Erfreuliche Entwicklung - Polizei stellte Kriminalitätsstatistik für den Märkischen Kreis vor

Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski, Kriminaldirektor Manfred Kurzawe, Erste Kriminalhauptkommissarin Elke Heinrichs und der Leitende Polizeidirektor Michael Kuchenbecker (v.l.) stellten die erfreuliche Entwicklung der Kriminalstatistik 2017 vor. Foto: Schulte
  • Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski, Kriminaldirektor Manfred Kurzawe, Erste Kriminalhauptkommissarin Elke Heinrichs und der Leitende Polizeidirektor Michael Kuchenbecker (v.l.) stellten die erfreuliche Entwicklung der Kriminalstatistik 2017 vor. Foto: Schulte
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Der Leitende Polizeidirektor Michael Kuchenbecker begann seine einleitenden Sätze mit einem Lob an seine Kollegen. "In Zeiten immer dünnerer Personaldecken leisten sie Tag für Tag wirklich ganze Arbeit." Natürlich sei jeder Einbruch und jede andere Straftat eine zuviel, aber wenn er ein Krimineller wäre, würde er einen großen Bogen um den Märkischen Kreis machen.

Von Christoph Schulte

Märkischer Kreis. Und in der Tat konnte anschließend Manfred Kurzawe, Leiter der Direktion Kriminalität, überwiegend positive Statistiken für das Jahr 2017 präsentieren. "Die registrierten Straftaten sind gegenüber dem Vorjahr im Märkischen Kreis nochmals um 4,4 Prozent oder 1.120 Fälle gesunken. Damit liegen wir deutlich besser als der Landesdurchschnitt."
Besonders starke Rückgänge konnten im Bereich der Rohheitsdelikte (-5,5%), der Diebstahlkriminalität (-12,1%), der Computerkriminalität (ausgenommen die Online-Betrugsversuche; -60,1%) und der Straßenkriminalität (-5,1%) verzeichnet werden.
Eine enorme Steigerung der Fallzahlen ist hingegen im Bereich der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen durch überörtliche Täter (vom klassischen Enkeltrick über Gewinnspielversprechen bis hin zu Anrufen falscher Polizeibeamter) zu beobachten. Die Taten stiegen von 184 Fällen in 2016 auf 577 in 2017 (+213,6%). Besonders auffällig bei diesem Delikt ist die hohe Anzahl, bei der es lediglich beim Versuch blieb (93,6%), die geringe Anzahl vollendeter Taten verlief jedoch mit meist hohem Schaden.

"Wenn ich ein Krimineller wäre, würde ich den Märkischen Kreis im großen Bogen umfahren."


Michael Kuchenbecker

Von den insgesamt 2017 im Märkischen Kreis ermittelten 9879 Strafverdächtigen waren 76,9 Prozent männlich. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist rückläufig (-4,1%). "Diese 2722 sind aber nicht zwangsläufig im Märkischen Kreis gemeldet, sondern können auch aus anderen Bundesländern oder dem Ausland sein", erläuterte Manfrded Kurzawe. 584 Tatverdächtige (und damit ebenfalls deutlich weniger als 2016) waren Asylbewerber.
Einen deutlichen Anstieg verzeichnete die Polizei im Märkischen Kreis 2017 im Bereich der Sexualdelikte (+33,33%). Das im ersten Moment erschreckende Ergebnis habe aber einen bersonderen Hintergrund, so Kurzawe. "Nach den bekannten Ereignissen in der Kölner Silvesternacht 2016 wurde das Sexualstrafrecht geändert. Und somit sorgen seitdem die angezeigten Fälle des 'Grapschens', die zuvor 'nur' eine Beleidigung auf sexueller Basis darstellten, für einen deutlichen Anstieg dieser Fallzahlen."
Äußerst positiv bewertet die Polizei den weiteren Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen (von 905 auf 661). Fast die Hälfte der Fälle (46,8%) endeten 2017 bereits im Versuchsstadium (46,8%) und auch die Aufklärungsquote konnte leicht auf 23,3% erhöht werden. Gründe für den festzustellenden Rückgang könnten nach den Ansicht der Verantwortlichen der Polizei zum einen in den intensiven Präventionskampagnen wie "Riegel vor" liegen, zum anderen aber auch am geänderten Verhalten der Bürger. "Wir stellen hier erfreulicherweise deutliche Sensibilisierung und ein damit verbundenes, stetig steigendes Meldeverhalten z. B. von Nachbarn oder Mitbewohnern, in Verdachtsmomenten fest", lobte Manfred Kurzawe.
Wenn man die Kriminalitätsstatistik für einzelne Kommunen betrachtet, gingen auch in Iserlohn und Hemer die Straftaten im vergangenen Jahr zurück, in Hemer um 194 auf 1.775 (-9,85%) und in Iserlohn um 327 auf 6.447 (-4,83%). Einen überdurchschnittlichen Rückgang konnte die Polizei in beiden Städten auch bei den Wohnungseinbrüchen feststellen. In Hemer verringerte sich die Zahl auf 69 (-44,90%), in Iserlohn um 82 (-36,12%). 

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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