Gegen das Vergessen

Auf Spurensuche begibt sich das Theater Thesth mit ihrem neuen Stück "Gegen das Vergessen" unter anderem mit Michael Bückert und Andrea Weikam.
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  • Auf Spurensuche begibt sich das Theater Thesth mit ihrem neuen Stück "Gegen das Vergessen" unter anderem mit Michael Bückert und Andrea Weikam.
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 Theater Thesth präsentiert neues Stück

„Kommt, wir wollen sterben gehen“-Das könnte die inoffizielle Hymne der Soldaten des ersten Weltkrieges gewesen sein. Millionen Soldaten fielen, gerieten in Gefangenschaft oder kehrten verwundet, physisch wie psychisch, in die alte Heimat zurück.

„Spurensuche - Gegen das Vergessen“- So lautet das aktuelle Stück der Theatergruppe Thesth aus Frohnhausen, die damit eben an diesen grausamen Krieg die Erinnerung auf diese Weise wach halten will.
„Unser Stück ist eine Spurensuche Deutschlands im ersten Weltkrieg“, erklärt Mechthild Friedburg. „Es ist eine Collage mit Liedern, Tagebuchauszügen, Briefen, Geschichten und Erzählungen von Soldaten und Zivilisten aus den Jahren 1914 bis 1918.“ Bereits 2014 hat das Ensemble eine Spurensuche im ersten Weltkrieg inszeniert, damals als Beitrag zum Kooperationsprojekt der Stadt Essen „1914-1918, Schönheit und Schrecken im 1. Weltkrieg.“

Spurensuche anhand von Soldatenbriefen

Vorgetragen werden in dieser Inszenierung Briefe von Soldaten, die ihren Eltern, Ehefrauen und Kindern von der Front schrieben. Und umgekehrt. Authentische Texte aus dieser Zeit. „Auch wir haben einen persönlichen Bezug zu dieser Thematik“, erklärt Mechthild Friedburg. „Der Bergmann Anton und die Schneiderin Bernadine sind reale Personen gewesen, nämlich die Vorfahren von Walburga Lindow. Sie haben sich tatsächlich auch diese Briefe geschrieben und es ist sehr spannend zu sehen, was der Inhalt war. Die Personen auf dem Familienportrait des Plakats sind meine Verwandten.“
Der erste Weltkrieg war sehr gut vorbereitet. Seit 1909 lief die Kriegsindustrie auf vollen Touren, ganze Abschlussklassen wurden, zuvor von den eigenen Lehrern zutiefst indoktriniert, vom Klassenzimmer an die Front versetzt. Der erste Weltkrieg war ein moderner Krieg, ein Krieg der Ingenieure und Wissenschaftler, ein Stellungskrieg so wie ein Krieg der Materialschlachten und des Giftgases.

Giftgas und „Kriegszitterer“

Zu Beginn war die Kriegsbegeisterung im gesamten Land so hoch, dass Männer es gar nicht erwarten konnten, endlich ihren Einberufungsbescheid zu bekommen. So wie Anton, der Bergmann, aus dessen Umfeld schon jeder an die Front durfte, nur er noch warten musste. Auf die Sorge seiner Frau meinte er zuversichtlich: „Du wirst sehen, Weihnachten bin ich wieder da.“ Doch, dass es das Weihnachtsfest ganze sechs Jahre später sein würde, damit rechnete keiner. Auch nicht Rudoph Lukas, Max Waldhausen, Wilhelm Spengler, Ernst Pohl und Wasserzieher. Ihre Briefe sind es, die als die wichtigsten Zeitzeugen fungieren und die einen Einblick in den Alltag an der Front, sowie die Schrecken des Krieges geben. Die Dokumente, mit denen eine Spurensuche erst möglich wird.

Berühmtes Kinderlied eigentlich Kriegslied

Doch das Theater Thesth wäre nicht das Theater Thesth, wenn es lediglich Briefe rezitieren würde. Unterlegt mit passender Geräuschkulisse und vor allem mit populären Kriegsliedern und anderem Liedgut sowie Gedichten aus dieser Zeit, wird eine Stimmung und Atmosphäre erzeugt, die dem Zuschauer den ein oder anderen Schauer den Rücken hinablaufen beziehungsweise die Haare zu Berge stehen lassen. „Maikäfer, flieg“, „Mein Michel, was willst du noch mehr“ und das Gedicht „Komm, wir wollen sterben gehen“ sind nur Beispiele dessen.
Weitere Termine sind der 10. / 13. Mai sowie der 9. / 10. Juni 2018. Beginn ist um 19 Uhr, Karten sind an der Abendkasse zu erwerben. Veranstaltungsort ist der Veranstaltungssaal Haus Grotehof, Raumerstr. 74.

Autor:

Kathrin Hinterschwepfinger aus Essen-West

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