Förderverein Evangelische Kirche Werden ermöglicht Orgelsanierung und Konzertflügel
Exquisite Instrumente

Die Fördervereinsvorsitzende Sabine Mika mit dem neuen Flügel der evangelischen Kirche Werden.
Foto: Bangert
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  • Die Fördervereinsvorsitzende Sabine Mika mit dem neuen Flügel der evangelischen Kirche Werden.
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Die wertvolle Orgel der evangelischen Kirche Werden wurde aufwändig restauriert. Beim deutschlandweiten Wettbewerb „Orgel des Jahres“ belegte sie den zweiten Platz. Sabine Mika freut sich sehr und hat noch weitere Neuigkeiten.

Die Vorsitzende des Fördervereins lächelt: „Wir hatten uns schon sehr darüber gefreut, als wir Orgel des Monats Januar 2020 wurden. Und jetzt sogar noch Silber. Ich bin glücklich, dass wir durch das Rühren der Werbetrommel so viele Leute mobilisieren konnten. Mein herzlicher Dank gilt allen, die für unsere Orgel gestimmt haben.“ Am Ende hatte die Renaissance-Orgel in Uttum mit 37,1 Prozent aller Stimmen ganz knapp die Nase vorn, mit 34,8 Prozent ging der zweite Platz an Werden.

Gutes altes Handwerk

Die Orgel stellt durch die enormen Klangmöglichkeiten ihres spätromantisch gestimmten Werkes viele andere „barockisierte“ Schwestern in den Schatten. Renommierte Musiker stehen Schlange, um bald auf ihr spielen zu dürfen. Doch Defekte und Schimmel hatten dem Opus 885 der berühmten Ludwigsburger Orgelbaufirma E. F. Walcker sehr zugesetzt. Um sie für die nächsten Jahrzehnte spielfähig zu halten, wurde die Orgel nun aufwändig saniert, dafür in sämtliche Einzelteile zerlegt. Baukirchmeister Bodo Besselmann kann und will seine Faszination für dieses wundervolle Instrument nicht verbergen: „Das ist noch gutes altes Handwerk.“

Die Fördervereinsvorsitzende Sabine Mika kann beeindruckende Zahlen auf den Tisch legen: „Die Gesamtsumme von 120.000 Euro ließ uns zuerst schlucken. Doch wir hatten bereits einen Grundstock zur Seite gelegt. Dann gab es eine stattliche Fördersumme vom Bund. Hier hatte die Ehefrau unseres früheren Vereinsvorsitzenden Jochen Alsleben den Kontakt geknüpft zum Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer - er war früher ihr Schüler. Hauer besichtigte unsere Orgel und versprach Hilfe. Und sie kam in Form von 50.000 Euro.“

Mit einem Video feierten Sabine Juchem und Bodo Besselmann die Orgel. Der Baukirchmeister hielt die Kamera drauf und die Kirchenmusikerin spielte immer wieder, bis alle Aufnahmen stimmig und synchron im Kasten waren. Es folgten Nachtschichten am Schneidetisch und nun kann der Förderverein dank freundlicher Unterstützung der Stadtbezirkes IX stolz seine Orgel digital präsentieren.

Ein Herzenswunsch

Ganz warm ums Herz wird Sabine Mika, wenn sie an die vielen großzügigen Spenden aus der Bevölkerung denkt: „Die Leute haben uns vertraut. Ihr Geld ist gut angelegt.“ Am Ende war genug zusammen kommen, um auch noch den Musikern am Orgel-Spieltisch eine höhenverstellbare Sitzbank sowie gute Beleuchtung zu ermöglichen. Bodo Besselmann hatte einen alten Leuchtarm gefunden: „Er stammt wohl aus dem Jahr 1906, als die Kirche mit elektrischem Strom ausgestattet wurde. Nun hat er neueste LED-Technik.“

Ausruhen wird sich der Förderverein bestimmt nicht, sagt Sabine Mika: „Wir fangen wieder damit an, einen Grundstock zu bilden für die nächste Sanierung. Überall in der Kirche knirscht und knarzt es. Der Seiteneingang bräuchte dringend ein schützendes Vordach. Die Beleuchtung muss optimiert werden. Und dann haben wir noch einen Herzenswunsch erfüllen können. Die Qualität der Kirchenmusik ist so hoch, dass es einfach mehr sein musste als ein in die Jahre gekommenes Klavier, welches eigentlich nur für Chorproben gedacht ist.“

Musik bekommt Flügel

Ab sofort komplettiert ein vorzüglicher Konzertflügel den Reigen exquisiter Instrumente und die Kirchenmusiker Sabine Juchem und Matthias Geuting sind glücklich. Das Oberhausener „Pianohaus Keienburg“ stellte in den vergangenen Jahren die für Swing-Gottesdienste benötigten Konzertflügel. Von daher wussten Vater und Sohn Keienburg ganz genau, welches Piano zum Werdener Sakralbau passt. Er stammt aus dem Nachlass einer alten Dame, bestens gepflegt und jedes Jahr inspiziert. Der fünf Jahre alte Yamaha-Flügel glänzt wie neu und ist mit seiner Robustheit gut geeignet, den starken Temperaturschwankungen im Kirchenraum zu trotzen.

Über den Kaufpreis wurde man sich schnell einig. Sabine Mika muss schmunzeln: „Wir sind in unserem Budget von 15.000 Euro geblieben. Dass wir letztlich sogar noch drunter liegen, ist Bodo Besselmann zu verdanken, der gut verhandelt hat.“ Immerhin handele es sich hier ja um Mitgliedsbeiträge und Spendengelder, mit denen man sorgfältig haushalten müsse: „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch mehr Mitglieder unserem Förderverein Evangelische Kirche Werden e.V. anschließen würden. Zurzeit sind wir 150 von guter Musik und unserer schönen Kirche Begeisterte, die gerne neue Mitstreiter begrüßen würden.“

Mehr Orgelmusik

Am Samstag, 3. Juli, wird die beliebte Reihe „Orgelmusik zur Marktzeit“ wieder aufgenommen und für Freitag, 17. September, steht die Werdener Orgelnacht auf dem Programmzettel. Sabine Mika möchte noch nicht zu viel verraten: „Von den üblichen vier Teilen des Konzertes haben wir uns für dieses Jahr schon verabschiedet. Wir möchten noch mehr Möglichkeiten zum Gespräch bieten. Das Bedürfnis nach Begegnung ist in der Pandemie enorm gestiegen. Mal sehen, was die Schutzbestimmungen im September ermöglichen. An Künstlern mangelt es uns nicht. Ein Teil des Abends wird auf jeden Fall von Professor Stangier gestaltet.“ Roland Maria Stangier hat seit 1994 an der Folkwang Universität der Künste eine Professur inne für Orgel und Orgelimprovisation.

Der Förderverein ist unter www.fv-kirche-werden.de zu erreichen und verwendet die Mitgliedsbeiträge von jeweils 60 Euro jährlich, Spenden von Firmen und Privatpersonen und Konzerteinnahmen für seine Arbeit. Für Spenden steht das Konto IBAN DE63 36050105 000 1609 056 bei der Sparkasse Essen bereit. Wenn gewünscht, gibt es eine steuerlich einsetzbare Spendenbescheinigung.

Die Fördervereinsvorsitzende Sabine Mika mit dem neuen Flügel der evangelischen Kirche Werden.
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Aufwändig saniert lockt die Werdener Walcker-Orgel die Musiker zum Spiel. 
Foto: Bangert
Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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