Wem gehört Luther? Filmischer Rückblick auf Luther-Gedenken in DDR und BRD

Luther-Briefmarken der DDR aus dem Jahr 1983.
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  • Luther-Briefmarken der DDR aus dem Jahr 1983.
  • Foto: Martin-Luther Forum
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Gladbeck.Wem gehört Luther? Diese Frage wird am Donnerstag, 19. Januar, 19.30 Uhr, im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck, Bülser Straße 38, gestellt: mit der Vorführung des gleichnamigen 16mm-Lichtton-Films aus dem Jahr 1983 (Eintritt frei).

Damit wird im 500. Jubiläumsjahr der Reformation zurückgeblickt auf Impressionen aus dem Jahr 1983, als Martin Luthers 500. Geburtstag im damals noch geteilten Deutschland gefeiert wurde. Der 47-minütige Film „Wem gehört Luther“ gibt einen Überblick über Luther-Veranstaltungen 1983 in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland. Der Kunsthistoriker Dr. Martin Steffens (Berlin) wird eine Einführung ins Thema geben.

„Im 500. Jubiläumsjahr der Reformation ist es aufschlussreich, auf 1983 zurück zu blicken“, sagt Dr. Martin Steffens und begründet das so: „Insbesondere die Lutherrezeption in der DDR vermag es, den Blick auf die aktuelle Gedenkpraxis zu schärfen. Darin wird deutlich, dass die Erinnerungskultur nicht etwa konstant bleibt, sondern starken Veränderungen unterworfen ist, die im wenigsten theologisch motiviert sind. Politische, gesellschaftliche und sogar ökonomische Faktoren haben in der DDR seit den 1950er Jahren zu einem dramatischen Wandel der staatlichen Inanspruchnahme Luthers geführt. In Vorbereitung auf das Jubiläum 1983 wurde das zuerst ambivalente Verhältnis zu Luthers historischer Leistung im Rahmen der staatlichen Lutherehrung zu einer fast vorbehaltlosen Einbindung in das Selbstverständnis des Staates.“

Heute, wie es besonders anlässlich des Luther-Jahrs 1983 deutlich wurde, würdigt ihn die DDR als führende Persönlichkeit des Übergangs vom Feudalismus zur frühbürgerlichen Gesellschaft. Sein Bild ist dabei vom Marxismus-Leninismus geprägt, sein Ringen um die Wahrheit des Evangeliums tritt in den Hintergrund.
Auch in der Bundesrepublik gibt es vielschichtige Ansichten über Luther. Historiker und Theologen stellen jeweils verschiedene seiner Leistungen und Meinungen in den Mittelpunkt ihrer Forschung. Dieser Film, der an vielen Orten der Bundesrepublik und der DDR im Luther-Jahr entstand, zeigt jedoch, dass Luther noch heute eine Kraft ist, die Menschen über Grenzen hinweg zusammenführt, und die auch Staat und Kirche in der DDR veranlasste, einen Schritt aufeinander zuzugehen.

Der Film wird im Martin Luther Forum Ruhr nicht digital per Beamer gezeigt, sondern es wird via Siemens-Projektor die Original-16mm-Lichtton-Schmalfimproduktion abgespielt. Bis zum Ende der 90er Jahre wurden Filme, Reportagen und Dokumentationen weltweit überwiegend auf 16 mm gedreht. Für die Vorführung in Großkinos und auch im Fernsehen wurden diese Filme auf 35mm-Film umkopiert.

Luther-Briefmarken der DDR aus dem Jahr 1983.
Autor:

Lokalkompass Gladbeck aus Gladbeck

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