Blick in die Geschichte: Lippeverband wird 100

Ein Spaziergang an der Seseke ist heute wieder ein Genuss. Die Unnaer BürgerReporterin Wilma Porsche hat eine schöne Fotostrecke von einem Wintertag am Fluss ins Netz gestellt: www.lokalkompass.de/252654. Foto: Wilma Porsche
  • Ein Spaziergang an der Seseke ist heute wieder ein Genuss. Die Unnaer BürgerReporterin Wilma Porsche hat eine schöne Fotostrecke von einem Wintertag am Fluss ins Netz gestellt: www.lokalkompass.de/252654. Foto: Wilma Porsche
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Vor genau hundert Jahren wurde aufgrund zunehmender Wasserverschmutzung und Überschwemmungen von Seseke, Körne und der Nebenbäche ein Vorläufer des Lippeverbandes gegründet - die Sesekegenossenschaft.

Die älteren Bürger werden sich vielleicht noch erinnern: Damals konnte man keinen Fuß in die Seseke oder Körne strecken. Die Flüsse waren von Industrieabwässern derart verschmutzt, dass sogar jedem Fisch das Leben ausgehaucht wurde.
Bereits im Jahre 1862 hatte die Stadt Kamen die Saline Königsborn wegen Versalzung aus den Zuflüssen der Salzquelle Rollmanns Brunnen vor Gericht verklagt. Später heißt es darüber: „Der Magistrat der Stadt Kamen führte Klage, … die Fischerei werde vernichtet, das Sesekewasser sei zum Kochen nicht tauglich und die Wäsche werde beim Waschen beschädigt.“
Die ersten Zechen in der Region, die Schächte Massen und Kurl, verschmutzten seit etwa 1860 den Körnebach und rasch kamen weitere Schachtanlagen hinzu.
Einfach nur „Igitt“ - es musste etwas geschehen, sonst wäre selbst das Überleben der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet. Hinzu kamen Überschwemmungen und damit Gefahren von Seuchenplagen.
Auch die Folgen des Bergbaus zeigten durch zunehmende Bodensenkungen negative Auswirkungen auf die Körne und Seseke.

Überschwemmungen und Seuchengefahr

Ein Plan für die Entwässerung und Aufbereitung des Sesekegebietes musste her. Am 22. Januar 1912 feierte man also die Geburtsstunde der „Sesekegenossenschaft“.
Als erste Arbeit wurde der Braunebach in Methler ausgebaut. Das Bachwasser wurde durch die Bergmannskolonie Kaiserau verschmutzt. Die Bewohner selbst litten unter den Verhältnissen, denn in der Kolonie gab es keine Kanalisation.
Die Genossenschaft verlegte also dort ein Kanalnetz, leitete die Abwässer um und räumte den Schlamm aus dem Braunebach. Das war die erste Tat der Genossenschaft, viele weitere sollten folgen, bis in den 20er Jahren sogar die erste Kläranlage gebaut werden konnte. Parallel dazu liefen schon die Vorbereitungen für einen Ausbau des Kuhbaches in Bergkamen, des Rexebaches in Bönen und des Massener Baches in Unna.
Die Umbenennung in „Lippeverband“ erfolgte 1926, wobei die Gebiete Dorsten und Hamm hinzukamen.
Als in den 80er Jahren klar wurde, dass der Bergbau eingestellt und damit die Gefahren der Bodensenkungen abklingen, wurde zum ersten mal die Abwasserführung durch die unterirdischen Kanäle in Frage gestellt - Hauptaspekte waren die Schwierigkeiten von Reparatur und die drohende Gefahr der Verseuchung des Grundwassers.
Mit dem damaligen NRW-Umweltminister Klaus Matthiesen wurde das Sesekeprogramm entwickelt. Damit sollte auch der Natur wieder zu ihrem Recht verholfen werden. Die Renaturierung hatte begonnen und wird auch in den kommenden Jahren zu den Kernaufgaben des Lippeverbandes zählen.
Seseke-Fotostrecke von Wilma Porsche

Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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