Computerspiele mal analog umgesetzt
Cities Skylines und Minecraft im Spielekompass-Test

Um ein Computerspiel analog umzusetzen, benötigt man eine Menge Spielmaterial.
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  • Um ein Computerspiel analog umzusetzen, benötigt man eine Menge Spielmaterial.
  • Foto: KOSMOS
  • hochgeladen von Andrea Rosenthal

Es ist soweit: Der Spielekompass 2019 startet! Noch bis Weihnachten stellen wir Euch hier Brettspielneuerscheinungen vor, die wir erstmals mit Teilen der Lokalkompass-Community getestet haben. Wenn auch Ihr gerne spielt, bewerbt Euch im Kommentar. Dann kommen wir vielleicht beim nächsten Mal zu Euch.

Von Andrea Rosenthal

Auffällig auf der Spiel '19, den internationalen Spieletagen in der Messe Essen war, dass immer häufiger erfolgreiche Computer- und Videospiele für den analogen Brettspielmarkt adaptiert werden. Was im Vorjahr mit zahlreichen Variationen des Klassikers Tetris begann, ist nun auf komplexere Strategiespiele ausgeweitet worden. Für die Spielerunde ausgesucht habe ich „Minecraft“ aus dem Hause Ravensburger und „Cities Skylines“, das bei KOSMOS erschienen ist.

Getestet haben wir mit Alexandra (15), Maximilian (16) und Felix (19), die die digitalen Vorbilder kennen und mögen. Schon beim Auspacken der Spiele fällt die Menge an kleinen Zubehörteilen auf. In beiden Spielen geht es darum, sich seine eigene Lebenswelt zu erschaffen. Dann enden die Gemeinsamkeiten jedoch schon. Die Illustration von Minecraft hält sich strikt an das digitale Vorbild. Alles wird durch kleine Würfel und sehr pixelig dargestellt. Bei Cities Skylines haben die Illustratoren jedes Gebäude und jede Aufgabenkarte sehr detailliert gestaltet.

Cities Skylines

Begonnen haben wir mit Cities Skylines, das vom Schweden Rustan Hakansson mit einem Open-Board Club entwickelt wurde. Spielbar ist Cities Skylines sowohl solo als auch in einer Gruppe mit bis zu vier Spielern. Die mit vielen Beispielen versehene Spielanleitung umfasst acht Seiten und ist gut verständlich.

Man kann mit dem vorgegebenen Einstiegsszenario beginnen, die Kenner der digitalen Version spielten jedoch gleich völlig frei. Zu Beginn steht man vor einer leeren Fläche, die nach und nach mit Wohnungen, Industrie und Dienstleistern bebaut werden muss. Dabei gilt es die Lebensqualität nicht aus den Augen zu verlieren. Die Spieler müssen ihr Geld strategisch einsetzen, um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Im Team muss man sich gut absprechen, um den positiven Effekt des Mitspielers nicht ungewollt aufzuheben. Wer Industrie ansiedelt sollte unbedingt auch an den einen oder anderen Park denken. Die beiden Zufriedenheitsanzeiger sollten sich nicht zu sehr in eine Richtung neigen.

Das Spiel endet, wenn die letzten Spielplanteile aufgedeckt und verbaut worden sind. In unserer diskussionsfreudigen Gruppe dauerte die Runde gute eineinhalb Stunden. Die Reaktion war gespalten. Während die einen die Zwischenwertungen durch die Melensteine und die Zufriedenheitsleisten spannend fanden, bevorzugen die anderen die digitale Variante, bei der der Computer die Wertungen übernimmt. Toll war jedoch das Gruppenerlebnis beim Städtebau.

„Cities Skylines - Das Brettspiel“ ist bei KOSMOS erschienen, für Spieler ab 10 Jahre geeignet und kostet etwa 35 Euro.

Minecraft

Im Ravensburger Spieleverlag hat Ulrich Blum „Minecraft – Builders & Biomes“ herausgebracht. Es ist geeignet für zwei bis vier Spieler ab 10 Jahre und kostet knapp 40 Euro. Über die Herausforderungen ein Videospiel in ein Brettspiel zu übersetzen berichtet der Autor hier.

Auch hier ist das reich bebilderte Regelwerk mit knapp sechs Seiten übersichtlich, im Gegensatz zur Fülle des Spielmaterials. Bevor man anfangen kann zu bauen, müssen die Materialien sortiert und aufgestellt werden. Im Gegensatz zu Cities Skylines arbeiten die Spieler hier nicht zusammen, sondern versuchen durch gute Strategien mehr Wertungspunkte als die Mitspieler zu erreichen.

Wer am Zug ist darf zwei von fünf möglichen Aktionen ausführen. Man kann Blöcke nehmen, die Oberwelt erkunden, Bauen, Monster bekämpfen oder eine neue Waffe besorgen. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Dreimal im Spiel wird gewertet. Wer nach der dritten Wertung die meisten Punkte gesammelt hat, hat das Spiel gewonnen.

Schön ist, dass es eine Einsteigervariante und eine für Fortgeschrittene gibt, die sich miteinander kombinieren lassen, so dass alle die gleichen Chancen haben. Das Spiel dauert knapp eine Stunde.

Fazit

Cities Skylines und Minecraft sind in der Umsetzung als Brettspiel durchaus gelungen und geeignet, um Computerspieler für gemeinsame Spielerunden mit den Analog-Spielefans an einen Tisch zu bekommen. In unserer Testgruppe war keiner von beiden Spielertypen restlos überzeugt, weil doch viele Kompromisse eingegangen werden. Spaß hatten wir dennoch und die Spiele werden bestimmt noch häufiger auf den Tisch kommen.

Jetzt gewinnen

Wer Cities Skylines oder Minecraft selbst einmal ausprobieren möchte, kann hier sein Glück versuchen. Ravensburger und KOSMOS haben dem Lokalkompass je ein Exemplar ihres Spiel zur Verlosung zur Verfügung gestellt.

Gewinnt hier Minecraft
Gewinnt hier Cities Skylines
Autor:

Andrea Rosenthal aus Mülheim an der Ruhr

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