Charity-Event der besonderen Art

Die Stimmung war bestens beim Spielplatzfest an der Ruhrtalstraße.  
Foto: Bangert
  • Die Stimmung war bestens beim Spielplatzfest an der Ruhrtalstraße.
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Zwei gut besuchte Kinderfeste auf dem Spielplatz an der Ruhrtalstraße

Das Spielplatzfest an der Ruhrtalstraße ist immer gut besucht. Gute Stimmung und tolle Turn- und Klettergeräte. Darum kümmert sich Spielplatzpatin Kirstin Drichel seit 13 Jahren.

Die Kinder aus Werden besuchen dieses Gelände am untersten Rand der früheren Franzenshöhe nur zu gerne, ihre Eltern wissen sie da gut aufgehoben. Beschwingte Stunden, glückliches Kinderlachen, zufriedene Mamas und Papas. Was will das Herz mehr? Kirstin Drichel kam da eine Idee. Sie arbeitet schon seit längerem zusammen mit der Hilfsorganisation „Jessica Dorndorf hilft“. Es sollte doch möglich sein, dass Menschen aus dem Essener Süden sich engagieren. Sich einsetzen für die, die nicht die Möglichkeit haben, ihren Kindern das Nötigste zu ermöglichen: „Wir richten am Sonntag noch ein Fest aus!“ Hier sollten auch die Kinder ausgelassen toben dürfen, die weit entfernt von Werden wohnen und sonst wohl nie den Weg an die Ruhrtalstraße finden würden.

Ein richtig schöner Tag

Der Gedanke setzte sich fest und Geschäftsfrau Drichel nutzte ihre Kontakte. Für den geplanten Charity-Event der besonderen Art war Klinkenputzen angesagt. Große Hilfe war da eine großzügige Spende der Sparkasse Essen von 3.500 Euro. Die Spielplatzpatin strahlt: „Ich konnte Petra Bender für die Idee gewinnen. Die Leiterin der Sparkassenfiliale Werden ist Schatzmeisterin bei uns im Vorstand des Werberings. Mit diesem Geld konnte eine Zuckerwatte-Maschine gekauft, eine Kinderschminkerin engagiert und eine Kinderdisco eingeladen werden. Zudem war das Spielmobil des Kinderschutzbundes vor Ort und die Kinder hatten jede Menge Spaß beim Kistenklettern und auf der Hüpfburg.“ Die Firma Boden stellte einen Shuttlebus zur Verfügung, einigen Familien wurden kostenlosen Bustickets gestellt. So waren die Voraussetzungen ideal, um einen richtig schönen Tag zu verleben. Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann und Daniel Behmenburg als Vorsitzender der SPD-BV-Fraktion folgten gerne der Einladung. Behmenburg hatte bereits am Vortag eine Stippvisite eingelegt, bei der Tombola kräftig Lose für den guten Zweck gekauft und auch einige Preise errungen. Denn hier wurden Mittel generiert für den Spielplatz, sagt die Patin: „Wir möchten für zukünftige Feste gerne Mehrweggeschirr kaufen und die ganzen Hölzer hier selbst imprägnieren. Das kostet nun mal Geld.“

Nachdenkliche Zwischentöne

Leider kam das Fest am Sonntag nicht ohne einen Eklat und nachdenkliche Zwischentöne aus. Zunächst hatte sich Kirstin Drichel mächtig aufregen müssen: „Die Einfahrt war versperrt. Als dann der Bauer ankam, der seinen Streichelzoo zugesagt hatte, wurde es absurd. Er benötigte Absperrgitter, die hätten wir ihm auch an die vorgesehene Stelle getragen. Doch plötzlich bockte der Mann und zog einfach wieder ab. Das hat uns Initiatoren schon sehr enttäuscht. Glücklicherweise tat das der Stimmung keinen Abbruch.“ Alles war kostenfrei. Aber irgendwie kamen weniger Familien, als zugesagt hatten. Kirstin Drichel war schon ein bisserl enttäuscht, dass dadurch einige Kinder dieses Fest nicht erleben konnten: „Aber man kann sie ja nicht zu ihrem Glück zwingen. Ist aber doch schade.“ Denn verpasst haben die „Stubenhocker“ beste Stimmung, locker-flockige Musikbeschallung, Eiswagen, Kuchen und Getränke. Später rückte noch Peter Ellies an mit Kindern und Betreuern des SOS Kinderdorfes, im Gepäck jede Menge leckerer Würstchen. Die Schirmherrschaft hatte AWO-Geschäftsführer Oliver Kern übernommen: „Großartig, was die Spielplatzpatin hier angeboten hat. Tolle Aktion. Da, wo staatliche Hilfe nicht funktioniert, springt Jessica Dorndorf ein und hilft.“ Ein großes Netzwerk ist da entstanden, mit Kleiderkammer und vielen ehrenamtlichen Helfern. Gemeinsam wurde es geschafft, den Kindern einen tollen Tag zu bereiten. Aber es bleiben Fragen. Jessica Dorndorf zeigt auf eine vielköpfige Gruppe: „Wieso kommen solche Familien erst nach einem Aufruf im Internet hierhin und nicht einfach so?“ Ein gewisses „Fremdeln“ zwischen Essener Norden und Süden ist wohl nicht wegzudiskutieren. Immerhin: „Ganz wunderbar, wie die Kinder gespielt, getobt und sich den Bauch mit Süßigkeiten vollgestopft haben.“ Jetzt muss sie aber noch ein Kompliment loswerden: „Kirstin ist eine total tolle Mitarbeiterin.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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