind nicht neu. Schon seit vielen Jahren bemüht sich die Stadt, einen Investor zu finden. Die Probleme, die dies bislang immer verhindert haben, sind nun wohl gelöst.
Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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