"Wasserrechtliche Zulässigkeit kommerzieller Tourenangebote mit Wasserfahrzeugen auf der Ruhr"
Hattingerin Liska Kendziorra schreibt ausgezeichnete Abschlussarbeit

Landrat Olaf Schade freut sich mit Liska Kendziorra über die besondere Auszeichnung.   Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Landrat Olaf Schade freut sich mit Liska Kendziorra über die besondere Auszeichnung. Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
  • hochgeladen von Roland Römer

"Ich wohne in Hattingen und bei Spaziergängen an der Ruhr erlebe ich regelmäßig den saisonalen Bootstourismus. Daher war ich sofort Feuer und Flamme für das Thema", erinnert sich Liska Kendziorra an den Anfang einer Geschichte, die für sie ausgezeichnet enden sollte.

Gegen Ende ihrer Ausbildung beim Ennepe-Ruhr-Kreis war die heute 29-jährige im Sachgebiet Wasserwirtschaft und Immissionsschutz im Einsatz. Zu ihren Aufgaben gehörte es, sich mit dem kommerziellen Bootstourismus auf der Ruhr zwischen Hattingen und Bochum-Dahlhausen zu befassen.
"Die Frage, ob die Anbieter solcher Touren grundsätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis benötigen, wurde dabei nicht nur im Schwelmer Kreishaus diskutiert. Auch für andere untere Wasserbehörden war das ein Thema", berichtet Liska Kendziorra.
Sie erkannte das Potenzial, machte die "Wasserrechtliche Zulässigkeit kommerzieller Tourenangebote mit Wasserfahrzeugen auf der Ruhr" zum Gegenstand ihrer Abschlussarbeit an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Sieben Wochen lang wälzte sie Gesetzestexte, durchforstete die Amtsstuben nach aussagekräftigen Unterlagen und holte sich Tipps bei ihren Kollegen. "Ich mag es, mich mit rechtlichen Fragestellungen auseinander zu setzen. Das ist mein Ding", hält Liska Kendziorra das 40-seitige Ergebnis zufrieden in den Händen.
Eindruck machte sie damit auch bei einem ihrer Prüfer. Er schlug vor, die Arbeit zu prämieren. Eine Jury der Fachhochschule wählte aus allen Anregungen die Thesisarbeiten aus, deren Autoren sich einen Preis verdient haben. Happy End für Liska Kendziorra: Sie war eine von nrw-weit insgesamt dreizehn Ausgezeichneten. Nachträglicher Lohn für das Lesen, Schreiben und Schlussfolgern: Auf Einladung von Minister Herbert Reul nahm die Hattingerin gemeinsam mit Vorgesetzten, Ausbilder und Angehörigen an einer Feierstunde im Düsseldorfer Innenministerium teil.
"Gute Leute wie Liska Kendziorra brauchen wir in der öffentlichen Verwaltung. Sie hat gezeigt, welche anspruchsvollen Aufgaben und interessanten Themenfelder es bei uns zu entdecken gibt", teilte Landrat Olaf Schade die Freude über die nicht alltägliche Würdigung.
Für Liska Kendziorra übrigens bereits die Zweite. Neben Lara Görling, Selina Köhncke und Annabelle Platte war sie von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung bereits als Jahrgangsbeste eines Bachelorstudienganges ausgezeichnet worden. "Sie können stolz auf diese Leistung sein, wir sind stolz auf ihre Leistung", gratuliert Landrat Schade dem Erfolgsquartett aus dem Kreishaus.
Zwar verfolgt Liska Kendziorra "ihr" Thema weiterhin. Beruflich ist die Geschichte ihrer Abschlussarbeit für sie inzwischen aber Geschichte. Als Kreisinspektorin ist sie seit September letzten Jahres auf eigenen Wunsch in der neu eingerichteten zentralen Vergabestelle der Kreisverwaltung beschäftigt. Tag für Tag stehen für sie jetzt nationale und EU-weite Vergabeverfahren auf dem Arbeitsplan. "Dem Thema Recht bleibe ich also weiter treu", ist Liska Kendziorra zufrieden.
Anders als für sie könnte es für die Anbieter der kommerziellen Bootstouren übrigens kein Happy End geben. Liska Kendziorra kam zum Schluss ihrer Arbeit zu der Einschätzung: Mangels Gemeinverträglichkeit profitieren die Anbieter nicht vom erlaubnisfreien wasserwirtschaftlichen Gemeingebrauch gemäß Landeswassergesetz. Vielmehr benötigen sie eine wasserrechtliche Genehmigung durch die zuständige untere Wasserbehörde. Für den genannten Ruhrabschnitt wäre das die Stadt Bochum.

Stichwort: Ausbildung beim Ennepe-Ruhr-Kreis

Momentan beschäftigt der Ennepe-Ruhr-Kreis 74 Nachwuchskräfte, allein zu Beginn des Ausbildungsjahres 2018 starteten 32 Auszubildende. Längst gibt es im Kreishaus auch das Angebot, in Teilzeit ins Berufsleben einzusteigen. Da die Auswahl der Nachwuchskräfte, die im Sommer dieses Jahres bei der Kreisverwaltung beginnen, bereits abgeschlossen ist, haben Interessierte wieder ab 2020 Chancen auf ein Angebot. Informationen unter www.en-kreis.de, Stichwort Ausbildung.

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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