Wohnmobil-Urlaub: ADAC Nordrhein gibt Tipps für Fahreinsteiger
Urlaub in Corona-Zeiten

Camping-Urlaub in den Sommerferien steht dieses Jahr hoch im Kurs.
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Camping-Urlaub in den Sommerferien steht dieses Jahr hoch im Kurs. Das Freiheitsgefühl, Flexibilität bei der Auswahl der Reiseziele und ein geringes Corona-Infektionsrisiko sprechen auch Neueinsteiger an. Der ADAC Nordrhein empfiehlt, sich für den ersten Urlaub ein Wohnmobil zu mieten. Bis zu einem Gewicht von 3,5 t reicht dazu der normale Pkw-Führerschein. Aus Sicht des Clubs besonders wichtig: eine gute Vorbereitung auf die erste Fahrt. „Nicht nur Größe und Gewicht des Fahrzeugs sind anders, es gibt zum Teil auch andere Regeln. Mit ein paar Tricks lässt sich unnötiger Stress vermeiden“, sagt ADAC Tourismus-Experte Dirk Schneider.

Der ADAC Nordrhein gibt daher elf Tipps für Wohnmobil-Einsteiger:

1. Gewöhnung an die neuen Dimensionen
Ein Wohnmobil fährt sich aufgrund seiner Größe anders als ein Pkw. Wer zum ersten Mal hinterm Steuer sitzt, sollte sich zunächst ohne Zeitdruck und festgelegte Distanz mit den Fahrzeugdimensionen und dem Verhalten des Campers vertraut machen. Ein nahegelegener Großparkplatz ist ideal, um in Ruhe Kurven, Slalom, Ausscheren und Bremsen zu üben. Die ADAC Fahrsicherheitszentren in Weilerswist und Grevenbroich bieten zudem spezielle Sicherheitstrainings für Wohnmobile und Gespanne an.

ADAC Extra-Tipp: Das Ganze am besten auch mit einem vollgepackten Wohnmobil ausprobieren. Und: Auch die Gaskontrolle, den Ölstand und den TÜV nicht vergessen!

2. Maße kennen
Jeder Fahrer eines Wohnmobils muss die Fahrzeughöhe auswendig wissen. Sehr oft werden Höhenbegrenzungen erst direkt am Hindernis ausgeschildert, zum Beispiel an Unterführungen oder Parkhaus-Einfahrten. So bleibt nicht viel Reaktionszeit für die Entscheidung, ob das Wohnmobil oben genug Luft hat. Das kann schnell teuer enden: Vor allem bei Mietmobilen werden Kratzer im Dach, das bei der Rückgabe immer genau ins Visier genommen wird, kostspielig. Auch die Gesamtlänge ist wichtig, denn an manchen Mautstellen und am Fährhafen wird nach der Länge des Fahrzeugs abgerechnet. Die Breite des Campers ist unter anderem an Autobahn-Baustellen entscheidend.

ADAC Extra-Tipp: Einen Zettel mit den Maßen ans Armaturenbrett kleben: So ist alles stets schnell sichtbar.

3. Das Fahrzeug von außen betrachten
Wenn man beim Abbiegen zu eng einlenkt, ist schnell mal der Bordstein rasiert. Bei großen Wohnmobilen sollte deshalb das Fahrverhalten auch mal von außen betrachtet werden. So lässt sich gut feststellen, welche Fläche das Wohnmobil auf der Straße realistisch benötigt. Wie weit schwenkt etwa das Heck aus? Wie weit stehen die Außenspiegel vom Fahrzeug ab?

4. Einparken lernen
Heikle, oft unvermeidbare Situation: sehr kleine Parkplätze. Perfektioniert werden sollte das Einparken unbedingt alleine und dazu mit einem Einweiser. Gesten, die über den Rückspiegel kommuniziert werden, müssen verabredet und geübt werden, damit Missverständnisse nicht zu Schäden führen.

5. Defensives Fahren zur Stressvermeidung
Große Fahrzeuge werden von allen gesehen. Gerade Camper werden häufig mit einem „Touristenbonus“ (etwa in Italien) nett behandelt, vorgelassen und nicht (sofort) angehupt. Deshalb: In Ruhe und mit Blickkontakt fahren, mit einem freundlichen Gesichtsausdruck und positiven Handzeichen kommunizieren. So kommt man unbeschadet und vor allem stressfrei selbst durch chaotische Situationen.

ADAC Extra-Tipp: Mit einem Wohnmobil gilt der Grundsatz „Reisen statt rasen“. Eine Reisegeschwindigkeit zwischen 90 und 110 km/h schont Nerven und - dank des geringeren Verbrauchs - auch den Geldbeutel.

6. Übernachtungen auf Campingplätzen vorher buchen
Viele Campingplätze in Deutschland und beliebten Nachbarländern wie Frankreich, Niederlande, Dänemark, Österreich und Italien sind für den Sommer bereits sehr stark belegt, manche sogar ausgebucht. Deshalb sollte man unbedingt vorher die Verfügbarkeit prüfen und einen Stellplatz buchen. Sonst ist die Enttäuschung groß, wenn man vor Ort leer ausgeht.

ADAC Extra-Tipp: Wer keinen Stellplatz gebucht hat, sollte schon am frühen Nachmittag die Augen nach einer Übernachtungsmöglichkeit offen halten. Das erspart am Abend eine stressreiche Suche bei einsetzender Müdigkeit.

Tipps für Wohnmobil-Einsteiger

7. Pausen machen
Pausen sind, vor allem auch mit Kindern, ein wichtiger Bestandteil der Reise: Überall duftet es anders, man kann ins Wasser springen, ein Stück spazieren, mit einem Eis in der Hand den Ort erkunden. Nur wer Pausen macht, sieht tatsächlich etwas vom Land. Zudem steigern Pausen wieder die Konzentration und laden den Akku auf. Niemand ist zwölf Stunden am Stück fokussiert und kann den ganzen Zeitraum über Vorschriften beachten, gerade bei einer Wohnmobilreise.

8. Die Stauzeit „nutzen“
Kündigt sich ein längerer Stau an, kann das Wohnmobil hervorragend für seinen ursprünglichen Zweck genutzt werden: mobiles Wohnen, statt in der Schlange stehen zu bleiben. Auf dem nächsten Autobahnrastplatz ein leckeres Essen kochen, auf dem Feldweg eine Schlafpause einlegen oder im nächsten Ort eine Runde Karten spielen verkürzt die Wartezeit. Wichtig: Stets abfahren und niemals auf der Autobahn „wohnen“!

9. Nachtfahrten vermeiden
Zu viele Unwägbarkeiten sorgen bei einer nächtlichen Fahrt über Landstraßen für Stress. Im Dunklen lassen sich Hindernisse oft erst im letzten Moment erkennen: Ob größere Brocken von der Felswand abgegangen sind, die Begrenzung am Straßenrand plötzlich fehlt oder Tiere die Fahrbahn kreuzen - nachts sieht man die Gefahren nicht.

10. Rechtzeitig tanken
Den Tank nie leerer als viertelvoll werden lassen. Je nach Strecke sind Tankstellen plötzlich rar, wenn man sie braucht. Wer im Hinterland unterwegs ist, muss bei Mini-Tankstellen mit eingeschränkten Öffnungszeiten rechnen. Es gibt viele Unwägbarkeiten. Daher den Tank immer vorzeitig auffüllen, dann ist man bestens gerüstet.

ADAC Extra-Tipp: Für den Notfall einen Reservekanister mit 10 Litern Diesel einpacken.

11. Etappen großzügig planen
Wer zum ersten Mal mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte mit einer realistischen Route und nicht zu großen Entfernungen starten. Ansonsten ist Frust vorprogrammiert. Deswegen unbedingt überlegen, wie viele Zeit man am Tag hinterm Steuer verbringen möchte. Etappen mit wenigen Kilometern lassen viel Luft für gemütliche Pausen und Genussmomente. So kann man auch als Anfänger Stress vermeiden.

ADAC Extra-Tipp: Etwa die Hälfte der angegebenen Fahrzeit dazurechnen (bei vier Stunden also mit mindestens sechs Stunden Fahrtzeit rechnen) oder nur mit durchschnittlich 80 Kilometern die Stunde planen. Dann überschätzt man sich nicht und wird womöglich sogar von einer früheren Ankunft überrascht.

Autor:

Andrea Becker aus Essen-Borbeck

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