Misteldrossel
Der Vogel, der lange selbst sein Verderben kackte :-))

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Misteln, die früher zur bevorzugten Winternahrung dieser Drosseln gehörten und daher  auch namensgebend für die Misteldrossel waren, wurden nschon seit der Römerzeit wegen ihrer klebrigen Konsistenz zur Herstellung der Leimruten verwendet, mit denen man  Vögel, u.a. auch Drosseln, fing. Da die Misteldrosseln den unverdaulichen Samen mit einem Rest des klebrigen Fruchtfleisches auf einen Ast ausschieden und so zur Verbreitung der Misteln beitrugen, findet man schon in alten lateinischen Schriften den Spruch: Turdus ipse sibi cacat malum . ( freie Übersetzung siehe oben!)

Bei der Vogelbeobachtung ist es oft gar nicht so einfach, die Mistel- von den Singdrosseln zu unterscheiden. Am Auffälligsten ist der Größenvergleich. Die Singdrossel ist deutlich kleiner und wirkt viel zierlicher. In der Praxis wird man diesen Vergleich jedoch nicht anstellen können, da Vergleichsmaßstäbe fehlen.
So konnte ich auch bei dem Vogelpaar im Gervinuspark nicht vor Ort entscheiden, ob es sich um Sing- oder Misteldrosseln handelt.
 Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Oberseite, die bei der Misteldrossel graubraun, bei der Singdrossel warmbraun gefärbt ist. Das eindeutigste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die Ausprägung der braunen Flecken auf Brust und Bauch. Bei der Singdrossel fallen diese Flecken pfeilförmig aus, bei der Misteldrossel sind sie eher rundlich. (Zum Vergleich habe ich als letztes Foto das Bild einer Singdrossel beigefügt.)
Aber auch die Lebensweise gibt Hinweise auf die Art. Singdrosseln geben sehr ungerne ihre Deckung auf. Sie wird man viel seltener auf offenen Flächen - wie hier im Gervinuspark- antreffen als Amseln und Misteldrosseln.  Die gefundenen Würmer- Singdrosseln fressen viel lieber Gehäuseschnecken- deuten darauf hin, dass das beobachtete Pärchen im Park bereits eine Brut zu versorgen hatte. Misteldrosseln brüten bereits ab Ende März.
Dass ich die Miseldrosseln auf dem Rasen zusammen mit Staren, mit denen sie gemeinsam nach Nahrung suchten, beobachten konnte, war mireine besondere Freude.
update (11.4.2021): In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag hatte es durchgeregnet. Am Sonntagmorgen hielten sich die Misteldrosseln wieder im gleichen Parkteil auf. Diesmal mussten sie die Regenwürmer, die ihre Gänge verlassen hatten,  nur vom Weg absammeln.Anders als im Gras, konnte man nun auch ihre gelblich braunen Beine erkennen.

Autor:

Bernd Dröse aus Essen-West

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