Drei Fragen an …Dr. med. Markus Klotz zum Thema: Unfälle mit Kopfverletzungen bei Kindern

Dr. Markus Klotz (links), Leiter der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen mit seinem Team. Foto: Kinderklinik
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1. Bei welchen Unfällen von Kindern kann es zu Verletzungen wie dem Schädel-Hirn-Trauma kommen?
Das kann im Säuglingsalter ein Sturz vom Wickeltisch sein, in der Lauflernphase ein Umfallen, ein Sturz beim Fahrradfahren oder gar der Sturz aus dem Fenster. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Bei Kindern gilt, je kleiner sie sind, ist der Kopf das Schwerste und darum fallen sie auf den Kopf. Das Schädel-Hirn-Trauma reicht von der Beule am Kopf, die schon eine Schädelprellung ist, bis zu schweren Verletzungen, die Folgen nach sich ziehen wie spastische Lähmungen oder Epilepsie. Die Schwere ist daran erkennbar, wie lang eine Bewusstlosigkeit nach einem Sturz anhält.

2. Gibt es in der Kinderklinik Fälle von Schädel-Hirn-Traumata?
Wir haben pro Tag zwischen zwei und vier Kinder wegen des Verdachts einer Gehirnerschütterung, die auch zu SHT zählt, hier zur Beobachtung oder Behandlung. Man kann ja nicht in den Kopf hineinschauen und darum muss abgewartet werden, was innerhalb von 48 Stunden passiert. Denn auch wenn ein Kind nach einem Sturz wieder aufsteht und zunächst weitermacht wie bisher, muss das nicht heißen, dass der Sturz folgenlos war. Sehstörungen, Erbrechen oder Kopfschmerzen können auch später auftauchen. Mir fallen als Beispiele zwei Fälle ein, die wir hier behandelt haben. Ein 14-Jähriger, der mit sieben Jahren einen Fahrradunfall ohne Helm hatte, sitzt im Rollstuhl. Ein Mädchen, das mit vier oder fünf Jahren im Treppenhaus zwischen dem Geländer über mehrere Etagen hinuntergefallen ist und lange im Koma lag, ist heute ohne Folgen. Solche schweren Fälle haben wir drei bis vier pro Jahr. Viele davon sind Fahrradunfälle und hätten die Kinder einen Helm getragen, wäre der Aufprall abgemildert worden.

3. Ist die Kinderneurologie-Hilfe eine Bereicherung für die Stadt?
Damit ist eine Lücke gefüllt worden und ich bin sehr froh, dass die Lebenshilfe mit der Kinderneurologiehilfe und der Kinderklinik die Lücke schließt. Wir beraten die Kinderneurologie-Hilfe im medizinischen Bereich und bieten Untersuchungen im Sozial- und Neuropediatrischen Zentrum an. Wir haben hier eine Neuropsychologin an der Klinik, die psychologische Testuntersuchungen durchführen kann und verunfallte Kinder auf Störungen von Denkfunktionen und ähnliches untersuchen kann.

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