Ein Leben für Tischtennis

Aloys Merten, Tischtennisspieler und Funktionär. RN-Foto Goldstein
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Der Spieler und Pressewart Aloys Merten feiert seinen 80. Geburtstag

Von Bernd Janning
LÜNEN. Er stand an der grünen Platte seinen Mann, war 37 Jahre Pressewart des Tischtennis-Kreises Lünen/Lüdinghausen, „Mister Zuverlässig“, ein steter Werber für die Sportart mit dem kleinen, schnellen Ball. Am heutigen Dienstag (12. 12.) feiert Aloys „Alo“ Merten, seinen 80. Geburtstag.
Erste Gratulanten sind seine Frau Ursula, mit der er seit 1966 verheiratet ist, und sein Sohn Dirk, gefolgt von den vielen Freunden aus seinem Sport.
„Meine Frau war mein Hobby von Anfang an gewohnt“, so das Geburtstagskind, verschweigt aber nicht: „Gerade am Wochenende hielt sich ihre Begeisterung bei meinen eigenen Spielen und das ständige Tippen der Presseberichte auf der Schreibmaschine in Grenzen.“
Arbeitskollegen von einst aus dem Ordnungsamt erinnern sich noch genau: „Alo arbeitete bis zur letzten Sekunde seines Dienstes. War dann Feierabend, spannte er für sein geliebtes Tischtennis die Blätter in die Maschine und hämmerte los.“
Gearbeitet wurde damals noch mit hauchdünnem, fast durchsichtigem Durchschlagpapier. Viele Zeitungsredaktionen im Kreis warteten auf seine aktuellen Berichte. Teils waren bis zu 30 Durchschläge nötig. Diese konnten nicht gleichzeitig übereinander eingespannt werden. Da musste mehrfach abgeschrieben werden. Tippfehler mussten auf jedem Blatt einzeln verbessert werden.
Kopierer waren damals teuer. Aber Merten läutete schnell mit dem PC Commodore 64 auch für sich das Ende der Schreibmaschine ein. Es folgten das Fax, dann die Mail, mit der alle Redaktionen zeitgleich bedient werden konnten.
Die Zusammenarbeit mit den Vereinen funktionierte damals bestens. Samstags von 19 Uhr bis Mitternacht und sonntags ab 9 Uhr nahm Alo die Ergebnisse entgegen. Bis spätestens 18 Uhr mussten nicht nur die Redaktionen, sondern in seiner Amtszeit auch mit Rudi Wagner, Lothar Behrendt, Alfons Hues und Axel Brocke vier Kreisvorsitzende bedient werden. Zuletzt wurde über den Staffelservice um Manfred Lüling gearbeitet.
Die Gesundheit ließ ihn nach 37 Jahre 2007 kürzer treten. Doch, inzwischen 69 Jahre alt, machte er noch als Pressewart des TTV Preußen weiter.
Erst im Alter von 15 Jahren fand Merten zum Tischtennis, schloss sich 1952 dem SV, heute TTV Preußen, an. Ein einziges Mal zog es ihn aus Lünen weg. Von 1956 bis 1959 zum Polizeisportverein Dortmund. Bereits als 16jähriger spielte er in der Oberliga-Sechs der Horstmarer, der damals höchsten deutschen Klasse. Er war Stammspielerder Ersten und von 1959 bis 1986 an mehreren Mannschafts-Meisterschaften und Pokalsiegen auf Kreis- und Bezirksebene beteiligt.
Mit dem Polizeisportverein wurde er 1958 und mit den Preußen in der Saison 1968/69 Westdeutscher Pokalsieger der Herren-Bezirksklasse.
„Insgesamt holte ich mit meinen beiden Vereinen 89 Titel, davon 66 in der Jugend,“ blickt er auf eine erfolgreiche Bilanz. Er lag bei den Dortmunder und Lüner Stadt- - und Kreismeisterschaften auf den vordersten Rängen, wurde Dritter der Westdeutschen Seniorenmeisterschaft , war zwischen 1967 und 1985 neunmal Vereinsmeister der Preußen.
Vom Juni 1961 bis Mai 1963 war er Abteilungsleiter der Preußen, seit 1970 dort Pressewart. Ab 1970 war er Pressewart Tischtennis des Stadtsportverbandes, Er war Pressewart des TT-Bezirks, Gründungsmitglied des Tischtenniskreises, dort Beisitzer im Spruchausschuss und auch Damenwart.
Er ist Vater der Chronik des SV Preußen und des Tischtenniskreises, die vor 30 Jahren anlässlich dessen 25jährigen Bestehens erschien. Ein Werk, in dem jeder Meister und Funktionär, ja jeder Atemzug des Kreises festgehalten wurde.
Der SV (TTV) Preußen ehrte ihn mit Silber- (1965) und Goldnadel (1972), der Westdeutsche Tischtennisverband mit der Verbandsnadel (1973), der in Silber und Gold (1978 + 1985) und aktuell mit der Verdienstnadel. Seine Preußen ernannten ihn 2007 zum Ehrenmitglied.

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