Weihnachten mit Corona
Katholische Pastoralverbünde entwickeln Ideen für Gottesdienste

Hell erleuchtete Kirchen wie hier St. Aloysius in Iserlohn, Kerzenduft, geschmückte Tannenbäume im Altarraum, feierlicher Gesang – so stellen sich viele Menschen ihren traditionellen Gottesdienstbesuch an Heiligabend oder an Weihnachten vor.
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  • Hell erleuchtete Kirchen wie hier St. Aloysius in Iserlohn, Kerzenduft, geschmückte Tannenbäume im Altarraum, feierlicher Gesang – so stellen sich viele Menschen ihren traditionellen Gottesdienstbesuch an Heiligabend oder an Weihnachten vor.
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Wenn es eine Gelegenheit im Jahr gibt, bei der die Kirchen mehr als gut besucht sind, ist es Weihnachten. Allerdings kann es während der Corona-Pandemie keine vollen Gotteshäuser geben. Doch die Pastoralverbünde Iserlohn, Letmathe und Hemer sind längst dabei zu überlegen, wie Gläubige trotzdem Weihnachten feiern können.

Von Vera Demuth

"Die Inzidenzwerte steigen. Wir fahren auf Sicht", macht Pfarrer Johannes Hammer, Leiter des Pastoralverbunds Iserlohn, deutlich, dass es noch keine Klarheit gibt, wie das Weihnachtsfest in den katholischen Gemeinden in diesem Jahr aussehen wird. An Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen soll versucht werden, die üblichen Gottesdienste abzuhalten. "Aber es wird einen beschränkten Zugang und wahrscheinlich auch eine Anmeldung geben", so Hammer. Außerdem denke man darüber nach, die Menschen dazu einzuladen, die gesamte Weihnachtszeit bis zum Dreikönigstag am 6. Januar für einen Gottesdienstbesuch zu nutzen.

Livestream aus der Heimatpfarrei

Auch gibt es die Überlegung, wie in der Corona-Hochphase im Frühling an Heiligabend einen Livestream des Gottesdiensts in St. Aloysius anzubieten. "Es werden viele Gottesdienste im Fernsehen gezeigt, aber das wäre etwas für die Leute, die einen Bezug zu ihrer Heimatpfarrei haben wollen", erklärt Hammer.
Weitere Ideen des Pastoralverbunds Iserlohn umfassen einen Gottesdienst in der Nachbarschaft einer Schafherde und die Überlegung, in der Vorweihnachtszeit die beweglichen Adventskalender, wie sie etwa in Sümmern angeboten werden, auszuweiten. Auch könnte der Kindergottesdienst in Sümmern am Nachmittag des Heiligen Abends nach draußen verlegt werden. Daneben gibt es den Gedanken, im Hemberg-Stadion ökumenische Kleinformate zu veranstalten. "Das ist eine Initiative des Evangelischen Kirchenkreises", so Hammer.
Bei allen möglichen Angeboten stelle sich jedoch die Frage, ob es genug Mitarbeiter und Begrüßungsteams gebe, die zum Beispiel die Plätze zuweisen, gibt Johannes Hammer zu Bedenken.
Im Pastoralverbund Hemer möchte man auf die klassische Christmette in der Kirche an Heiligabend nicht verzichten. Im Gegensatz zu den bisherigen Gottesdiensten solle es dafür jedoch eine Anmeldung geben, kündigt Pastor Dietmar Schulte, Leiter des Pastoralverbundes, an.

Kürzere Gottesdienste

Damit möglichst viele Menschen einen Gottesdienst besuchen können, gibt es die Idee, mehr als üblich abzuhalten. "Wir überlegen, ob wir draußen Kurzgottesdienste von etwa 20 Minuten veranstalten können", erklärt Schulte. Dies könnte zum Beispiel auch Familiengottesdienste umfassen. Als Veranstaltungsort wäre dafür der Sauerlandpark der Favorit des Pastoralverbunds. "Wir haben angefragt, aber man hält sich noch bedeckt, weil man dann Personal an Heiligabend bräuchte." Eine Alternative wäre es, im Park von Haus Hemer am Vitus-Denkmal Gottesdienste zu feiern. "Das haben wir im Sommer schon gemacht", berichtet Schulte.
Fest steht bereits, dass die 10-Uhr-Christmette in der Kirche St. Peter und Paul an Heiligabend per Livestream übertragen wird. Daneben gibt es die Idee, vor den Weihnachtstagen ein Krippenspiel aufzuzeichnen. "Das könnten wir dann Heiligabend auf Youtube freischalten", so Schulte.
Eine weitere Überlegung betrifft die Kirchen des Pastoralverbunds Hemer. Sie könnten an Heiligabend auch außerhalb der Gottesdienste offengehalten werden, so dass die Menschen die Krippe besuchen und Kerzen anzünden könnten.

Offene Kirche

Einen ähnlichen Gedanken der offenen Kirche verfolgt man beim Pastoralverbund Letmathe. "Die Krippe ist aufgebaut, die Tannenbäume sind beleuchtet, und die Leute können zum Gebet kommen", erläutert Gemeindereferentin Aleksandra Reichert. Im Rahmen der Möglichkeiten sollen Weihnachtsgottesdienste in den Kirchen stattfinden. "Es ist anders als Ostern. Wir haben seitdem Erfahrungen gesammelt und kennen die Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen können", so Reichert. "Aber die Traditionen aus den Vorjahren werden wir nicht einfach umsetzen können." Deshalb gab es bei einem Treffen vergangene Woche, an dem Vertreter der einzelnen Gemeinden teilnahmen, zum einen die Anregung, draußen im Miniformat Gottesdienste zu feiern. Zum anderen möchte der Pastoralverbund die nicht-öffentlichen Gottesdienste, die er bereits seit März auf Youtube anbietet, auch an Weihnachten übertragen. "So können wir zum Beispiel Musikbeiträge abspielen, und wir sind mobil und können an andere Orte gehen", sagt Reichert. "Das funktioniert auf jeden Fall. Das ist eine große Stärke, die uns Sicherheit gibt."

Kirche kommt zu den Menschen

In Letmathe stehen viele Überlegungen unter der Prämisse, dass diesmal die Menschen nicht zur Kirche kommen, sondern die Kirche zu ihnen. So gibt es die Idee, die Tradition des Turmblasens so abzuwandeln, dass die Musiker in den Gemeinden spielen und die Menschen von ihren Balkonen lauschen. Auch wurde vorgeschlagen, den Menschen etwas für zu Hause mitzugeben. "Es gibt zum Beispiel vom Erzbistum Paderborn die Idee, dass die Leute eine Kerze mitnehmen können", so Reichert.

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt zur möglichen Gestaltung der Weihnachtsgottesdienste in Iserlohn und Hemer noch nicht äußern.

Update 6. November: Jetzt gibt es auch Informationen zu den Überlegungen des Kirchenkreises. 

Hell erleuchtete Kirchen wie hier St. Aloysius in Iserlohn, Kerzenduft, geschmückte Tannenbäume im Altarraum, feierlicher Gesang – so stellen sich viele Menschen ihren traditionellen Gottesdienstbesuch an Heiligabend oder an Weihnachten vor.
Wie wird an Weihnachten im Kiliandom in Letmathe gefeiert?
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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