Hattingen und Sprockhövel
Gesichter der Stadt : Revierförster Thomas Jansen

Revierförster Dipl. Forst-Ing. Thomas Jansen in Oberstüter vor von Borkenkäfern befallenen Fichten.
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Dipl. Forst-Ing. Thomas Jansen ist Revierförster für Hattingen und Sprockhövel. Wir trafen ihn mit seinem Weimaraner Hund Frisco in Oberstüter. Im Rahmen unserer Serie „Gesichter der Stadt“ berichten wir über ihn und über unsere Wälder.

Schon nach wenigen Minuten merkt man, er ist Förster aus Leidenschaft. Keiner kennt die Wälder in Hattingen und Sprockhövel so gut wie er, Dipl. Forst-Ing. Thomas Jansen. Der 48-Jährige betreut 3.300 Hektar Waldflächen (entspricht 33 Mio. Quadratmetern) rund um Hattingen und Sprockhövel im Auftrag des NRW-Landesbetriebes Wald und Holz. Er ist seit 23 Jahren Mitarbeiter des Regionalforstamtes Ruhrgebiet und für alle Hattinger Wälder zuständig, seit 2008 gehört Sprockhövel ebenfalls zu seinem Zuständigkeitsbereich.
Er berät Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder, bei der Entnahme von Bäumen sowie bei der Neu- und Ersatzbepflanzung einschl. der Auswahl geeigneter Firmen, die die Aufträge fachlich ausführen können.

„Wir stehen vor einer lokalen Katastrophe"

Thomas Jansen sorgt sich sehr um unseren Baumbestand. „Die Fichte wird vom Borkenkäfer gefressen, über die Hälfte der Bäume sind schon weg und die alten Buchen kommen mit der Trockenheit nicht klar“, sagt der Forstamtmann im Pressegespräch.
 Erste Trockenschäden sind bei Buchen fast überall zu finden, bis hin zum Totalverlust der Bäume. Dazu kommt auch noch die Zersetzung des Holzes durch Pilze. „Da ein großer Teil unserer Buchenbestände sehr lange sehr dicht gehalten wurde, besteht die Gefahr, dass eine automatische Verjüngung durch nachwachsende Pflanzen nicht erfolgreich sein wird, zumal oftmals nur Ilex unter den Buchen wächst“, befürchtet der Förster.

Suche nach neuen Baumarten

Auch für die Eichen ist es seit Jahren zu trocken. Mit vielen Experten werde zurzeit nach Baumarten gesucht, die mit diesem neuen Klima zu Recht kommen. Dabei habe sich sowohl die Roteiche aus Amerika, aber auch die Baumhasel und die Libanon Zeder bewährt.
Es muss ordentlich regnen, sonst haben alle Waldbesitzer ein riesiges Problem, denn jeder Waldbesitzer muss entscheiden, wie er seinen Wald bewirtschaftet. Von den 3.300 Hektar Wald im Bereich Hattingen und Sprockhövel befinden sich nur etwa 15 Prozent im kommunalen Besitz, der überwiegende Teil ist im Privatbesitz.

Mehr Rücksichtnahme – im Wald ist man zu Gast

Und schon äußert der Revierförster einen Wunsch. Er beklagt die Rücksichtslosigkeit mancher Spaziergänger in den Wäldern. „Die Besucher können weitreichende Waldflächen betreten, vergessen allerdings, dass sie hier nur zu Gast sind auf einem Grundstück, welches einem Privatbesitzer gehört und der über seinen Wald entscheiden kann“. Und wenn am Wochenende das halbe Ruhrgebiet in unseren Wäldern unterwegs ist, wäre es schön, wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen würden. Es sei schon erschreckend, wenn man sich als Jäger nachts auf einem Hochsitz befindet und urplötzlich zahlreiche Moutainbiker mit Stirnlampen abseits der Wege vorbeikommen.
„Hunde dürfen auf Waldwegen unter der Bedingung frei umherlaufen, dass sie gehorchen, keine Spaziergänger beeinträchtigen und keinem Wild hinterherjagen“, erklärt Förster Jansen.
Er hofft, dass er nach der Pandemie baldmöglichst wieder mit Kindern und Jugendlichen Präsenzveranstaltungen durchführen und Maßnahmen zur Umweltbildung vermitteln kann.
Und wenn er dann nach viel Betätigung in den Wäldern Feierabend hat, geht er seinem Hobby nach und restauriert sein Fachwerkhaus in Sprockhövel, natürlich am Wald gelegen.

Revierförster Dipl. Forst-Ing. Thomas Jansen in Oberstüter vor von Borkenkäfern befallenen Fichten.
Autor:

Hans-Georg Höffken aus Hattingen

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