0:2 gegen KFC Uerdingen
RWE scheitert im Verbandspokal-Halbfinale

Uerdingens Weltmeister Kevin Großkreutz (l.) attackiert RWE-Mittelfeldspieler Timo Brauer.
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  • Uerdingens Weltmeister Kevin Großkreutz (l.) attackiert RWE-Mittelfeldspieler Timo Brauer.
  • Foto: Michael Gohl
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Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat erneut den lukrativen DFB-Pokal verpasst. Im vergangenen Jahr verloren die Bergeborbecker das Niederrheinpokal-Finale bei Rot-Weiß Oberhausen mit 1:2, diesmal war bereits im Halbfinale Endstation. Gegen den Drittligisten KFC Uerdingen zogen die Essener am Dienstagabend mit 0:2 den Kürzeren.

Auf einen weiteren großen Pokalfight hatten knapp 9.000 RWE-Fans unter den (offiziell verkündeten) 10.127 Zuschauern gehofft, und die Chance auf die fünfte Finalteilnahme in Folge schien durchaus realistisch. Schließlich hatten die Krefelder zuletzt zwölf Drittliga-Partien in Folge nicht gewinnen können. An der Hafenstraße präsentierte sich der mit fünf ehemaligen Bundesliga-Profis angetretene KFC allerdings als abgezockte Truppe, die nicht brillierte, aber ihre Chancen im Gegensatz zu den Essenern nutzte. „Wir können mit der Leistung zufrieden sein. Im Endeffekt nutzt es aber nichts, wenn du im Pokal ausscheidest“, lautete das Fazit von RWE-Trainer Karsten Neitzel.
Schon nach sechs Minuten staubte Stefan Aigner zum Führungstreffer für die Gäste ab, nachdem RWE-Torwart Robin Heller zuvor bei einem abgefälschten Schuss von Maximilian Beister noch glänzend reagiert hatte. Der Treffer war das Startsignal für eine turbulente erste Halbzeit, in der beide Teams ihr Heil in der Offensive suchten. Für Uerdingen hätte Beister die Partie ganz allein entscheiden können, scheiterte jedoch an Heller (9.) und verzog zweimal knapp (13. und 26.). Auf der anderen Seite boten sich Lukas Scepanik (11.), dessen Distanzschuss von KFC-Torwart Robin Benz entschärft wurde, und Noah Koczowski, der den anschließenden Eckball knapp verfehlte, gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Die beste hatte Verteidiger Korczowski allerdings in der 38. Minute, als er per Volleyschuss nur die Latte traf.

Hellers Fehler entscheidend

Zwei Szenen erhitzten die Gemüter: In der 24. Minute traf Uerdingens Weltmeister Kevin Großkreutz den Essener Scepanik bei einer Abwehraktion mit den Stollen am Kopf. Fünf Minuten lang wurde die stark blutende Wunde von den Physiotherapeuten behandelt. Mit einem "Turban" konnte der Mittelfeldspieler weitermachen, doch Großkreutz war fortan der Buhmann.
Spielentscheidend war indes die Szene in der 41. Minute: Nach einem Rückpass von Philipp Zeiger wollte Robin Heller den ihn hart bedrängenden Aigner an der Strafraumgrenze ausspielen, statt den Ball auf die Tribüne zu befördern. Der Keeper verlor den Zweikampf, Beister schnappte sich die Kugel, traf aber nur den Pfosten, doch Connor Krempicki schob den Abpraller zum 0:2 ein. „Das war ein Foulspiel“, echauffierte sich Karsten Neitzel über die großzügige Regelauslegung von Schiedsrichter Heinen.
Nach dem Wechsel taten die Uerdinger nur noch das Nötigste, doch gute Möglichkeiten für die Essener, bei denen Marcel Platzek nach der Pause den angeschlagenen Max Wegner ersetzt hatte, blieben aus. Lediglich beim Distanzschuss von Benjamin Baier (86.) musste sich KFC-Keeper Benz noch einmal strecken. „Wir haben es nicht mehr so hinbekommen, uns die Dinge herauszuspielen, damit wir noch einmal die richtige Wucht eines Pokalfight hinter uns bekommen", so Karsten Neitzel.

Traditionsduell in Aachen

Nach dem Pokal-Aus geht's für die Rot-Weissen nun um einen ordentlichen Saisonausklang. Bis zum 18. Mai stehen noch sieben Regionalliga-Partien auf dem Programm, der Rückstand des Tabellenvierten auf den Dritten SV Rödinghausen beträgt allerdings sechs Punkte.
Weiter geht's am Samstag (14 Uhr) mit dem alten Westschlager beim Tabellensechsten Alemannia Aachen. Da die beiden Traditionsclubs jedoch mit dem Ausgang der Meisterschaft nichts zu tun haben, hält sich die Brisanz in Grenzen.

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