Acht Minuten zwischen Himmel und Erde
Übung der Höhenretter am Windrad auf der Halde Lohberg

Die Hälfte ist geschafft
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Rettung aus 149 m Höhe

Eine nicht alltägliche Übung führten die Feuerwehren Hünxe und Dinslaken am Donnerstag zusammen mit denen aus Oberhausen und Essen durch. Im Maschinenraum eines Windrades in 149 m Höhe wurde ein Notfall angenommen, bei dem es galt, einen Menschen aus dem Raum zu retten. Diese Rettung bestand im Abseilen mit einem Höhenretter.
Da jedoch weder die Feuerwehren Hünxe und Dinslaken, noch eine andere Wehr im Kreis Wesel über eigene Höhenretter verfügen, kamen die speziell ausgebildeten Retter der Wehren aus Oberhausen und Essen zum Einsatz.
Die Initiative für diese Übung stammte von Martin Nolte, welcher bei der Gelsenwasser AG für Planung und Bau der Windräder zuständig ist. „Für Wartungsarbeiten sind die Mitarbeiter oft in luftiger Höhe unterwegs, „Wir möchten den Kolleginnen und Kollegen die größtmögliche Sicherheit, zu der auch die professionelle Rettung im Notfall gehört, bieten“. begründet er die Übung, bei der nicht nur Koordination und die richtige Technik, sondern auch jede Menge Muskelkraft gefragt sind.
Die Rolle der zu Rettenden hatte Mareike Roszinsky übernommen, die im Unternehmen normalerweise für Unternehmenskommunikation zuständig ist. Weil sie schon einmal eine solche Übung als „Opfer an einem Strommast“ mitgemacht hatte, trat ein Kollege an sie heran und fragte, ob das nichts für sie sei. „Da habe ich sofort zugesagt“, erinnert sich Roszinsky.
Wegen der Windgeschwindigkeit verzögerte sich die Aktion; bis es etwas ruhiger wurde.
„Natürlich“, so Nolte, „würde man im Notfall auf den Wind keine Rücksicht nehmen, sondern die Rettung sofort starten“. Hier ging es jedoch nicht um Schnelligkeit, sondern darum, den Ablauf und die notwendigen Handgriffe zu trainieren. Die letzte Rettungsübung von einem Windrad in dieser Höhe liegt schließlich bereits etwa 13 Jahre zurück.
Für das „Opfer“ hieß es, Geduld zu bewahren, denn sie musste etwa zwei Stunden im relativ engen Maschineraum ausharren, bevor es losging. „Anfangs war es schon ein wenig beklemmend“, resümiert Mareike, „denn man gibt ja die volle Kontrolle über sich an andere ab“. Allerdings war diese Beklemmung schnell vergessen und sie konnte während des Abseilens sogar die Aussicht genießen. „Einfach geil“, war deshalb auch ihr Fazit, als sie nach acht Minuten zusammen mit ihrem „Retter“ Kevin Schulz wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
Erfolgte die erste Rettung mit einer Trage, so sollte bei der zweiten der Hängesitz zum Einsatz kommen. Auch hier war die Mitarbeiterin des Unternehmens wieder gefragt.
Alle Beteiligten fanden die Übung sehr sinnvoll. Daniel Johann, Einsatzleiter der Feuerwehr Essen: „Es gibt nicht viele Gebäude dieser Höhe und Beschaffenheit, an denen wir solche Einsätze üben können. Deshalb sind wir froh, hier diese Möglichkeit zu haben“.

Randolf Vastmans

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