St. Antonius-Hospital: Klever Hausärzte legen mit Kritik nach

Nahezu alle Klever Hausärzte sind gegen die Verlegung der Bauchdiagnostik und Bauchchirurgie vom Klever St. Antonius Hospital nach Goch. Jetzt melden sich die Ärzte mit einem zweiten offenen Brief an die Öffentlichkeit:

"An die Mitglieder der Geschäftsführung und das Kuratorium des St. Antonius-Hospital in Kleve

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem offenen Brief hatten wir Ihnen dargelegt, welche Bedenken wir als hausärztlich tätige Ärzte gegen die Verlegung der Gastroenterologie und der Allgemeinchirurgie von Kleve nach Goch haben. Viele Ärzte aus dem Krankenhaus Kleve teilen diese Bedenken.

Leider werden die Einwände der Niedergelassenen - und Krankenhausärzte - nicht berücksichtigt. Als einzige Reaktion liegt uns ein allgemein abgefasster Brief vor, der von Frau Dr. Mosch und Prof. Runde unterzeichnet ist. Dieser Brief bestätigt die von uns gesehenen Probleme: Die in das Krankenhaus Kleve eingewiesenen Patienten sollen in der Notaufnahme gesichtet und dann auf Reisen in die entsprechenden – zukünftig häufig in Goch gelegenen - Fachabteilungen weitergeschickt werden.

Behandlungsverzögerungen und daraus resultierend schlechtere Behandlungsergebnissen sind zu erwarten. Außerdem wird die Entscheidung, welches der Krankenhäuser zuständig ist, in vielen Fällen schwer zu treffen sein:

· Was ist mit einem polytraumatisierten Patienten mit Bauch- und Skelettverletzungen? Goch oder Kleve? Oder erst Goch und dann Kleve – oder umgekehrt?
· Was ist mit einem Kind mit dem Verdacht einer Blinddarmentzündung? Geht das Kind von Kleve zur OP nach Goch und dann zurück auf die Kinderstation nach Kleve?
· Was ist mit gynäkologischen oder urologischen Operationen, wenn nicht vorhersehbar ein Bauchchirurg gebraucht wird? Mit dem offenen Bauch von Kleve nach Goch? Nimwegen ist näher.

Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen. Sie macht klar, in welchem Dilemma sich unsere Patienten und wir als einweisende Ärzte uns in Zukunft befinden, sollten wir in die Katholischen Kliniken Kleve-Goch bzw. Goch-Kleve einweisen.

Jedes Krankenhaus hat über Jahre gewachsene Strukturen und Fachabteilungen die miteinander gewachsen und voneinander abhängig sind. Wenn jetzt zwei Kernabteilungen wie die Gastroenterologie mit einem Großteil der allgemeinen Inneren und die Allgemeinchirurgie herausgebrochen werden, bleibt ein Torso zurück.

Wenn ein erkrankter Patient im Krankenhaus behandelt werden muss, ist das traumatisierend genug. Eine Weiterverlegung in eine andere Stadt ist für ihn und seine Angehörigen eine vermeidbare zusätzliche Belastung. Uns niedergelassenen Ärzten bliebe daher nur die Möglichkeit, an Kleve vorbei in umliegende „vollständige“ Krankenhäuser einzuweisen. Einen Patiententourismus auf der B9 zwischen Kleve und Goch lehnen wir ab.

Durch eine geschickte Nichtinformationspolitik sind diese Probleme der breiten Bevölkerung und auch der Politik nicht hinreichend bekannt.

Wir werden daher die Problematik weiter aktiv öffentlich machen, da wir später nicht die Ansprechpartner für unzufriedene Patienten und Angehörige sein wollen.

Anpassungen in der Krankenhauslandschaft sind sicherlich erforderlich. Der Weg, durch Zerlegung des Krankenhauses Kleve andere Standorte zu stützen, sorgt in Goch kurzfristig für Ruhe, schwächt das Krankenhaus Kleve aber sofort und den Verbund auf Dauer. Es werden Lösungen gebraucht, die langfristig tragfähig sind – und nicht ein ständiges Hin- und Herschieben von Patienten zur Befriedung lokaler Interessen.

Interessengemeinschaft Klever Hausärzte
(M.Beeker, R.Beckmann, H.Berens, M.Bergau, S.Bleser, W.Bong, C.Braun, M.Ernst, A.Fischer, U.Hellermann-Tobisch, S.Hilbertz, U.Hilbertz, W.Holtzhausen, J.Hußmann, M.Kroll, B.Lingens, H.G.Lingens, A.Littauer-Holderer, C.Martens, J.Nowottnik, M.Pelzer, H.Pfluger, N.Rommen, C.Schiffer, M.Souvignier, I.Stroh, A.Tang-Bayock, R.Tobisch, M.Trübenbach, H.Woitge)"

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