Außer Haus – WLAN aus!

Schalte die WLAN-Funktion Deines Handys aus, wenn Du das Haus verläßt!
Du gehst aus dem Haus und denkst, dass Dein WLAN 50 Meter weiter ja nicht mehr funktioniert? Das ist nur zum Teil richtig. Du hast zwar keine Verbindung zum WLAN in Deiner Wohnung, aber die WLAN-Funktion in Deinem Handy arbeitet weiter – und zwar so:

Dein Handy sucht sich ständig eine neues WLAN und wenn es eines findet, sendet es Deine Mac-Adresse. Das ist die persönliche Identifikationsnummer Deines Handys – sie ist einmalig vergeben. Sie sieht so aus: MAC-Adresse: 40-E3-08-U5-50-64. Deine eigenen MAC-Adresse kannst Du z.B. im Menu Deines WLAN-Routers unter angemeldete Geräte auslesen.

Warum es sinnvoll ist, das WLAN auszuschalten? Du betrittst z.B. die Filiale eines großen Discounters und Dein WLAN ist an. Es versucht, sich in das WLAN des Discounters einzuloggen und versendet natürlich Deine MAC-Adresse. Darauf sind viele Discounter vorbereitet. Du bekommst zwar keine WLAN-Verbindung, aber Deine Anwesenheit wird nun registriert und nicht nur das. Dein Weg durch den Laden und die Verweildauer vor den Regalen wird registriert. Aus der Signalstärke können die WLAN-Sender ermitteln, ob DU Dich gerade an der Wursttheke oder am Windelregal befindest. Und durch die Datenspeicherung weiß man schon, ob Du regelmäßig den Laden aufsuchst oder nur hin und wieder zum Großeinkauf.

Datenschützer befürchten, dass weitere Informationen gespeichert werden. Es wäre mit der Methode auch möglich zu registrieren, welches Handy am nächsten an der Kasse ist. Das hätte zur Folge, dass der Zahlungsvorgang mit den Daten, die über Deine Mac-Adresse gewonnen wurden, verknüpft werden können. Man kennt jetzt Deinen Namen und Deine Bankverbindung. Etwa ein Viertel aller Handelsketten verfolgt schon die Laufwege ihrer Kunden, mehr als ein weiteres Viertel plant das für die Zukunft.

Die Analysen der Laufwege und Verweildauer im Einzelhandel ist nicht nur auf den Aufenthalt in den Läden beschränkt. Es gibt bereits Innenstädte mit fast oder vollständig kostenlosem WLAN, wo genau das Gleiche passiert. Es wird aufgezeichnet, welchen Weg Du nimmst, bzw. Dein Handy. Läufst Du durch die Stadt und bleibst länger vor den Schaufenstern der Optiker stehen, suchst Du wahrscheinlich einen neue Brille. Laß jetzt mal Deine Phantasie spielen ….

Schon 2012 hat die US-Supermarktkette Target per Datenanalyse die Schwangerschaft einer Minderjährigen aus Minnesota erkannte, noch bevor es ihr eigener Vater tat. Die Datenanalysten der Target-Märkte haben damals den Schwangerschafts-Vorhersage-Wert erfunden. Das war möglich, weil jeder Target-Kunde eine Identifikationsnummer verpasst bekam, die mit seinen Kreditkartendaten, seinem Namen oder seiner E-Mail-Adresse verknüpft war. So konnte Target nachverfolgen, was seine Kunden kaufen und das mit Daten aus anderen Quellen – zum Beispiel von spezialisierten Datensammel-Programmen – ergänzen.

Die Analyse ergab unter anderem, dass Schwangere ab einem bestimmten Zeitpunkt vermehrt unparfümierte Lotionen kaufen. Target konnte aus dem veränderten Konsumverhalten sogar schließen, wann ungefähr die Geburt ansteht – und diese Informationen für zielgerichtete Werbung nutzen.

Jeder muss, wenn er Kenntnis von den Methoden der Datenkraken hat, tun, was er für richtig und notwendig hält. Doch darf sich dann niemand darüber beklagen, wenn ihm plötzlich eine Werbe-Packung mit kostenlosen Kondomen ins Haus flattert, weil er länger vor dem Kondomregal im Supermarkt stand (ohne zu kaufen), als an der Wursttheke.

Doch nicht alle WLANe spähen Dich aus. Solltest du in Deiner Stadt einen Freifunk Hotspot finden, dann kannst Du ihn getrost nutzen. Beim Freifunk wird niemand ausgespäht.

Quelle: DIE GLAZETTE

Autor:

Ralf Michalowsky aus Gladbeck

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