Von zuhause aus
Hagener Arbeitgeber ermöglichen auch nach der Pflicht das Homeoffice

Die Ende Januar eingeführte Homeoffice-Pflicht ist seit Beginn dieses Monats aufgehoben. Trotzdem arbeiten viele Büromitarbeiter weiterhin von Zuhause aus. Hagen bildet da keine Ausnahme.
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Seit Ende Januar mussten Arbeitgeber ihren Büromitarbeitern die Möglichkeit bieten, von zuhause aus zu arbeiten. Weil die Coronalage sich deutlich stabilisiert hat, ist diese sogenannte Homeoffice-Pflicht zum 1. Juli ausgelaufen. Doch wie eine Anfrage des Stadtanzeigers bei einigen Arbeitgebern zeigt, werden wohl auch künftig Mitarbeiter im Homeoffice bleiben.

Von Vera Demuth

Für die rund 3.200 Mitarbeiter der Stadt Hagen besteht weiterhin die Möglichkeit, vorrangig im Homeoffice zu arbeiten. "Gleichwohl wurden alle Dienstleistungen für die Kunden wieder aufgenommen, und alle notwendigen persönlichen Vorsprachen werden realisiert", erklärt Michael Kaub, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. "Damit variiert die Anzahl der Mitarbeiter vor Ort, wird aber zum Schutz aller, Bürger wie Mitarbeiter, weiterhin auf wenig Präsenz reduziert."
Pro Arbeitswoche können Mitarbeiter der Stadtverwaltung freiwillig zwei kostenlose Coronaschnelltests in den Teststellen neben der freiwilligen Bürgertestung machen lassen.
Für die künftige Arbeitsplatzgestaltung beschäftigt sich die Stadt mit der Frage, "wie die Ausgestaltung der Teleheimarbeit zukünftig technisch und organisatorisch optimiert werden kann, damit diese für die Mitarbeiter noch attraktiver wird", so Kaub. Bereits vor der Pandemie konnten Mitarbeiter einen Heimarbeitsplatz beantragen, sofern dies bei ihren Aufgaben möglich war.
Bei der Fern-Universität Hagen sind rund die Hälfte der 1.800 Beschäftigten zurück an der Uni, seitdem die Corona-Arbeitsschutzverordnung keine Homeoffice-Pflicht mehr vorsieht. "Seit Anfang Juli arbeitet die FernUniversität im Wechselturnus, das heißt maximal 50 Prozent der Mitarbeitenden einer Organisationseinheit sollen in der Regel in Präsenz vor Ort sein. Wer wann wo arbeitet, regeln die einzelnen Bereiche selbst", erläutert Pressereferent Gerd Dapprich.

Flexibilisierung der Arbeit

Die Uni sieht alternierende Telearbeit, Homeoffice und Mobile Office als Arbeitsformen, die eine räumliche und zeitliche Flexibilisierung der Arbeit ermöglichen. Daher konnten Mitarbeiter sie schon vor der Pandemie nutzen, allerdings ohne konkrete Rahmenregelungen. Wie Dapprich erklärt, gebe es nun seit Oktober 2020 eine Dienstvereinbarung für das nichtwissenschaftliche Personal hierzu.
Die 46 Büromitarbeiter der Hagener Straßenbahn AG (HST) haben seit Beginn der Pandemie grundsätzlich die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, soweit dies organisatorisch und betrieblich möglich ist. "Auch nach Wegfall der gesetzlichen Verpflichtung des Arbeitgebers Anfang Juli bleibt die Option der Arbeit im Homeoffice vorerst bestehen", sagt Rieke Hölscher von der HST.
Die Mitarbeiter haben seit Mitte April die Möglichkeit, sich bis zu zweimal wöchentlich vor Ort testen zu lassen. Darüber hinaus hat die HST im Mai ein Impfangebot im Hagener Impfzentrum für die Mitarbeiter geschaffen, da die Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr laut Coronavirus-Impfverordnung des Bundes zur Prioritätsgruppe 3 gehören. Bisher hätten alle Maßnahmen dazu geführt, "dass der Betrieb ohne Einschränkungen funktioniert hat", so Hölscher.
Von den etwa 500 Mitarbeitern der Sparkasse HagenHerdecke nutzt ein Drittel die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Zukünftig plant die Sparkasse mit einem mobilen Arbeitsanteil von maximal 40 Prozent, also im Regelfall zwei Tage pro Woche. "Die Erfahrungen im Arbeitsalltag waren nach ersten Abstimmungserfordernissen und einer Phase der Eingewöhnung für alle Beteiligten positiv", erklärt Robert Schleifenbaum vom Vorstandssekretariat. "Die Sparkasse hat die Einführung des mobilen Arbeitens im Zusammenhang mit Corona einen erheblichen Schritt in Richtung Digitalisierung weitergebracht."
Künftig werden die Auswirkungen in die Arbeitsplatzgestaltung und -organisation je nach Tätigkeit einfließen. "In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob wir zukünftig noch die jetzige Bürofläche vollumfänglich nutzen", sagt Schleifenbaum. "Diese Entwicklung werden wir aber noch länger beobachten, bevor wir auf gesicherter Basis eine Entscheidung treffen können."

Corona hat nicht viel geändert

Die Modehauskette Sinn beschäftigt in ihrer Verwaltung etwa 70 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze Homeoffice-fähig sind. "Alle Mitarbeiter hatten schon vor Corona die Möglichkeit, von zuhause zu arbeiten. Insofern hat sich durch Corona nicht viel geändert", sagt Friedrich-Wilhelm Göbel von der Sinn-Gruppe. "Unsere Mitarbeiter nutzen das Homeoffice je nach den eigenen Bedürfnissen. Dies klappt seit Jahren ohne Probleme."
Alle Mitarbeiter können sich seit Mitte März jeden Tag testen, wenn sie es möchten. Jeder Mitarbeiter erhält pro Arbeitstag einen kostenlosen Schnelltest. Zudem seien die Mitarbeiter größtenteils zweimal geimpft. "Erstimpfquote circa 85 Prozent, zweimal geimpft circa 70 Prozent", schildert Göbel die Schutzmaßnahmen bei der Modehauskette.

Die Ende Januar eingeführte Homeoffice-Pflicht ist seit Beginn dieses Monats aufgehoben. Trotzdem arbeiten viele Büromitarbeiter weiterhin von Zuhause aus. Hagen bildet da keine Ausnahme.
Städtische Mitarbeiter müssen nicht ins Hagener Rathaus zurückkehren.
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Vera Demuth aus Bochum

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