Brück: "Recht der Fans, Meinung zu äußern"

Kurz nach Ende der DEL-Partie zwischen den Iserlohn Roosters und den Augsburger Panthern stellte sich Clubchef Wolfgang Brück aus gegebenem Anlass den Fragen von iserlohn-roosters.de. Das Interview führte Radio-MK Mirko Heintz. Wolfgang Brück hat den Abdruck im lokalkompass ausdrücklich am Mittwochmorgen erlaubt.

Frage: Herr Brück, kurz vor Beginn des letzten Drittels gab es eine Stadiondurchsage zum Thema `Spruchbänder in der Eissporthalle´. Sie besagte, dass Spruchbänder nicht mehr hochgehalten werden dürfen. Was war der Grund dieser Durchsage?

Wolfgang Brück: Ich habe die Durchsage live - leider oder vielleicht auch `Gott sei Dank´ - nicht gehört. Ich habe mir im Nachgang nur berichten lassen, dass unter anderem der Sicherheitsdienst in der Sprecherkabine gewesen sein soll, möglicherweise, so hörte man auch, mit Wissen oder Unterstützung der Polizei. Das ließ sich aber nach Spielende im Detail nicht so rasch wie nötig verifizieren. Fakt aber ist, das Ergebnis dieser Durchsage ist sicherlich unglücklich.

Frage: Heißt im Klartext: Sie können den Frust der Fans nach dieser Aussage nachvollziehen?

Brück: Ich mache das jetzt 18 Jahre und habe immer gesagt, dass ich diskriminierende und beleidigende Äußerungen von Fans und Fangruppen niemals akzeptieren werde. Solange aber der Unmut über sportliche Leistungen, also Kritik in mündlicher oder schriftlicher Form, zum Ausdruck gebracht wird, habe ich überhaupt kein Problem damit. Es ist das Recht der Fans ihre Meinung zu äußern, genauso wie ich meine Meinung äußere. Ich finde es ganz wichtig, dass wir ganz offen kommunizieren. Wir stehen in der Tabelle nicht da, wo wir gern stehen wollen. Man kann darüber streiten, warum das so ist. Aber letztendlich hat der Fan das Recht, seine Meinung sachlich in mündlicher oder in schriftlicher Form über Plakate zu äußern. Wir haben ja in den letzten Jahren auch viele positive Spruchbänder in der Eissporthalle gesehen. Ich kann mit Spruchbändern immer gut umgehen und finde es falsch, dass es zu einer solchen Durchsage im Ergebnis gekommen ist.

Frage: Planen Sie den Fans das auch noch einmal persönlich zu sagen?

Brück: Mir war es wichtig, meine Gedanken schnell in Form eines Interviews über unsere Homepage zu kommunizieren. Ich werde aber auch vor dem nächsten Heimspiel am Sonntag das persönliche Gespräch suchen. Wir werden mit unserem Fanbeauftragten Matthias Schlüter einen Weg finden, vor dem Spiel mit Fans aus möglichst vielen unterschiedlichen Gruppierungen zusammenzusitzen und dann werde ich meine Aussage noch einmal wiederholen und mir anhören, was unsere Fans zu sagen haben.

Frage: Wie bewerten Sie die Situation in der die Mannschaft jetzt steckt?

Brück: Wir müssen dem Team mentale Kraft geben - aber damit sind wir wieder beim Thema: Es ist egal, ob so eine Durchsage dumm ist und eher zum Gegenteil führt. Fakt ist, damit stärkt man nur den Gegner. Es steht 0:1, wir haben noch 20 Minuten vor der Brust und die Stimmung in der Halle geht in den Keller. Das ist schade. Man hat damit den Augsburgern in die Karten gespielt. Fakt ist, dass, wenn wir nicht auf die Fans zugehen und sie dann vielleicht auch nicht wieder auf uns, wird man rein sportlich nur den Gegner stark machen. Wir wollen noch immer in die Playoffs. Tatsache ist, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht aufgrund der Verletzung unseres Torhüters, wir haben den guten Lauf aus dem Dezember und Januar nicht mit herüber genommen. Allerdings haben wir auch noch acht Spiele. Deshalb haben wir noch die Chance. Aber der Funke muss von der Mannschaft auf die Fans übertragen werden und da ist es Aufgabe der Trainer und der Verantwortlichen diese letzte Leidenschaft, die vielleicht heute auch gefehlt hat, hervorzuzaubern.

Autor:

Rainer Tüttelmann aus Iserlohn

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