Energiewende 2038
Bergkamen bekommt Finanzspritze für den Kohleausstieg

Im Gespräch: Lothar Christ; Bürgermeister Werne, Oliver Wittke, parlamentarischer Staatssekretär, Michael Makiolla, Landrat Kreis Unna, Michael Dannebohm, Wirtschaftsförderung Kreis Unna und Roland Schäfer, Bürgermeister Bergkamen.
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  • Im Gespräch: Lothar Christ; Bürgermeister Werne, Oliver Wittke, parlamentarischer Staatssekretär, Michael Makiolla, Landrat Kreis Unna, Michael Dannebohm, Wirtschaftsförderung Kreis Unna und Roland Schäfer, Bürgermeister Bergkamen.
  • hochgeladen von Anja Jungvogel

Spätestens 2038 sollen alle Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, das hat die Kohlekommission im letzten Jahr vereinbart.
40 Milliarden Euro fließen in den nächsten 20 Jahren an die betroffenen Bundesländer, eine Milliarde davon geht an die betroffenen Gemeinden und Kreise in NRW. Die Summe verteilt sich auf insgesamt neun Standort.

Von diesen Bundesmitteln profitiert auch der Kreis Unna – vier Kraftwerke gibt es dort, die beiden Standorte Bergkamen und Lünen sind noch in Betrieb. Im Schatten des Steag-Kraftwerks, in der ökologischen Station, trafen sich jetzt Staatssekretär Oliver Wittke (CDU), Landrat Michael Makiolla (SPD) und mehrere Bürgermeister des Kreises Unna.

Noch ist unklar, welche Summe genau in den Kreis Unna fließt, ebenso, wann die beiden Kohlekraftwerke abgestellt werden. „Ich gehe davon aus, dass die größten Dreckschleudern und die Kraftwerke mit dem niedrigsten Wirkungsgrad zuerst vom Netz gehen“, erklärte Oliver Wittke. Im kommenden Jahr sowie 2021 sollen die ersten Kohlenkraftwerke abgeschaltet werden.

2022 und 2023 werden keine Kohlekraftwerke abgeschaltet, dann gehen die letzten verbliebenen Atomkraftwerke vom Netz. Zwischen 2024 und längstens 2038 sollen dann sukzessive alle weiteren Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.

Die Ruhrkonferenz at sich bereits Anfang des Jahres mit den Stilllegungsplänen befasst und eine Liste mit ersten Projektideen erstellt. Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer meint dazu: „Wir verlieren mit dem Kohlekraftwerk rund 150 Arbeitsplätze und natürlich sinken dann auch die Gewerbesteuer-Einnahmen.“

Seit 2006 hat der ehemals größte Bergbaustandort Europas die Arbeitslosenzahlen halbiert, und auch bei den neuen Projekten, die dem Kohlekraftwerk folgen könnten, will Schäfer darauf achten, dass möglichst viele neue Arbeitsplätze dort entstehen. Denkbar sind auch Projekte im Bereich der Energieerzeugung.

Dabei sind die Standorte insgesamt und die Lage in Bergkamen ausgesprochen positiv einzuschätzen, wie Wittke betonte: „Die Kraftwerksgelände haben alle eine sehr gute Infrastruktur, mit guter bis sehr guter Anbindung an Bahntrassen und Autobahnen. In Bergkamen gibt es sogar noch den Anschluss an den Datteln-Hamm-Kanal.“

Im Schnitt dürften die Preise für den Erwerb der Grundstücke und die weitere Entwicklung deshalb bei rund 60 Millionen Euro liegen, schätzt Michael Makiolla. Insgesamt waren sich die Politiker einig, dass der Strukturwandel im Ruhrgebiet bisher gut geglückt ist und führten die Regionen um Sheffield und Huddersfield in Großbritannien an, in denen das weit weniger gut gelungen sei. „Das ist eine große Chance, um den Strukturwandel in der Region weiterzubringen – die muss man nutzen“, so Wittke.

Infos zum Steag-Kraftwerk:
1981 wurde das Kraftwerk in Betrieb genommen
Ende 2018verkaufte RWE ihren Anteil (51 Prozent) am Kraftwerk an die Steag, die ab 2019 alleiniger Eigentümerin ist
Das Kraftwerk hat eine Bruttoleistung von 780 Megawatt Die nutzbare Stromabgabe lag im Jahr 2011 bei ca. 3.520 GWh
Die produzierte Fernwärme wird durch die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH für die Wärme-Versorgung der Stadt Bergkamen verwendet (Quelle: Wikipedia)

Hintergrund:
Die oben genannten Maßnahmen sind als Kompromiss aus den Verhandlungen der Kohlekommission im vergangenen Jahr hervor gegangen. Danach sollen die letzten Kohlekraftwerke 2038 stillgelegt werden, die Stilllegungen können auf das Jahr 2035 vorgezogen werden. Verschiedene Klimaexperten werten diesen Zeitraum als nicht ausreichend und betonen, das damit das Pariser Klimaabkommen nicht zu erfüllen ist.

Autor:

Lokalkompass Kamen/Bergkamen/Bönen aus Kamen

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