Ein Zeichen „Für Kevin“ - Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen beim Appeltatenfest

„Für Kevin“ - ein Zeichen der Solidarität mit dem schwer verletzten jungen Mann wird mit dem blauen Schal beim Appeltatenfest gesetzt,(v.l.) Bürgermeister Ulrich Roland, Gabriele Stegemann, Dr. Thomas Wilk und Agnes Stappert.
  • „Für Kevin“ - ein Zeichen der Solidarität mit dem schwer verletzten jungen Mann wird mit dem blauen Schal beim Appeltatenfest gesetzt,(v.l.) Bürgermeister Ulrich Roland, Gabriele Stegemann, Dr. Thomas Wilk und Agnes Stappert.
  • Foto: Gensheimer
  • hochgeladen von Annette Robenek

Blau-weiße Solidaritätsbekundungen für Kevin werden neben dem typischen Apfelrot die Farben des diesjährigen Appeltatenfests bestimmen. Zudem werden verstärkt Ordnungskräfte, Polizei, Feuerwehr und das Jugendamt am 3. und 4. September präsent sein. Nach der Tragödie bei „Gladbeck Total“ wurde das Sicherheitskonzept erweitert, damit kein weiteres Unglück einen Schatten auf die Stadt wirft.

Dem Zufall will Bürgermeister Ulrich Roland beim Traditionsfest nichts überlassen. „Wir wollen weiterhin unsere Stadtfeste feiern, fröhlich, fair und im respektvollen Umgang miteinander“, betont Roland. Immer noch ist das Stadtoberhaupt betroffen von dem bedauerlichen Vorfall, der sich hinter dem Rathaus im Mai bei der inoffiziellen Jugendparty ereignete. Auf diese richtet sich auch daher beim Appeltatenfest ein besonderer Augenmerk.
„Da die Marktplatzfete nicht von allen jungen Leuten angenommen wird und wir wieder mit einer Party hinter dem Rathaus rechnen, wird dort eine zusätzliche mobile Wache postiert. Ein Lichtballon vom THW, der auf dem Deck des Sparkassen-Parkhauses installiert wird, wird die Fläche in ein angenehmes Licht tauchen. Auch die Polizei und das Ordnungsamt werden verstärkt vor Ort sein“, erläutert Ordnungsdezernent Dr. Thomas Wilk.
Absolute Sicherheit kann aber auch er nicht versprechen, zumal die Fläche hinter dem Rathaus kein offizieller Veranstaltungsort ist. „Die zunehmende Gewaltbereitschaft ist eine bedauerliche, gesellschaftliche Entwicklung. Auch durch neue Medien wie Facebook & Co. können solche Tendenzen verschärft werden.“ So wird auch die städtische Facebook-Seite genau beobachtet, dort haben sich bereits über 1000 Nutzer zum Appeltatenfest verabredet - zum friedlichen Feiern. „Wir haben das im Blick“, verspricht Wilk.
Das Jugendamt wird ebenfalls noch präsenter sein, leuchtend orangefarbene T-Shirts kennzeichnen die Mitarbeiter, die mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen wollen. „Zudem werden wir den Präventionsstand und den Alkoholparcours hinter dem Rathaus platzieren, um direkt im Vorfeld einwirken zu können,“ kündigt Agnes Stappert, Leiterin des Amtes für Jugend und Familie an. Das Jugendamt möchte mit den Jugendlichen außerdem eine Reihe von Überraschungsaktionen durchführen und mit ihnen während des Abends den Platz reinigen. „Auch ein sauberes Umfeld wirkt deeskalierend.“
Ein weiterer Baustein im Sicherheitskonzept ist die gemeinsame Einsatzleitstelle, die zur besseren Abstimmung aller beteiligen Sicherheitskräfte dient. Mobile Wachen der Polizei und Fahrzeuge des Ordnungsdienstes werden auf dem Willy-Brandt-Platz, der Postallee und in der Nähe des Marktplatzes eingesetzt. Die privaten Sicherheitsdienste haben ihr Personal auf das Doppelte erhöht und sind mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort.
Mehr Kooperation und Transparenz hätte sich Bürgermeister Roland in diesem Zusammenhang von der Polizeipräsidentin des Kreises, Dr. Katharina Giere, erhofft. Auf Anfrage der Stadt, mit wieviel zusätzlichen Polizeikräften man zum Stadtfest rechnen könne, erhielt Roland die eher lapidare Antwort „Mit ausreichend“.
Eine Antwort, mit der der Bürgermeister - gerade vor dem Hintergrund des Unglücks bei „Gladbeck Total“ - nicht zufrieden ist. Ein Schreiben an den Innenminister des Landes NRW Ralf Jäger folgte, eine Reaktion darauf steht noch aus.
Roland setzt auch auf die Beteiligung von den jungen Gladbeckern, die sich bei einem Gespräch im Ratssaal und anschließenden Treffen für die Durchführung des Festes engagiert haben.
„Die überwiegende Mehrheit will friedlich und fröhlich feiern, viele junge Menschen sind traurig über Kevins Schicksal.“ Ein Zeichen der Solidarität mit dem verletzten jungen Mann wird daher auch beim Appeltatenfest gesetzt. Für zwei Euro wird vor dem Eingang des Rathauses ein blauer Schal mit dem Stadtwappen und dem Schriftzug „Für Kevin“ angeboten.
Der Erlös kommt Kevin und seiner Familie, mit der diese Aktion abgesprochen ist, zugute.

Autor:

Annette Robenek aus Gladbeck

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