Marktleute und die Werdener müssen Abschied nehmen von „Lutti“ Schwarze
Ein Werdener Urgestein

Mit Ludger „Lutti“ Schwarze verstarb ein Werdener Urgestein. 
Foto: privat
  • Mit Ludger „Lutti“ Schwarze verstarb ein Werdener Urgestein.
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  • hochgeladen von Daniel Henschke

Ein unscheinbarer Zettel hängt am Markplatz. Die Leute bleiben stehen und schauen traurig: „Du, der Ludger ist tot.“ Der 76-Jährige hinterlässt nicht nur in der Familie eine große Lücke.

Ein Brief seiner Familie an Marktleute und die Werdener: „In tiefer Trauer müssen wir Euch leider mitteilen, dass Euer langjähriger Toilettenmann „Lutti“ ganz unerwartet und plötzlich von uns gegangen ist. Wir bedanken uns bei Euch für all‘ die schönen und lustigen Momente, sowie alle großartigen Gespräche, die Ihr „Lutti“ beschert habt! Für Ludger, Familie Schwarze.“

Die Familie stand im Vordergrund

Ludger Schwarze stammte aus einer Großfamilie, hatte zwei Schwestern und sechs Brüder. An der Brandstorstraße war immer was los. Seine Schwester Veronika erzählt: „Für Ludger stand die Familie immer im Vordergrund. Unsere Familienbande war berühmt. Mittagessen bei Mutter Maria? Da war immer Stimmung in der Bude. Die Geschwister halfen sich aus. Wir sind zusammen aufgewachsen, aber eben auch zusammengewachsen. Noch zum Fest der Familie Weihnachten saß er mitten unter uns und hat sich gefreut.“ Umso schrecklicher, dass der lebenslustige Ludger nun mitten aus dem Leben gerissen wurde. Denn er war gerne mittendrin. Bekannt wie der berühmte bunte Hund. Wer sah ihn nicht mit seinem Rollatoren durchs Dörfchen kurven, den er nach einem komplizierten Oberschenkelhalsbruch benötigte? Die Arbeiterwohlfahrt trauert um ein beliebtes Mitglied, auch in den Werdener Kneipen sorgten Ludger und seine vielen Freunde für Unterhaltungswert. Hoch ging es her, wenn dann Karten gekloppt wurden. Ludger Schwarze war berühmt-berüchtigt für seine Anekdoten und man verdrückte sich am besten unauffällig, wenn es ums Thema „früher und heute“ ging.

Eine neue Aufgabe

Der gelernte Maler arbeitete viele Jahre bei Karstadt und ging dann in den wohlverdienten Ruhestand. Die Rente jedoch tatenlos auf dem Sofa zu verbringen, kam dem kontaktfreudigen Schwarze nie in den Sinn. Eine neue Aufgabe musste her und war bald gefunden. Bürger- und Heimatverein sowie der Werbering unterstützen das öffentliche WC am Markplatz. Der bodenständige Ludger Schwarze übernahm und stellte so sicher, dass den Werdenern und ihren Besuchern ein stilles Örtchen aus der Not half. Ob sie nun vom Spaziergang kamen oder aus der Messe in der Basilika, ob sie gerade auf dem Markt einkauften oder Schützenfest und Kirmes besuchten. Der eifrige „Lutti“ öffnete sogar an Weihnachtstagen, Silvester und Neujahr. Gemütlich hatte er sich es auf engstem Raum gemacht, mit Tisch, Stühlen, Schrubber, Besen, Papierhandtüchern und Kaffeemaschine. Dies ist nun verwaist und Werden trauert um eines seiner Urgesteine.
Ein geselliger Bursche, stets ein Lächeln, aber immer auch einen flotten Spruch auf den Lippen. Sehr positiv eingestellt war er, sagt die Schwester: „Ludger konnte keiner Fliege was zuleide tun.“ Des Onkels Tierliebe war sprichwörtlich, hat Neffe Tim festgestellt: „Das war seine Leidenschaft. Er hatte seine Wellensittiche und war bester Freund aller Hunde.“ Nach dem frühen Tod der Partnerin ist Ludger Schwarze in der Brückstraße wohnen geblieben. Er wusste ja die Familie in der Nähe. Tim Schwarze: „Er freute sich unheimlich über Besuch, auch wenn wir Neffen ihm bei etwas geholfen haben.“
Die Marktleute sind bestürzt. Ihnen wird „der Lutti“ ganz besonders fehlen. Am Freitag, 18. Januar, können die Werdener Abschied nehmen. Um 9 Uhr ist das Requiem in der Basilika, die Beisetzung erfolgt um 10.30 Uhr auf dem Bergfriedhof.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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