Arbeitsagentur zieht Bilanz anlässlich des Weltfrauentages
Über 58.600 Frauen in Beschäftigung

Martina Leyer. Foto: Agentur für Arbeit Hamm

Zum Weltfrauentag am 8. März wirft die Arbeitsagentur einen Blick auf die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Unna. Die gute Botschaft lautet: Wer über einen Wiedereinstieg in den Beruf nachdenkt, profitiert von einer sehr guten Ausgangslage. Die weniger gute Botschaft: In MINT-Berufen (MINT steht hier für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) sind Frauen wesentlich seltener vertreten.

Kreis Unna. Die Statistik spricht für sich: Seit 2013 ist die Zahl der arbeitslosen Frauen im Kreis gesunken. Durchschnittlich waren im vergangenen Jahr 6.395 Frauen als arbeitslos registriert. Gegenüber 2018 konnte ein Rückgang von 5,4 Prozent erreicht werden. Verglichen damit sank die Arbeitslosigkeit bei Männern deutlich schwächer, nämlich um 3,3 Prozent.
Begünstigend kommt hinzu, dass es einen deutlichen Anstieg an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von Frauen gegeben hat: So hat sich die Beschäftigungsquote der Frauen von 37,9 Prozent im Jahr 2006 bis heute auf 53,4 Prozent (insgesamt 58.628 Frauen) kontinuierlich gesteigert. Die meisten von ihnen sind im Einzelhandel tätig, der zweitstärksten Beschäftigungsbranche im Kreis. Daneben üben viele Frauen eine Tätigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen und in Heimen aus. Im verarbeitenden Gewerbe, der beschäftigungsstärksten Branche im Kreisgebiet, arbeiten traditionell allerdings mehr Männer als Frauen.
Martina Leyer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, beschreibt die gute Lage: „Frauen haben heute wesentlich bessere Chancen als noch vor 10 Jahren, einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu finden, Tendenz weiter steigend. Die Ausschöpfung könnte aber bereits weit höher ausfallen, insbesondere in den MINT Berufen, denn hier sind Frauen noch deutlich unterrepräsentiert.“ Außerdem weist Martina Leyer auf die ungleiche Lohnstruktur hin: „Im Vergleich zu Männern verdienen Frauen im Kreis Unna gut 400 Euro weniger und dieser Abstand zeigt sich auch im Ruhrgebiet und in NRW.“
Dass die Beschäftigungslage von Frauen heute besser ausfällt, liegt zu einem Großteil auch an der Möglichkeit der Teilzeitarbeit. Mehr als die Hälfte (50,5 Prozent) der Frauen nutzen dieses Modell. Martina Leyer: „Viele Frauen entscheiden sich dafür, weil sie Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen. So lassen sich Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren, sofern es ausreichende Kinderbetreuungskapazitäten gibt und das geringere Arbeitsvolumen und damit Entgelt nicht zu finanziellen Problemen führt. Für Arbeitgeber ist dieses Arbeitszeitmodell ebenfalls ein Gewinn, denn sie können sich so Fachkräfte sichern und halten, die ihr Unternehmen gut kennen, motiviert sind und später wieder in die Vollzeit zurückkehren können.“
Martina Leyer berät interessierte Frauen im Kreis zu individuellen Jobchancen und Qualifizierungsmöglichkeiten unter Tel. 02381/9102167 oder per E-Mail an hamm.BCA@arbeitsagentur.de.

Autor:

Carolin Plachetka aus Bochum

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