Clarahütte sucht wieder Helfer

Vergangenes Jahr arbeiteten insgesamt 100 Freiwillige an dem Projekt in Osttirol. Die Clarahütte ist ein beliebter Startpunkt für Gletscherbegehungen und Bergwanderungen.
  • Vergangenes Jahr arbeiteten insgesamt 100 Freiwillige an dem Projekt in Osttirol. Die Clarahütte ist ein beliebter Startpunkt für Gletscherbegehungen und Bergwanderungen.
  • Foto: DAV
  • hochgeladen von Johannes Gläser

Essener Freiwillige sollten im Sommer 2013 in der Bergwelt Tirols eine stark zerstörte Hütte wiederaufbauen. Viele belächelten damals den Plan. Doch nun steht der Rohbau bereits, und das Vorhaben soll in die nächste Runde gehen.

Eine Essener Berghütte mitten in den Alpen? Aber freilich, denn schon seit 1926 besitzt die Sektion Essen des Deutschen Alpenvereins (DAV) die traditionsreiche Clarahütte im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark Österreichs. Als jedoch eine Lawine im Frühjahr 2012 die Stützwand des Gebäudes stark beschädigte, war lange Zeit ungewiss, ob man die Hütte erhalten könne, da finanzielle Mittel zur Sanierung fehlten.

Doch schließlich entstand eine ambitionierte Idee: Statt Facharbeitern machten sich Ende Mai 2013 die ersten 15 Freiwilligen aus Essen auf den beschwerlichen Weg zur 2.036 Meter hoch gelegenen Berghütte. Mit ihnen sollte diese sogar erweitert werden. Vom letzten Randpunkt der Zivilisation, erwartete sie eine dreistündige Wanderung über Trampelpfade.
Von Langeweile war in dem einsamen Hochgebirgstal keine Spur: Denn nachdem man die Hütte bei immer noch frostigen Temperaturen endgültig vom Schnee des Winters befreit hatte, begann die eigentliche Arbeit erst.

„In fünf Tagen wurde mit 200 Hubschrauberflügen das Baumaterial auf die Hütte geflogen“, schildert Detlev Weber, Vorsitzender der Sektion Essen des DAV, den logistischen Aufwand und berichtet, dass auch die Einzelteile eines fünf Tonnen schweren Baggers transportiert werden mussten.
Geleitet wurde das Projekt von Klaus Mathoy, einem Innsbrucker Architekten, der sich auf Hochgebirgsbauten spezialisiert hat. Für das leibliche Wohl der Essener wurde ein Koch engagiert. Man entschied, die neue Hütte direkt hinter die 142 Jahre alte Hütte in den Hang hinein zu bauen. „Landschaft und Hüttenanblick erhalten“, lautete das Motto.

"Unvergessliche Wochen für die Teilnehmer"

2013 folgten 100 Freiwillige dem Aufruf zur Teilnahme. Ein Maurerpolier führte sie dann in die Arbeit ein. Bei Einsätzen von jeweils ein bis zwei Wochen konnte bis zum Herbst ein neuer Bau in das Tal gesetzt werden. Im August konnte bereits das Richtfest gefeiert werdem. Außerdem organisierte ein örtlicher Pfarrer eine Bergmesse. Dann musste das Lager jedoch plötzlich aufgrund eines Schneesturms geräumt werden.

Der Rohbau soll nun 2014 wieder zu einer Unterkunft für Alpenwanderer gestaltet werden. 15 neue Zimmer sollen entstehen. Außerdem wird sich die Hütte in Zukunft selbst mit Strom versorgen: „Ein Wassermühlrad wird dabei ebenso eingebaut werden wie eine moderne Photovoltaikanlage“, beschreibt Detlev Weber das Vorhaben im Sommer.
Interessierte sollten sich jedoch der körperlichen Anforderungen und der besonderen Wetterverhältnisse auf 2.000 Meter Höhe bewusst sein. Wer trotz fehlenden Vertrauens in seine handwerkliche Fähigkeiten dabei sein möchte, kann sich auch ein oder zwei Wochen als Hüttenwirt versuchen. „Täglich kommen 100 bis 300 hungrige Wanderer vorbei“, heißt es.
„Auf einer Hochgebirgsbaustelle herrscht ein besonderer Geist den man in Essen nicht mehr findet“, so Detlev Weber. Er verweist auf den besonderen Zusammenhalt innerhalb der kleinen Gruppe und verspricht den Teilnehmern: „Es werden ein oder zwei unvergessliche Wochen für alle sein, die sich auf dieses Abenteuer einlassen.“

Weitere Informationen für Interessierte sind erhältlich unter: info@dav-essen.de, Telefon 171 95 966.

Autor:

Johannes Gläser aus Essen-Nord

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