Die Wildnis ruft

Sophia, Alva und Anna (v. li.) sind bereit für große Taten. Foto: Detlef Erler
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  • Sophia, Alva und Anna (v. li.) sind bereit für große Taten. Foto: Detlef Erler
  • hochgeladen von Dirk Marschke

Einfach nach draussen gehen und in der Natur herumtollen – für viele Kinder ist das inzwischen eine recht exotische Idee. Doch die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlamentes wollen helfen, das zu ändern. Mit Schaufel und Gießkanne ausgerüstet, basteln sie an der Grünoase für ihre Altersgenossen.
Ab in die Wildnis, so lautet die Idee. Denn das ehemalige Beien-Gelände neben der Biologischen Sattion an der Vinckestraße wird zum kleinen Paradies für junge Naturentdecker umgestaltet. 18 junge Menschen zwischen neun und 13 Jahren haben sich eingefunden, um tatkräftig mitzuhelfen. Denn es geht an diesem Tag darum, 90 kleine Gehölze einzupflanzen, die einmal eine große Sichtschutzhecke werden sollen.
Doch nach einer kurzen Begrüßung übernimmt zuerst einmal Susanne Stahlschmidt das Kommando. „Ihr müsst ein Loch graben, es mit Wasser füllen, die Pflanze einsetzen, wieder zubuddeln und alles gut festtreten“, erklärt sie mit klaren Worten.
Zudem wirft sie einen kritischen Blick auf das Schuhwerk ihrer Helfer. Zwei Kinder fallen wegen ihrer Gummistiefel für die Arbeit an der Schaufel schon mal aus. „Die Sohlen sind zu dünn, da kann man blaue Flecken bekommen“, erkärt sie. Doch beim Wasser- oder Pflanzentragen ist ebenso jede helfende Hand willkommen. Doch auch für die Kinder an der Schaufel hat sie einen Tipp parat. „Wechselt euch ab. Sonst habt ihr morgen Muskelkater!“
Denn der Boden ist hart, das bekommt Paul zu spüren. „Mann, geht das schwer!“, sagt er, und müht sich. Doch mit ein paar aufmunternden Worten ist auch das geschafft. Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache, um das etwa 50 Meter lange Stück mit den Sträuchern zu bestücken.
„Wir stellen bei den Kindern eine zunehmende Naturentfremdung fest“, erklärt Jürgen Heuser, Leiter der Biologischen Station, den Hintergrund des Projektes „Wildnis für Kinder“. Viele hätten kaum Zeit, aber aufgrund der Lebensumfeldes auch kaum Gelegenheit, sich in der Natur zu bewegen und diese kennenzulernen. Dabei komme das Tollen an der frischen Luft der Ausbildung der motorischen Fähigkeiten ebenso zugute wie der psychischen Entwicklung, lässt er wissen.
Die jungen Parlamentarier sind begeistert. „Wir mögen die Umwelt und wollten deshalb auch selbst was tun“, erklärt Paul bestimmt. Schon vor den Ferien hatten die jungen Naturfreunde geholfen, das Gelände vom Müll zu befreien. „Das war richtig viel. Sogar ein Sägeblatt haben wir gefunden“, lassen Mara und Mike mit großen Augen wissen

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