Werdener Badmintonspieler wollen eigenen Verein gründen
Auf eigenen Füßen

Die Brüder Daniel und Tim Schwarze möchten die Badmintonabteilung der DJK Werden als eigenen Verein aufstellen. 
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Die Badmintonabteilung der DJK Grün-Weiß Werden konnte auf ihrer diesjährigen Versammlung die Weichen stellen für ein ambitioniertes Vorhaben: eine Abspaltung von der DJK Werden und die Gründung eines eigenen Vereins.

Das digitale Format wurde gewählt, um auf der rechtssicheren Seite zu sein. Der seit 2008 amtierende Abteilungsvorstand Daniel Schwarze erklärte: „Kein anderer Verein macht das so. Die warten alle auf die Möglichkeit einer Präsenzveranstaltung. Wir aber haben uns entschieden, jetzt zu tagen, damit wir Projekte nach vorne schieben können, für die das Votum unserer Mitglieder nun mal existenziell wichtig ist. Zur Stimmabgabe wurde das vom Landessportbund zur Verfügung gestellte Programm „Votes Up“ genutzt. Ein wenig tricky im ersten Moment, aber im Prinzip leicht zu handeln. Der für einen DJK-Verein selbstverständliche geistliche Impuls kam von Christian Toussaint. Der dachte nach über ein Bibelwort aus dem Lukasevangelium und eine Äußerung des Cicero: „Wir binden uns an Gesetze, um frei zu sein.“ Für Toussaint ist klar: „Diesen Gedanken kennen wir aus dem Sport. Regeln machen es für uns einfacher, gemeinsam Spaß zu haben. Regeln sollen helfen, und nicht beschränken.“

Professionalisierung

Daniel Schwarze stellte fest: „Auch wir als Sportverein mussten uns der Verantwortung zur Bekämpfung und Eindämmung der Pandemie bewusstwerden und uns dieser Verantwortung stellen. Unser Sport ist für eineinhalb Jahre fast vollständig zum Erliegen gekommen. Unsere Hallen wurden geschlossen, die im Mariengymnasium acht Monate lang. Wir haben einen unglaublichen Aufwand betrieben, um wieder ein sicheres und gewinnbringendes Training zu ermöglichen. Das war verbunden mit unendlich vielen Stunden Planung, Organisation, Materialeinkauf und Mühen.“ Im Sommer 2020 konnte Johannes von Drachenfels als erster Freiwilligendienstler in der Geschichte der Abteilung gewonnen werden. Er sei damit die erste hauptamtlich tätige Person in Abteilung und Verein, was auch maßgeblich für eine fortschreitende Professionalisierung der Vereinsarbeit spreche.

Räume gesucht

Zu erwähnen sei die Großanschaffung von Technik im Wert von mehreren Tausend Euro für die alltägliche Vereinsarbeit, wie etwa Vereinslaptops und Video-Konferenzsysteme für Gremiensitzungen oder Versammlungen. Als zweites Beispiel nannte Schwarze das neue Zentrallager im Mariengymnasium. Hier sei nun der Großteil des Vereinsequipments zentral untergebracht. Schwarze wollte aber nicht unerwähnt lassen, dass im Oktober 2020 die Nutzung des Vereinsbüros in der Sporthalle Löwental gekündigt wurde durch die Sport- und Bäderbetriebe: „Wir mussten den gesamten Raum leerräumen und die Möbel übergangsweise unterbringen. Bis heute stehen wir ohne Ersatz-Räumlichkeiten da. Hier sind wir weiterhin auf der Suche, in Werden oder Umgebung. Wir prüfen auch bauliche Möglichkeiten in Löwental.“

Entscheidender Moment

Die Coronapause habe einen Gedanken wieder hervorgeholt, der schon lange als Überlegung im Raum stand und nun konkretisiert wurde: die Abspaltung der Badmintonabteilung aus dem Mehrspartenverein und Gründung eines eigenen, reinen Badmintonvereins bei fortgesetzter DJK-Zugehörigkeit: „Wir als Abteilungsvorstand haben diese Entscheidung im Dezember 2020 einstimmig getroffen und ebenfalls im Dezember eine zustimmende Meinung des Gesamtvorstandes unseres Vereins erzielen können.“ Der neue Verein solle spätestens Ende 2022 auf eigenen Füßen stehen. Der entscheidende Moment werde die ordentliche Mitgliederversammlung des Gesamtvereins im Sommer sein, dort benötige man die Zustimmung einer ¾-Mehrheit aller anwesenden stimmberechtigten Vereinsmitglieder. Diese Versammlung wird ebenfalls digital stattfinden.

Sportlich erfolgreich

Sportwart Klaus Wronski erläuterte kurz den sportlichen Stand der Dinge. Mit sechs gemeldeten Mannschaften war die DJK in die neue Saison gestartet, drei Jugend-Mannschaften und drei Senioren-Mannschaften. Die Saison wurde abgebrochen und sollte laut Wronski möglichst nach dem aktuellen Tabellenstand gewertet werden. Hier wäre für den Verein das beste Szenario, nur einen Aufstieg, aber keinen Abstieg zuzulassen. Alle Trainer hätten durch ihr Engagement die Spieler in ihren Leistungen nach vorne gebracht. Der Club wolle zukünftig noch mehr Breite und Tiefe im Schüler-, Hobby- und Seniorenbereich. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nicht klar, ob die Saison 2021/2022 planmäßig starten werde. Nach den aktuellen Spielermeldungen könnten nur zwei Jugend-Mannschaften gemeldet werden. Dazu kämen eine erste Seniorenmannschaft in der Bezirksklasse, eine zweite in der Kreisliga und eine dritte in der Kreisklasse.

Fokussierung

Die Abteilung verzeichnet zurzeit 186 Mitglieder, im Schnitt gab es jährlich einen Mitgliederzuwachs von 14 Prozent. Daniel Schwarze spricht große Ziele an: „Wir wollen Essens größter Badmintonverein sein und das Potenzial noch besser ausschöpfen. Wir haben Großartiges geschafft und möchten noch mehr Menschen für uns begeistern und an wettkampfmäßigen Badminton heranführen. Wir haben in den vergangenen Jahren schon gigantische Sprünge gemacht und möchten das fortführen.“ Die Fokussierung auf den Badmintonsport mit den Schwerpunkten Nachwuchsarbeit, Breiten- und Wettkampfsport sowie Vereinsentwicklung und vor allem Vereinsprofessionalisierung sollen die Ressourcen bündeln. Nach dieser Ansage gab es ein klares Votum: Bei einer Enthaltung wurde Daniel Schwarze einstimmig wiedergewählt. Ihm zur Seite stehen Stellvertreter Michael Martens und Jugendwart Tim Schwarze.

Spaß haben

Aufgrund sinkender Inzidenzwerte und näher rückender Lockerungen war in Anlehnung an die Vorgaben des Landessportbundes mit einem Outdoor-Gruppentraining begonnen worden. Tim Schwarze betonte, dass es dem Verein zunächst darum gehe, sich als Verein und Gruppe wiederzufinden und gemeinsam Spaß zu haben. Das Training findet draußen statt, solange das Wetter es zulässt. Über das Anmeldeportal „Doo“ melden sich die Teilnehmer zum Training an, da die Personenanzahl pro Einheit begrenzt ist. Als Trainingsstätten in Frage kommen die Ruhrwiesen unterhalb des Sportplatzes im Löwental, das Kunstrasen-Feld am Kinderspielplatz der Brehminsel, das Stauwehr oder der Regattaturm am Baldeneysee. Regnet oder stürmt es zu kräftig, findet das Training zur gleichen Uhrzeit online als Zoom-Meeting statt.
Auch wird nun wieder ein testfreies Spielen in der Sporthalle möglich. Es gibt im Löwental 36 freie Plätze auf neun Feldern, auch hier müssen sich die Teilnehmer über Doo anmelden.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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